
© Foto: KI-generiertes Symbolbild (ChatGPT).
Die Erholung am deutschen Aktienmarkt währt nach dem Waffenstillstand im Iran-Krieg nur kurz. Erneut gerät vor allem das Papier von Rheinmetall unter die Räder.
Rheinmetall-Aktie: Die Gewinne sind schon wieder futsch!
Mit einem Plus von 5,1 Prozent feierten Anlegerinnen und Anleger am Mittwoch den Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran. Damit verzeichnete der deutsche Leitindex DAX seinen besten Handelstag seit über 4 Jahren. Selbst nach dem Trump-Crash im April vergangenen Jahres war die Erleichterung nicht so groß.
Mit einem Plus von knapp 3,1 Prozent profitierten auch die Anteile von Rheinmetall von der Erholungsrallye am Gesamtmarkt. Doch diese Gewinne sind am Donnerstag bereits vollständig wieder abgegeben. Damit verstetigt sich der Abwärtstrend der vergangenen Wochen, während eine Trendwende zur Oberseite immer unwahrscheinlicher wird.

Ist der Absturz der in den vergangenen Jahren so erfolgreichen Aktie überhaupt noch aufzuhalten und wenn nicht, wo liegen die nächsten Kursziele?

Technisch hat die Erfolgsstory gewaltige Risse bekommen
Übergeordnet befindet sich die Rheinmetall-Aktie zwar noch immer in einem mehrjährigen Aufwärtstrend, doch die im vergangenen Jahr lange Seitwärtsphase sowie die Verluste der vergangenen Wochen haben das Chartbild inzwischen erheblich eingetrübt.
So liegen mit einer SKS-Formation und dem bereits im Dezember entstandenen Death Cross bereits zwei markanter Verkaufs- und als solche auch Trendwendesignale vor. So ist es zu einem Abwärtstrendkanal mit einer Breite von etwa 300 Euro gekommen, während es die Rheinmetall-Aktie bislang verpasste, die gleitenden Durchschnitte zurückzuerobern.
Ein solcher Schritt wäre umso wichtiger, als dass diese bereits ebenfalls ihre Richtung geändert haben und auf übergeordnete Abwärtstrends hindeuten. Zwar konnte Rheinmetall in den vergangenen Tagen von der Abwärtstrendunterkante nach oben abprallen, doch die Oberkante dürfte mit den erneuten Verlusten als Widerstand bestätigt werden.
Nur wenig hält die Aktie gegenwärtig noch zusammen
Das macht wahrscheinlich, dass schon in den kommenden Tagen erneut 1.500 Euro und damit eine der letzten der Aktie noch verbliebenen Unterstützungen aufgegeben werden. Diese These wird unterstützt durch die Abwärtstrends in den technischen Indikatoren RSI und MACD, welche für die Nachhaltigkeit der jüngsten Verluste sprechen.
Sollte die Aktie unter 1.500 Euro rutschen, wofür der Trendstärkeindikator MACD, der gegenwärtig einen intakten Abwärtstrend anzeigt, sorgen könnte, dürfte Rheinmetall zunächst ein weiteres Mal an die Trendkanalunterkante rutschen und anschließend auf der Unterstützung bei 1.250 Euro aufsetzen. Sollte auch dieser Support ins Wanken geraten, ist ein Absturz auf 1.000 Euro unvermeidlich.
Erst ein Sprung über 1.750 Euro könnte das gegenwärtig bedrohliche Szenario verhindern, doch darauf deutet aus technischer Perspektive aktuell nur wenig hin. Die Aktie ist kurz- und mittelfristig klar in der Hand der Bären.
Fazit: 1.000 Euro ein ernstzunehmendes Szenario
Auch aus fundamentaler Perspektive gibt es weiterhin keinen Grund, warum sich Rheinmetall über das gegenwärtige Kursniveau hinaus erholen sollte. Das KGVe 2026 liegt mit 43,7 deutlich über dem Branchendurchschnitt. Selbst für 2027 sind die Düsseldorfer bereits mit dem 29,5-Fachen ihrer erwarteten Gewinne bewertet. Selbst unmittelbare Kriegs- und Krisenprofiteure wie die US-Verteidigungskonzerne Raytheon und Lockheed Martin sind mit niedrigeren Vielfachen bewertet - warum bei Rheinmetall investieren, wenn es die Mitbewerber fundamental zu deutlich niedrigeren Preisen gibt?
Legt man für Rheinmetall ein KGV von 25 an ergibt sich auf Grundlage aktueller Gewinnschätzungen (Datengrundlage: MarketScreener) ein fairer Wert von 903,75 Euro für 2026 und von 1.338,75 Euro für 2027. Das zeigt, dass ein mittelfristiges Kursziel von 1.000 Euro ein ernsthaftes Szenario darstellt und Anlegerinnen und Anleger entsprechende Abwärtsrisiken berücksichtigen sollten.
Gastautor: Max Gross

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