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Lange war BioNTech für viele Anleger ein Sorgenkind. Der Rückgang des Corona-Geschäfts drückte auf den Kurs, der Abgang der Gründer sorgte für Unsicherheit. Dann kam der Absturz auf rund 80 Euro. Doch das war offenbar der Wendepunkt. Seither hat sich die Aktie deutlich erholt und erreichte zuletzt die Marke von 100 US-Dollar. BioNTech liefert starke Daten für den Krebswirkstoff T-Pam - ein erster Zulassungsantrag bei der FDA noch in 2026. Wer jetzt genau hinschaut, entdeckt eine Aktie im Wandel, und möglicherweise eine echte Chance.
BioNTech auf dem Weg zum Krebsspezialisten
BioNTech verwandelt sich, denn das Unternehmen baut sein Kerngeschäft konsequent um, die Onkologie steht jetzt im Mittelpunkt. Und die ersten Ergebnisse können sich sehen lassen. Auf dem Jahreskongress der gynäkologischen Onkologie präsentierte BioNTech bemerkenswerte Phase-2-Daten für T-Pam. Bei stark vorbehandelten Patientinnen mit fortgeschrittenem Gebärmutterschleimhautkrebs erzielte das Medikament eine Ansprechrate von knapp 48 Prozent, das progressionsfreie Überleben lag bei 8,1 Monaten. Die herkömmliche Chemotherapie schafft hier gerade mal 15 Prozent und vier Monate. T-Pam wirkte dabei unabhängig vom HER2-Status, deutlich mehr Patientinnen profitieren davon als bei klassischen Ansätzen. Die FDA hat den Wirkstoff bereits mit Fast-Track- und Breakthrough-Therapy-Status ausgezeichnet. Das beschleunigt. Gemeinsam mit Partner DualityBio plant BioNTech den Zulassungsantrag noch 2026. Finanziell ist der Umbau solide abgesichert. Zwar sinkt der Impfstoffumsatz auf 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro. Doch über 17 Milliarden Euro Liquidität geben dem Management den nötigen Spielraum. Für 2026 stehen sieben Daten-Readouts aus späten Studienphasen auf dem Programm.

Charttechnik
Vom Tief bei 80 US-Dollar hat sich die Aktie schnell und kräftig verabschiedet, zuletzt bis auf 100 US-Dollar, ein Anstieg von rund 25 Prozent. Die beiden wichtigen SMAs (50er und 200er) wurden noch nicht geknackt. Diese verlaufen bei knapp 103 und 112 US-Dollar. Wird alleine schon der 50er nachhaltig überwunden, wäre das ein starkes Signal, ein noch stärkeres, wenn der Kurs über den 200er SMA steigt. Nach dem starken Lauf zuletzt sind aber Gewinnmitnahmen gut möglich. Ein Rücksetzer auf 90 US-Dollar würde technisch Sinn ergeben. Dort liegt eine solide Unterstützungszone, und für Nachzügler eine zweite Chance. Gelingt dann der Ausbruch über den 200er, rückt das nächste Ziel bei 120 US-Dollar in den Blick.
Was tun?
Die T-Pam-Daten überzeugen, die FDA-Statusauszeichnungen beschleunigen den Zulassungsweg, und das Liquiditätspolster von 17 Milliarden Euro ist außergewöhnlich stark. Am 5. Mai folgen die Quartalszahlen, am 15. Mai die Hauptversammlung, beides wichtige Wegmarken für das Vertrauen der Anleger. Die Analystenlandschaft bleibt gespalten: Leerink senkte das Kursziel und sieht Risiken bei weiteren Pipeline-Projekten. Berenberg und Morgan Stanley bleiben klar optimistisch. Charttechnisch bietet ein Rücksetzer auf 90 US-Dollar den attraktiveren Einstieg als der aktuelle Kurs. Von dort aus lässt sich auf eine Erholung Richtung 120 US-Dollar setzen. Die Aktie bleibt ein Kaufkandidat für Mutige und Geduldige.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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