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DJE: Marktausblick April 2026

09.04.2026 -

Die Autoren: Das Strategie-Team von DJE beobachtet und bewertet die Märkte laufend anhand der hauseigenen FMM-Methode nach fundamentalen, monetären und markttechnischen Kriterien.

Nach dem positiven Jahresstart im Januar und Februar kam es im März zu einem stärkeren Rückgang an den globalen Kapitalmärkten. Auslöser dafür waren der Krieg zwischen den USA/Israel und dem Iran sowie die dadurch steigenden Energiepreise, infolge der Schließung der Straße von Hormus.

Während der weltweite Aktienmarkt spürbar korrigierte, gerieten die Märkte in Deutschland, Europa und Japan noch stärker unter Druck. Die Korrektur US-amerikanischer Aktien fiel dagegen deutlich geringer aus. Grund dafür ist die hohe Abhängigkeit Asiens und Europas von den Energieimporten aus dem Nahen und Mittleren Osten.

Auf Sektorenebene waren im März sowohl weltweit als auch in Europa vor allem Titel aus der Öl- und Gasindustrie besonders gefragt. Überdurchschnittlich entwickelten sich auch Versorgeraktien, während vor allem Industrie-, Rohstoff-, Immobilien- und Konsumtitel unter starken Druck gerieten.

Mit Blick auf die kommenden Tage hat sich das Chancen-Risiko-Profil kurzfristig verbessert. Der befürchtete Worst Case eines massiven Angriffs auf die iranische Energieinfrastruktur durch die USA und Israel ist ausgeblieben. Mit Blick auf die nächsten Monate dürfte die geopolitische Unsicherheit allerdings weiterhin bestehen bleiben. Besonders die Energiepreise könnten zunächst auf einem relativ hohen Niveau verharren und dadurch die Weltwirtschaft unter Druck setzen.

Unabhängig von den Kriegsentwicklungen dürften sich die Investitionen in KI- und Datencenter-Infrastruktur weiter fortsetzen. Ausgewählte Tech-, KI-, Industrie- und Energieversorger-Titel bleiben dadurch weiterhin aussichtsreich. Auch der Energiebereich könnte sich wegen anstehender Gewinnrevisionen positiv entwickeln. Regional bieten die USA für die kommenden Monate Potenzial, da sie weniger vom Nahostkonflikt betroffen sind als Asien und Europa. Im Anleihesegment bleiben mittlere Laufzeiten nach wie vor chancenreich.

Chancen, die wir sehen:

  • Temporäre, markttechnisch getriebene Erholung des Gesamtmarkts: Der Konflikt im Nahen und Mittleren Osten könnte sich kurzfristig weiter entspannen und aufgrund der sehr negativen Stimmung am Markt und der vorsichtigen Positionierung vieler Anleger zu einer Erholung führen.
  • KI-, Halbleiter- und Datencenter-Investitionen: Relativ unabhängig von der Situation im Nahen Osten werden sich die Investitionsvolumina der großen Technologiewerte entwickeln. Alle Hyperscaler streben nach größeren Kapazitäten und investieren daher tendenziell weiter. KI- und Technologieaktien, die von diesen Investitionen profitieren, können aktuell als chancenreich betrachtet werden.
  • Technologiesektor insgesamt: Die Bewertungsprämie der großen Tech-Werte gegenüber ihren jeweiligen Indizes ist nicht mehr gegeben. Gemessen an dieser Referenz befinden sie sich auf einem Niveau wie zuletzt 2021. Grund dafür waren die Korrekturen, die bei den "Magnificent 7" zuletzt deutlich höher ausfielen als in den Indizes.
  • Region USA: Die USA genießen eine höhere Unabhängigkeit in puncto Energie als etwa Europa oder Asien. So produzieren sie den Großteil des benötigten Öls oder Gas selbst und verfügen zudem über eines der modernsten Raffinerienetzwerke. Der Anstieg der Öl- und Gaspreise durch die Mangellage trifft die USA damit weniger stark als Europa, Asien und Japan. Zudem entwickeln sich die US-Einkaufsmanagerindizes sehr robust.
  • Bankensektor: Die Zinskurven haben sich zuletzt nach oben verschoben und die Zinsstrukturkurve könnte länger steiler bleiben. Bei Ausbleiben einer Rezession ist dies ein gutes Umfeld für Banken. Die Verwerfungen aus dem Private-Equity-Umfeld, die als Risiko für Banken gelten, werden von J.P. Morgan-Chef Jamie Dimon nicht als großes Risiko eingeordnet.

Risiken, die wir beobachten:

  • Geopolitische Unsicherheit: Der finale Ausgang der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran ist ungewiss und bleibt damit ein Risiko. Sowohl die USA als auch der Iran dürften jeweils mit Maximalforderungen in die Verhandlungen gehen, eine Wiederaufflammen des Konflikts kann dadurch nicht ausgeschlossen werden.
  • Abschwächung der Weltwirtschaft: Die Öl-, Gas- und Energiepreise dürften auch in den kommenden Monaten auf einem hohen Niveau bleiben, unter anderem auch durch Logistikprobleme und zerstörte Kapazitäten. Dementsprechend dürfte die Verfügbarkeit von Energie und Energieträgern noch einige Zeit ein Problem sein und die globale Wirtschaftsentwicklung beeinträchtigen. Auch die Ausblicke der Unternehmen im Rahmen der Berichtssaison des ersten Quartals könnten enttäuschen.
  • Private Equity: Die Assetklasse Private Equity ist in ihrem aktuellen Umfeld stark risikobehaftet. Der Sektor zeigt eine relative Schwäche und wird von Risiken aus dem Private-Credit-Segment beeinflusst. Zurzeit zeichnet sich ab, dass es vermehrt zu Schwierigkeiten kommt, erfolgreiche Exits umzusetzen.
  • Konsumsektor: Wegen höherer Energiekosten ist davon auszugehen, dass Konsumausgaben unter Druck bleiben. Der Staples-Sektor entwickelt sich relativ gesehen anhaltend schwach.
  • Geplante Börsengänge: Für das laufende Jahr werden verschiedene große Neuemissionen erwartet. Zuletzt verdichteten sich etwa die Hinweise auf einen Börsengang von SpaceX. Diese Emissionen könnten dem Markt Liquidität in hohem Umfang entziehen.

Rechtliche Hinweise

Marketing-Anzeige: Alle hier veröffentlichten Angaben dienen ausschließlich Ihrer Information und stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar. Die in diesem Dokument enthaltenen Aussagen geben die aktuelle Einschätzung der DJE Kapital AG wieder. Diese können sich jederzeit, ohne vorherige Ankündigung, ändern. Alle getroffenen Angaben sind mit Sorgfalt entsprechend dem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Erstellung gemacht worden. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann jedoch keine Gewähr und keine Haftung übernommen werden.

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Die Märkte feiern neue Rekorde – doch im Hintergrund braut sich eine Entwicklung zusammen, die alles verändern könnte. Die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus sorgt laut IEA für eine der größten Energiekrisen aller Zeiten. Gleichzeitig schießen die Preise für Düngemittel und Agrarrohstoffe bereits nach oben.

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