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Die Amazon-Aktie hat in den vergangenen Tagen eine beeindruckende Rallye auf das Börsenparkett gezaubert. Kommt jetzt der Ausbruch auf neue Rekordnotierungen?
Amazon-Aktie geht steil ...
Dank einer beeindruckenden Erholungsrallye nach den News über ein mögliches Ende des Iran-Krieges ist der US-Aktienmarkt in den vergangenen Tagen in Schlagdistanz zu seinen bisherigen Rekordnotierungen gelangt. Auch die in den vergangenen Wochen und Monaten schwachen Technologie-Werte sind wieder oben auf.
Werte wie Amazon haben dank zweistelliger Kursgewinne maßgeblich zur Aufholjagd beigetragen. Anlegerinnen und Anleger honorieren damit die jüngsten KI-Vorstöße innerhalb der Branche sowie die strategischen Initiativen des vielseitigen Technologiekonzerns. Am Dienstag hatte Amazon bekannt gegeben, den Satellitennetzbetreiber GlobalStar zu kaufen. Gleichzeitig wurde ein Deal mit Apple geschlossen, iPhones und Apple Watches mit dem Kommunikationssystem zu verbinden.

... doch reicht jetzt noch die Kraft für einen Ausbruch?
Von ihrem im November markierten Allzeithoch ist die Amazon-Aktie nach einem Anstieg um weitere 3,8 Prozent am Dienstag keine 10 US-Dollar mehr entfernt. Reicht den Käuferinnen und Käufern jetzt die Kraft, einen Ausbruch zu erzwingen oder geht der Aktie die Puste aus?

Bullen kontern technisches Verkaufssignal
Grundsätzlich entwickelte sich die Amazon-Aktie in den zurückliegenden 2 Jahren zufriedenstellend. Allerdings brauchten Anlegerinnen und Anleger angesichts der hohen Schwankungsbreite gute Nerven, Geduld und Frustrationstoleranz.
Insbesondere in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres gelang der Aktie nur wenig. Das im Oktober erzielte Allzeithoch wurde abverkauft und konnte als Kaufsignal keine Wirkung entfalten, die Aktie fiel daraufhin in die Range zwischen 215 und 240 US-Dollar zurück.
Anfang Februar, also noch vor Beginn des Iran-Krieges, korrigierte Amazon scharf und fiel unter seine Durchschnittslinien an die Unterstützung bei 200 US-Dollar zurück. Hier setzte zwar eine Bodenbildung ein, deren Andauern sorgte aber für ein Death Cross von 50- und 200-Tage-Linie und damit für ein Verkaufssignal.
Die Rallye war gewaltig, der Preis dafür allerdings auch
Dieses ist angesichts der steilen Rallye in den vergangenen Tagen wirkungslos verpufft. Nachdem es den Bären nicht gelungen war, ein Unterschreiten der Marke von 200 US-Dollar beziehungsweise der Aufwärtstrendlinie zu erzwingen, fassten die Bullen nach dem Anstieg über die 50-Tage-Linie - aus technischer Perspektive ein erstes prozyklisches Kaufsignal - neuen Mut. Die Aktie schoss in den vergangenen Tagen um 12,3 Prozent nach oben und konnte die obere Begrenzung ihrer Trading-Range verlassen.
Damit ist das Allzeithoch in greifbarer Nähe. Mit Blick auf die technischen Indikatoren verfügt die Amazon-Aktie über viel Rückenwind. Sowohl der RSI als auch der MACD zeigen einen starken Aufwärtstrend, während der Sprung über die 200-Tage-Linie das Death Cross neutralisiert und für ein weitere Kaufsignal gesorgt hat. Das spricht jetzt für neue Rekorde.
Andererseits ist der RSI auf Tagesbasis mit 76,3 Punkten im fortgeschrittenen Bereich angelangt. Zuletzt war die Amazon-Aktie vor mehr als 2 Jahren so stark überkauft. Auf 4-Stunden-Basis liegt der RSI sogar bei 80,6 Zählern. Damit wird ein Pullback immer wahrscheinlicher - gerade in dem Moment, in dem die Aktie eigentlich noch etwas Luft nach oben mitbringen sollte.
Fazit: Abwarten und keine FOMO bekommen
Dadurch zeichnen sich zwei wahrscheinliche Szenarien ab. Entweder gelingt der Aktie in einem letzten Kraftakt ein neues Allzeithoch. Das dürfte dann aber wie schon im Herbst abverkauft werden, um die kurzfristige Überhitzung zu konsolidieren.
In diesem Fall müsste mit einem erneuten Pullback bis in den Bereich der 200-Tage-Linie beziehungsweise 220 US-Dollar gerechnet werden. Oder die Bullen holen noch vor einem Ausbruchsversuch Luft, konsolidieren die Rallye im Bereich von 240 US-Dollar seitwärts und nutzen dann den jüngsten Schwung in den technischen Indikatoren, um nach einem Ausbruch auch eine trendbestätigende Anschlussrallye zu etablieren.
Für Anlegerinnen und Anleger bedeutet das, sich zunächst zu gedulden. Wer investiert ist, wartet ab und legt nach einem Pullback gegebenenfalls nach. Wer noch einsteigen möchte, sollte einsehen, dass die Rallye ihren Höhepunkt aller Voraussicht nach erst einmal erreicht hat. Hier empfiehlt sich entweder ein Einstieg zu niedrigeren Kursen oder der Kauf eines Ausbruchs mit weniger überhitzten technischen Indikatoren.
Gastautor: Max Gross

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