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Jamie Coleman (MFS): Fragiler, aber hochwillkommener Waffenstillstand

3. bis 10. April 2026

Vor den amerikanisch-iranischen Friedensgesprächen in Islamabad am Wochenende legten internationale Aktien diese Woche kräftig zu. Die US-Zehnjahresrendite ging von 4,33% vor dem Osterwochenende auf 4,31% zurück. Das Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate verbilligte sich um 13,50 US-Dollar auf 98,50 US-Dollar. Gemessen an Terminkontrakten auf den CBOE Volatility Index (VIX) fiel die Volatilität von 25,2 auf 20.

Irankrieg

Nur Stunden vor dem angedrohten US-Angriff auf iranische Infrastruktur verständigten sich die beiden Länder auf einen zweiwöchigen Waffenstillstand, bevor am 11. April im pakistanischen Islamabad die Friedensverhandlungen beginnen. Teil der Waffenstillstandsvereinbarung war die Wiedereröffnung der Straße von Hormus, doch wurde bislang nur wenigen Schiffen die Durchfahrt zum Persischen Golf erlaubt. Dem Vernehmen nach fordert der Iran dafür Maut. Wie es heißt, haben China und Pakistan maßgeblich zur Verhandlungsbereitschaft des Iran beigetragen. Der Waffenstillstand ist zwar bisweilen fragil, doch hat der Iran nach einem Bericht des Wall Street Journal seine Nachbarländer seit mehr als 48 Stunden nicht mehr mit Raketen und Drohnen beschossen. Strittig ist, ob er auch für den Libanon gilt. US-Präsident Trump drängt Israels Premier Netanjahu, die Hisbollah im Libanon nicht mehr anzugreifen. Nächste Woche sollen der Libanon und Israel in Washington über eine Entwaffnung der Hisbollah verhandeln.

Am Mittwoch drohte Präsident Trump allen Ländern, die Waffen in den Iran liefern, 50% Zoll an.

Der Nahostkrieg verschärft die Konflikte innerhalb der NATO. So verweigern Spanien und Frankreich den USA die Nutzung von Militärbasen und Luftraum für Angriffe im Nahen Osten. Dem Vernehmen nach erwägt das Weiße Haus, Truppen aus "unkooperativen" Ländern in Staaten zu verlagern, die mehr auf US-Linie liegen. NATO-Generalsekretär Mark Rutte sagte nach einem Treffen mit Trump, dass die Alliierten auf dessen Forderungen nach Unterstützung "etwas langsam" reagiert hätten, jetzt aber nahezu alle US-Wünsche in Bezug auf den Iran erfüllten. Laut Rutte wünscht sich Trump eine rasche Zusage der Alliierten, sich an Patrouillenfahrten in der Straße von Hormus zu beteiligen.

Konjunktur

Überraschend schwacher Anstieg der US-Inflation im März

Weil Benzin teurer wurde, sind die amerikanischen Verbraucherpreise im März um 0,9% z.Vm. gestiegen. Der Kernindex legte zwar nur um überraschend geringe 0,2% zu, aber die monatliche Inflationsrate war die höchste seit Juni 2022. Im Vorjahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 3,3% nach 2,4% im Februar, während der Kernindex um 2,6% zulegte. Volkswirte hatten beim Gesamtindex mit 3,4% Anstieg gerechnet.

Notenbankgouverneur Williams erwartet kaum mehr Inflation durch den Krieg

John Williams, Präsident der New York Fed, erwartet für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von 2,0% bis 2,5%. Außerdem glaubt er, dass die höheren Energiepreise die Kerninflation um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte steigen lassen könnten. Im Laufe des Jahres dürfte die Teuerung aber wieder nachlassen. Die Geldpolitik tue jetzt genau das Richtige.

Anhörung zur Bestätigung von Warsh verschoben

Der Bankenausschuss des US-Senats hat die ursprünglich für den 16. April angesetzte Anhörung zur Bestätigung des designierten Notenbankchefs Kevin Warsh verschoben, offiziell begründet mit administrativen Verzögerungen. Solange das US-Justizministerium wegen der Kostenüberschreitung bei der Renovierung des Fed-Hauptsitzes ermittelt, dürfte der Ausschuss dem Senat kaum die Bestätigung von Warsh vorschlagen. Der republikanische Senator Thom Tillis aus North Carolina hat bereits erklärt, sie bis zum Ende der Untersuchung zu blockieren. Die Amtszeit des derzeitigen Notenbankchefs Jerome Powell endet am 15. Mai. Er hat aber schon angedeutet, bis zur Bestätigung seines Nachfolgers im Amt zu bleiben.

