
© Foto: KI-generiertes Symbolbild (ChatGPT).
Die Aktie der Deutschen Telekom handelt am Montag erneut mit Verlusten. Ein Ende des Abwärtstrends ist charttechnisch vorerst noch nicht abzusehen.
Deutsche Telekom zum Wochenauftakt unter Druck
Anlegerinnen und Anleger der Deutschen Telekom hatten in den vergangenen Wochen gleich doppelt nichts zu lachen. Einerseits ließ der Iran-Krieg die Kurse purzeln, gleichzeitig verpassten es die Anteile von der Erholung in der vergangenen Woche zu profitieren. Während es im deutschen Leitindex DAX zu einer Erholungsrallye gekommen ist, waren die Kursgewinne bei den Bonnern nur von kurzer Dauer.
Diese Underperformance hält auch am Montag an. Insgesamt gibt der DAX nach den gescheiterten Friedensgesprächen in Islamabad bislang um rund 1 Prozent nach. Außerdem lastet eine negative Analystenstimme auf dem Papier.
Die Aktie der Deutschen Telekom verliert satte 3 Prozent und landet damit auf dem letzten Platz innerhalb des Börsenbarometers. Im TecDAX sind zum Wochenauftakt nur United Internet und Nemetschek noch schlechter platziert.

Halten die Verluste an? Dazu ein Blick in den Chart!
Aus charttechnischer Perspektive verfinstert sich der Ausblick der so stark ins Jahr gestarteten Telekom-Aktie. Wenn sich im Bereich von 30 Euro nicht erkennbares Kaufinteresse zeigt, sind kurz- und mittelfristig weitere Verluste zu befürchten.

Starker Jahresauftakt der Aktie ...
Nach anhaltenden Verlusten im Frühjahr und Sommer letzten Jahres gelang der Telekom-Aktie im Spätherbst eine Bodenbildung im Bereich von 26 bis 26,50 Euro. Diese mündete schließlich Ende Januar in einen nachhaltigen Anstieg über die Abwärtstrendlinie sowie die Rückeroberung der zeitweise aufgegebenen 50-Tage-Linie.
Es folgte ein fahnenstangenartiger Anstieg durch zahlreiche Widerstände und die 200-Tage-Linie, bis bei rund 34 Euro schließlich das 52-Wochen-Hoch egalisiert werden konnte. Unterstützt wurden die Anteile hierbei auch durch sinkende Anleiherenditen, da Investoren nach dem Jahreswechsel angesichts der anhaltenden Schwäche des US-Arbeitsmarktes auf weitere Zinssenkungen gewettet hatten.
... doch jetzt nehmen die Verluste überhand
Doch genau diese Wetten mussten nach dem Beginn des Iran-Krieges rückabgewickelt werden, da die explodierenden Energiepreise einen Anstieg der Inflations- und Zinserwartungen zur Folge hatte. Die wieder gestiegenen Anleiherenditen belasten seither die Aktien von zinssensitiven Werten wie der Telekommunikations- und Immobilienbranche.
Bei der Telekom fällt diese Entwicklung derzeit doppelt stark ins Gewicht, weil sie zeitlich mit überkauften Zuständen der Aktie zusammenfällt. Ende Februar / Anfang März trafen hier also fundamentaler Gegenwind und technische Erschöpfung aufeinander. Kurzfristig ist daraus ein Abwärtstrendkanal mit einer Breite von rund 1,50 Euro und eine Flaggenformation entstanden. Die Aufgabe der 50-Tage-Linie bedeutete dabei ein erstes Verkaufssignal.
Die Bären haben aktuell die besseren Chancen
Für den weiteren Kursverlauf ergeben sich dadurch im Wesentlichen zwei Optionen. Erstens kann sich die Telekom-Aktie ausgehend von der Unterstützung bei 30 Euro, wo auch die 200-Tage-Linie liegt, erholen und aus dem Abwärtstrendkanal nach oben ausbrechen. In diesem Fall läge eine Bullenflagge und damit ein Trendfortsetzungssignal vor.
Zweitens hält die Supportzone dem zuletzt hohen Verkaufsdruck nicht stand und die Aktie wird nach unten durchgereicht, wobei sie bei 29 und 28, sowie zwischen 26 und 26,50 Euro auf Horizontalunterstützungen treffen würde.
Mit Blick auf die technischen Indikatoren ist aktuell das zweite Szenario zu bevorzugen, weil sowohl der RSI als auch der MACD die Verluste der Aktie mit eigenen Abwärtstrends bestätigt haben. Außerdem zeigt der MACD unterhalb der Nulllinie einen Trendwechsel an, der das noch vor wenigen Wochen erzielte Golden Cross negieren dürfte.
Fazit: Die Abwärtsrisiken sind real, aber überschaubar
Bei der Telekom-Aktie stehen die Zeichen aktuell auf weitere Verluste. Während der Chart Schwäche offenbart, belasten hohe Realzinsen die Geschäfts- und Finanzierungsbedingungen des Konzerns. Die gute Nachricht für Anlegerinnen und Anleger ist jedoch, dass das Abwärtspotenzial dank zahlreicher Unterstützungen gegenwärtig überschaubar ist. Erst unterhalb von 26 Euro würde es dauerhaft brenzlig werden.
Solange das nicht der Fall ist und sich die Lage im Iran und damit auch am Anleihenmarkt nicht weiter verschlechtert, könnten Rücksetzer bis zu den eingezeichneten Unterstützungen Kaufgelegenheiten bieten, sofern hier eine Bodenbildung zu erkennen ist. Mit einem KGVe 2026 von 15,6 und einer Dividendenrendite von rund 3,6 Prozent ist die Deutsche Telekom außerdem fair bewertet.
Gastautor: Max Gross

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