DJ EZB unterzeichnet Vertrag mit europäischen Standardsetzern
Von Hans Bentzien
DOW JONES--Die Europäische Zentralbank (EZB) hat Vereinbarungen mit drei europäischen Standardisierungsorganisationen - ECPC, nexo standards und der Berlin Group - unterzeichnet. Ziel ist es, bestehende offene technische Standards, die allen Interessengruppen zugänglich sind, für die Abwicklung von Online-Zahlungen mit dem digitalen Euro zu verwenden, wie sie mitteilte.
Die Standards umfassen:
1. CPACE-Standards (entwickelt von ECPC): Unterstützen kontaktlose "Tap-to-Pay"-Zahlungen mittels Nahfeldkommunikation (NFC) zwischen einem Zahlungsgerät und einem Terminal.
2. Nexo Standards-Spezifikationen: Verbinden die Systeme von Händlern mit den Backend-Systemen von Zahlungsdienstleistern und Acquirern. Sie werden beispielsweise zur Unterstützung der Zahlungsakzeptanz und für Geldautomatentransaktionen eingesetzt.
3. Berlin Group-Standards: Ermöglichen Zahlungen unter Verwendung eines Alias (wie einer Mobiltelefonnummer) und unterstützen Kontostandsabfragen sowie den Abgleich über mobile Geräte sowie die Zahlungsakzeptanz, etwa bei Transaktionen mit dem digitalen Euro in Händler-Apps auf Smartphones.
Die Standards wurden gemeinsam mit Marktteilnehmern ausgewählt, die in der Rulebook Development Group vertreten sind, und erfüllen die Ziele der Zahlungsverkehrsstrategie des Eurosystems. Weitere Standards könnten in Zukunft folgen, vorbehaltlich der Genehmigung durch den EZB-Rat.
Durch die Nutzung dieser offenen Standards und die enge Zusammenarbeit mit den jeweiligen Standardisierungsgremien will die EZB die Einführungskosten für den Markt mindern und eine frühzeitige Koordinierung zwischen allen beteiligten Akteuren, einschließlich Zahlungsdienstleistern und Standardisierungsinstanzen, fördern.
Freier Zugang, Kostenminimierung und Koordination sind besonders wichtig, da es Europa derzeit an einem universell verfügbaren offenen Standard mangelt, der flächendeckend an Zahlungsterminals unterstützt wird. Stattdessen besteht eine starke Abhängigkeit von proprietären Standards internationaler Kartensysteme und globaler digitaler Geldbörsen (Wallets).
Die Verwendung weit verbreiteter europäischer Standards wird die Akzeptanz des digitalen Euro vereinfachen und ein einheitliches Nutzererlebnis im gesamten Euroraum schaffen. