BERLIN (dpa-AFX) - Beim Finanzdienstleister Hypoport hat sich die Nachfrage nach Immobilienkrediten im ersten Quartal zurückhaltend entwickelt. Das über die Plattform Europace abgewickelte Finanzierungsvolumen habe in den ersten drei Monaten des Jahres mit 20,3 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres gelegen, teilte das im SDax gelistete Unternehmen am Mittwoch in Berlin mit. An der Börse legten die Aktien aber kräftig zu.
Für die Papiere ging es am späten Vormittag um fast zehn Prozent nach oben, womit Hypoport einer der Favoriten im Index der kleineren Unternehmen war. Seit Jahresbeginn hat der Kurs jedoch fast ein Drittel eingebüßt, in den vergangenen zwölf Monaten sank die Aktie sogar um mehr als die Hälfte.
Im ersten Quartal sei die nachhaltige Erholung im deutschen Wohnimmobilienmarkt erneut von einem volatilen Umfeld beeinflusst worden, hieß es von Hypoport. Das Transaktionsvolumen auf Europace sei durch den Zinssprung angetrieben worden, der im Zuge der Sorgen vor den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Konflikts ausgelöst wurde, sagte Vorstandschef Ronald Slabke laut Mitteilung.
Dabei bauten den Angaben zufolge vor allem die genossenschaftliche Plattform Genopace sowie die Plattform der Sparkassen Finmas ihre Marktanteile aus, während das Vertriebsvolumen privater Banken leicht sank.
Weiterhin würden in der privaten Immobilienfinanzierung überwiegend Käufe von Bestandsimmobilien finanziert, berichtete Hypoport. Hierbei nehme der Anteil der Eigentumswohnungen weiter zu. Kredite für Neubauten und energetische Sanierungen seien weniger gefragt.
Im Januar hatte der Finanzdienstleister mitgeteilt, dass die Nachfrage nach Immobilienkrediten auf seiner Europace-Plattform im vierten Quartal nach einem bis dahin starken Jahr leicht zurückgegangen war. Hypoport verwies dabei auf ein sich normalisierendes Marktumfeld. Die Aktie war daraufhin unter Druck geraten.
Im laufenden Jahr will Hypoport den Gewinn im Tagesgeschäft weiter kräftig ausbauen. So soll das Ergebnis vor Zinsen und Steuern 40 bis 55 Millionen Euro erreichen, wie das Unternehmen bereits Ende Februar verkündete. Im vergangenen Jahr hatte sich der operative Gewinn von zuvor 18 auf rund 33 Millionen Euro erholt. Der Umsatz verbesserte sich von 561 auf 603 Millionen Euro. Dabei profitierte das Unternehmen von wieder besser laufenden Geschäften in der privaten Immobilienfinanzierung.
Zudem will der Finanzdienstleister bis Ende 2029 seine Profitabilität deutlich steigern. "Bis zum Ende des Jahrzehnts erwarten wir für unsere gesamte Gruppe aufgrund der Skalierung unserer Geschäftsmodelle eine Verdoppelung der Ebit-Rohertragsmarge", sagte Vorstandschef Ronald Slabke Mitte März. Vergleichsmaßstab sind dabei die 2025 erreichten 12,4 Prozent./err/tav/jha/




