(neu: Kurse, weitere Analystenkommentare)
FRANKFURT/NEW YORK (dpa-AFX) - Ein mögliches Zusammengehen mit T-Mobile US hat am Mittwoch die seit einigen Wochen schwächelnden Aktien der Deutschen Telekom nicht gestützt. Vorbörslich noch höher, überwog am Morgen die Skepsis und die T-Aktien gerieten im Xetra-Handel deutlich unter Druck. Zuletzt verloren sie als Schlusslicht im knapp im Plus liegenden Dax 2,9 Prozent auf 27,97 Euro.
Die regulatorischen Hürden für einen möglichen Zusammenschluss seien erheblich, gaben die Analysten von Bernstein Research zu Bedenken. Ohne einen deutlichen Aufschlag auf die Bewertung dürften die Aktionäre von T-Mobile US zudem kaum damit einverstanden sein, hieß es.
Von ihrem Ende Februar markierten Jahreshoch bei über 34 Euro sind die T-Aktien inzwischen ein gutes Stück zurückgefallen. Im Bereich der 26-Euro-Marke sind sie technisch unterstützt, hier hatte sich der Kurs im November und im Januar gefangen.
Der Bonner Konzern erwägt Kreisen zufolge eine vollständige Kombination mit seiner US-Mobilfunktochter. Die Telekom habe über eine Idee diskutiert, bei der eine neue Holdinggesellschaft Gebote für Aktien beider Unternehmen abgeben würde, hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet. Ein solcher Schritt wäre das größte öffentliche Übernahmegeschäft aller Zeiten, hieß es weiter.
Ein Zusammenschluss wäre für die Telekom wertsteigernd, sagte ein Händler. Gleichzeitig könnte die Finanzierung einige Sorgen bereiten und den Kurs belasten, räumte er ein.
Laut der US-Bank JPMorgan dürfte eine solche Transaktion zum Ziel haben, den Bewertungsabschlag der Telekom im Vergleich zur US-Tochter zu beseitigen, mehr Mittel für Zukäufe zur Verfügung zu haben und den weltgrößten Telekommunikationskonzern zu schaffen. Investoren dürften aber überrascht sein und es werde wohl zunächst mehr Fragen als Antworten geben, schrieb Analyst Akhil Dattani in seiner Einschätzung.
Mit Blick auf T-Mobile US seien Anleger jüngst zurückhaltender geworden, schrieb der Experte mit Verweis auf den Aktienüberhang und den zunehmenden Wettbewerb in den USA. Unter einem Aktienüberhang versteht man Positionen, die mit recht hoher Wahrscheinlichkeit verkauft werden und damit kursbelastend wirken können. Dattani sieht die Telekom aber gleichzeitig am Zug, Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Burggraben-Position zu festigen und das Wachstum auf breiter Basis voranzutreiben./ajx/bek/jha/




