28. März bis 2. April 2026
Am Donnerstag gaben internationale Aktien ihre Gewinne vom Wochenbeginn wieder ab, da die Waffenstillstandshoffnungen im Iran nach Trumps Rede vom Mittwoch wieder nachließen. Die US-Zehnjahresrendite fiel um 12 Basispunkte auf 4,33%. Das Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich um 15 US-Dollar auf 112 US-Dollar. Gemessen an Terminkontrakten auf den CBOE Volatility Index (VIX) betrug die Volatilität diese Woche unverändert hohe 25,2.
Irankrieg
Zu Wochenbeginn waren Aktien noch kräftig gestiegen, da man auf ein baldiges Ende des Irankrieges hoffte. Am Mittwochabend war dann aber alles anders. Trump drohte mit einer Eskalation in den nächsten zwei bis drei Wochen und legte auch keinen Plan für die Wiedereröffnung der Straße von Hormus vor. Stattdessen sprach er von gezielten Angriffen auf die iranische Ölförderung, was die Ölpreise weltweit kräftig steigen ließ.
In seiner Rede forderte Trump seine auf Öl aus dem Nahen Osten angewiesenen Verbündeten auf, die Wiedereröffnung der Meerenge "selbst in die Hand zu nehmen". Nach Kriegsende könne man sie "ohnehin wieder passieren", da der Iran für den Wiederaufbau dringend Öl exportieren müsse. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron bezeichnete eine Wiedereröffnung mit militärischen Mitteln am Donnerstag als unrealistisch. Ebenfalls am Donnerstag sprachen auf einer von Großbritannien initiierten virtuellen Konferenz Vertreter aus 35 Ländern über Minenräumung und Patrouillen in der Meerenge nach Kriegsende.
Unterdessen sagte Irans Außenminister Abbas Araghchi am Mittwoch im Staatsfernsehen, dass der Iran und sein Nachbar Oman die Zukunft der Meerenge in der Hand hätten. Dem Vernehmen nach planen Nachbarländer den Bau neuer Pipelines, um die Straße von Hormus vollständig zu umgehen. Bis zu deren Fertigstellung dürfte es aber viele Jahre dauern.
Die iranische Führung scheint unterdessen gespalten. Präsident Masoud Pezeshkian und die Revolutionsgarden würden um die Macht kämpfen, heißt es. Laut Pezeshkian könne die Strategie der Revolutionsgarden, den Konflikt durch Angriffe auf Nachbarländer weiter eskalieren zu lassen, Irans Wirtschaft binnen eines Monats zusammenbrechen lassen. Der Optimismus zu Wochenbeginn hatte auch mit der Annahme zu tun, dass die USA in der iranischen Führung Verhandlungspartner finden könnten. Nach Trumps Rede vom Mittwoch haben diese Hoffnungen aber stark nachgelassen.
Konjunktur
Powell: Fed kann gegen Angebotsschocks wenig tun
Am Dienstag sagte Notenbankchef Jerome Powell, dass das Instrumentarium der Fed wenig gegen Angebotsschocks ausrichten könne, etwa gegen die derzeitigen Störungen des Ölmarktes. Man tendiere dazu, einen Ölpreisschock "weitgehend zu ignorieren", solange die Inflationserwartungen nicht aus dem Ruder liefen. Powell sagte aber auch, dass sie bei weiteren Angebotsschocks allmählich steigen könnten. Anleger rechneten nach diesen Äußerungen nicht mit schnellen Zinserhöhungen, auch wenn sie kurzfristig eine höhere Teuerung erwarten. Der Notenbankchef sieht sowohl Risiken für die Preisstabilität als auch für den Arbeitsmarkt. Dennoch käme die Geldpolitik mit dem Ölpreisschock zurzeit gut zurecht. Die Wirtschaft sei noch immer "dynamisch und produktiv", was ihn mittelfristig optimistisch stimme. Außerdem würde man Private Credit "genau im Blick behalten", fürchte aber keine systemischen Folgen der derzeitigen Probleme. Nach den Äußerungen erholten sich Anleihen weiter; die Renditen fielen.
Kurz gefasst

Im März stieg der ISM-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe auf den höchsten Wert seit August 2022. Die Einkaufspreiskomponente legte kräftig zu.
Nach einem Rückgang um 0,1% im Januar stiegen die amerikanischen Einzelhandelsumsätze im Februar um 0,6%. Der Kernindex legte um 0,5% zu (nach 0,2%). Offensichtlich war der Konsum vor Kriegsbeginn stabil.
Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosengeld fielen in den USA letzte Woche auf 202.000. Demnach ist der Arbeitsmarkt trotz des Krieges weiter stabil.
Wenn Anleger mit Zinserhöhungen in Großbritannien rechneten, sei das "zu voreilig". Das sagte der britische Notenbankchef Andrew Bailey in einem Gespräch mit Reuters am Mittwoch. Die Notenbank dürfe Wirtschaft und Arbeitsmarkt nicht schaden. Die Unternehmen könnten die Preise jetzt nicht mehr so leicht erhöhen.
Im März betrug die Verbraucherpreisinflation im Euroraum 2,5% z.Vj., nach 1,9% im Februar. Der Kernindex stieg um 2,3%, nach 2,4%. Gegenüber dem Vormonat haben die Preise im Februar um 0,6% und im März um 1,2% zugelegt.
Am Montag legte das US-Arbeitsministerium ein Konzept für alternative Anlagen in Pensionsplänen vor. Die Sponsoren wären dann rechtlich abgesichert, wenn sie alternative Anlagen in 401(k)-Pläne aufnähmen. Wenn der Vorschlag angenommen wird, würde das die Haftung der Sponsoren begrenzen, die unter Beachtung bestimmter Regeln in Private Capital investieren.
Der Konsumklimaindex des Conference Board ist im März unerwartet von 91,0 auf 91,8 gestiegen.
Nach Einschätzung des US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer soll das für Mai angesetzte Gipfeltreffen zwischen Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping wie geplant stattfinden. Er rechne mit stabilen amerikanisch-chinesischen Beziehungen im nächsten Jahr.
Am Montag teilte das US-Außenministerium mit, dass die amerikanische Botschaft in Caracas ihren Betrieb wieder aufnehmen werde. Das sei ein wichtiger Meilenstein in den Beziehungen zwischen den USA und Venezuela. Um sie weiter zu normalisieren, hoben die USA am Mittwoch auch ihre Sanktionen gegen Venezuelas Staatschefin Delcy Rodríguez auf.
Nächste Woche
Montag: ISM-Dienstleistungs- und Composite-PMIs in den USA
Dienstag: Dienstleistungs- und Composite-PMIs im Euroraum und Großbritannien, Bestellungen langlebiger Güter in den USA
Mittwoch: Einzelhandelsumsätze im Euroraum, Protokoll der Offenmarktausschusssitzung der Fed
Donnerstag: Haushaltseinkommen und -ausgaben in den USA, PCE-Inflation, revidiertes US-BIP für das 4. Quartal
Freitag: US-Verbraucherpreise, kanadischer Arbeitsmarktbericht
Fokussiert und diversifiziert bleiben
Unabhängig vom Marktumfeld halten wir es für sehr wichtig, dass Investoren stark nach Assetklassen diversifizieren. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Ihrem Investmentberater können Sie dazu beitragen, dass Ihr Portfolio angemessen diversifiziert ist und zu Ihren Langfristzielen, Ihrem Zeithorizont und Ihrer Risikobereitschaft passt. Diversifikation garantiert aber keine Gewinne und schützt auch nicht vor Verlusten.
Diese Informationen sowie Nennungen von Unternehmen und Einzelwerten dürfen nicht als Anlageberatung, Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Hinweis auf die Kauf- oder Verkaufsabsichten eines MFS-Produkts aufgefasst werden.
Die hier genannten Einzelwerte können, aber müssen nicht in MFS-Fonds enthalten sein. Eine vollständige Liste aller Einzelwerte von MFS-Portfolios finden Sie in deren aktuellen Jahres-, Halbjahres- oder Quartalsberichten. Vollständige Bestandsübersichten finden Sie auch in den Fondsübersichten im Abschnitt "Produkte" auf mfs.com.
Die hier dargestellten Meinungen sind die von MFS und können sich jederzeit ändern. Prognosen sind keine Garantien.
Die Performance der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.
Quellen: MFS Research, Wall Street Journal, Financial Times, Reuters, Bloomberg News, FactSet Research.
