DJ S&P Global: Euroraum-Wirtschaft schrumpft im April
Von Andreas Plecko
DOW JONES--Die Eurozone-Wirtschaft ist im April vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs in die Schrumpfungszone abgerutscht. Der Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - fiel auf 48,6 Zähler von 50,7 im Vormonat, wie S&P Global im Zuge der ersten Veröffentlichung berichtete. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten nur einen Rückgang auf 50,0 Punkte vorhergesagt.
Oberhalb von 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter deutet es auf eine Schrumpfung. Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes fiel auf 52,2 Punkte von 51,6 im Vormonat. Volkswirte hatten einen stärkeren Rückgang auf 50,7 Zähler prognostiziert. Der Index für den Servicesektor fiel auf 47,4 Punkte von 50,2 im Vormonat. Ökonomen hatten einen Rückgang auf 49,5 Punkte erwartet.
Der Inflationsdruck nahm weiter zu, da sowohl die Ein- als auch die Verkaufspreise angesichts des Kriegs im Nahen Osten so deutlich stiegen wie seit über drei Jahren nicht mehr. Der Krieg war auch der Grund für massive Unterbrechungen in den Lieferketten, weswegen sich die Lieferzeiten im verarbeitenden Gewerbe so stark verlängerten wie zuletzt Mitte 2022. Die Zuversicht ließ dementsprechend nach und die Beschäftigung sank leicht.
Deutschland verbuchte das erste Minus seit elf Monaten, während die Kontraktionsrate in Frankreich so deutlich ausfiel wie zuletzt im Februar 2025. Die übrigen Länder der Eurozone verzeichneten einen leichten Rückgang.
"Die Eurozone sieht sich aufgrund des Krieges im Nahen Osten mit konjunkturellen Problemen konfrontiert, was die politischen Entscheidungsträger vor große Herausforderungen stellt", kommentierte Chris Williamson, Chief Business Economist bei S&P Global Market Intelligence. "Der Konflikt hat die Wirtschaft im April schrumpfen und gleichzeitig die Inflation sprunghaft ansteigen lassen. Zudem drohen die zunehmenden Lieferengpässe, das Wachstum in den kommenden Wochen weiter zu dämpfen und die Preise weiter in die Höhe zu treiben."
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April 23, 2026 04:20 ET (08:20 GMT)
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