Greer befürwortet amerikanisch-chinesischen Handelsausschuss

Am Dienstag sprach sich der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer für einen amerikanisch-chinesischen Handelsausschuss aus. "Wir wollen gemeinsam mit den Chinesen definieren, welche Güter unproblematisch sind und wie sie gehandelt werden sollen", sagte Greer. Die beiden Seiten könnten sich dann auf die Bereiche konzentrieren, in denen es "noch hakt". Laut Greer ist das amerikanische Defizit im Güterhandel mit China letztes Jahr um 30% auf 130 Milliarden US-Dollar gefallen.

Kurz gefasst

Im März brachen die Einkaufsmanagerindizes (PMIs) wegen des Ölpreisanstiegs aufgrund des Nahostkrieges ein. In den USA stieg die Einkaufspreiskomponente von 63,0 im Vormonat auf 70,7, den höchsten Wert seit Oktober 2022.

Im 4. Quartal 2025 ist die US-Wirtschaft annualisiert nur um 0,5% und nicht wie zunächst geschätzt um 0,7% gewachsen. Der für die Fed wichtigste Inflationsindikator, der PCE-Preisindex, fiel von 3,1% z.Vj. im Januar auf 3,0% im Februar, liegt aber noch immer deutlich über dem 2%-Ziel der Notenbank. Die Bestellungen langlebiger Güter gingen im Februar um 1,4% zurück, ihr Kernindex (ohne Verteidigung und Flugzeuge) stieg um 0,8%.

Am Osterwochenende wurden weitere US-Konjunkturdaten bekannt. Im März stieg die Beschäftigung ohne Landwirtschaft um überraschend starke 178.000. Die Arbeitslosenquote fiel von 4,4% auf 4,3%.

Präsident Trump hat den Kongress aufgefordert, im Haushalt für das Jahr 2027 weitere 441 Milliarden US-Dollar für Verteidigung einzuplanen.

Nach dem Protokoll der März-Offenmarktausschusssitzung war man sich nahezu einig, dass der derzeitige Leitzins angemessen sei. Bei einer veränderten Konjunkturlage könne man dann reagieren. Dem Protokoll zufolge sahen die meisten Sitzungsteilnehmer wegen des Nahostkrieges Inflations- und Arbeitsmarktrisiken gleichermaßen. Eine weitere Abschwächung des Arbeitsmarktes könne Zinssenkungen rechtfertigen. Viele Teilnehmer sagten aber auch, dass die hohe Inflation Erhöhungen nötig machen könne.

Nach Berichten von FactSet Research äußerten sich diese Woche so viele S&P-500-Unternehmen wie seit fünf Jahren nicht mehr zuversichtlich für ihre Gewinne je Aktie.

Laut Wolfe Research wurden in den USA 14% mehr Steuern zurückerstattet als im Vorjahr. Das könnte die Folgen der höheren Energiepreise abfedern.

Analysten von Strategas schätzen den derzeitigen amerikanischen Effektivzoll auf etwa 8,4%, nach 11,0% im Oktober. Annualisiert erheben die USA zurzeit etwa 100 Milliarden US-Dollar weniger Zoll als vor sechs Monaten. Das könnte dem Konsum helfen und die Folgen der steigenden Benzinpreise abmildern.

Nach einem Bericht von Reuters hat Moody's den Ausblick für Business Development Companies auf negativ gesenkt. Private-Capital-Fonds sind mit immer größeren Anteilsscheinrückgaben konfrontiert. Hinzu kommen eine höhere Verschuldung und ein schlechterer Marktzugang.

Nach einem Bericht der Financial Times werden die amerikanischen Rohölexporte im April einen neuen Rekord erreichen, weil asiatische Länder das fehlende Öl aus dem Nahen Osten durch US-Öl ersetzen wollen. Der Ölanalysedienst Kpler rechnet in diesem Monat mit einem Exportanstieg um fast ein Drittel auf 5,2 Millionen Barrel täglich, nach 3,9 Millionen im März.

Das Vereinigte Königreich hat dem Vernehmen nach eine geheime russische U-Boot-Aktion zur Störung der britischen Unterwasserinfrastruktur - Pipelines und Tiefseekabel - aufgedeckt. Zwar gibt es bislang keine Hinweise auf Schäden, doch warnte Verteidigungsminister John Healey die Russen vor "ernsthaften Konsequenzen", sollte es künftig dazu kommen.

Die chinesischen Produzentenpreise sind im März erstmals seit drei Jahren gestiegen, und zwar um 0,5% z.Vj. Die Verbraucherpreise legten um 1% zu.

Kanadas Arbeitslosenquote betrug im März unverändert 6,7%. Letzten Monat wurden gut 14.000 neue Stellen geschaffen, nachdem im Februar fast 84.000 Stellen abgebaut worden waren.

Nach einer ersten Schätzung ist der Konsumklimaindex der University of Michigan im April auf ein Rekordtief von 47,6 gefallen.

Nächste Woche

Montag: Verkäufe von Bestandsimmobilien in den USA

Dienstag: amerikanische Produzentenpreise, japanische Industrieproduktion

Mittwoch: Beige Book der Fed, Industrieproduktion im Euroraum

Donnerstag: Industrieproduktion in den USA, Verbraucherpreise im Euroraum, Industrieproduktion in Großbritannien, BIP, Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion in China

Freitag: Handelsbilanz des Euroraums

Fokussiert und diversifiziert bleiben

Unabhängig vom Marktumfeld halten wir es für sehr wichtig, dass Investoren stark nach Assetklassen diversifizieren. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Ihrem Investmentberater können Sie dazu beitragen, dass Ihr Portfolio angemessen diversifiziert ist und zu Ihren Langfristzielen, Ihrem Zeithorizont und Ihrer Risikobereitschaft passt. Diversifikation garantiert aber keine Gewinne und schützt auch nicht vor Verlusten.

Diese Informationen sowie Nennungen von Unternehmen und Einzelwerten dürfen nicht als Anlageberatung, Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Hinweis auf die Kauf- oder Verkaufsabsichten eines MFS-Produkts aufgefasst werden.

Die hier genannten Einzelwerte können, aber müssen nicht in MFS-Fonds enthalten sein. Eine vollständige Liste aller Einzelwerte von MFS-Portfolios finden Sie in deren aktuellen Jahres-, Halbjahres- oder Quartalsberichten. Vollständige Bestandsübersichten finden Sie auch in den Fondsübersichten im Abschnitt "Produkte" auf mfs.com.

Die hier dargestellten Meinungen sind die von MFS und können sich jederzeit ändern. Prognosen sind keine Garantien.

Die Performance der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

Quellen: MFS Research, Wall Street Journal, Financial Times, Reuters, Bloomberg News, FactSet Research.

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Energiepreisschock - Diese 3 Werte könnten langfristig abräumen!
Die Eskalation im Iran-Konflikt hat die Energiepreise mit voller Wucht nach oben getrieben. Was zunächst nach einer kurzfristigen Reaktion aussah, entwickelt sich zunehmend zu einem strukturellen Problem: Die Straße von Hormus ist blockiert, wichtige LNG- und Ölanlagen stehen still oder werden gezielt angegriffen. Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht – im Gegenteil, die Lage spitzt sich weiter zu.

Für die Weltwirtschaft bedeutet dies wachsende Risiken. Steigende Energiepreise erhöhen den Inflationsdruck, gefährden Zinssenkungen und bringen die ohnehin hoch bewerteten Aktienmärkte ins Wanken. Doch wo Risiken entstehen, ergeben sich auch Chancen.

Denn von einem dauerhaft höheren Energiepreisniveau profitieren nicht nur Öl- und Gasunternehmen. Auch Versorger, erneuerbare Energien sowie ausgewählte Rohstoff- und Agrarwerte rücken in den Fokus. In diesem Umfeld könnten gezielt ausgewählte Unternehmen überdurchschnittlich profitieren – unabhängig davon, ob die Krise anhält oder nicht.

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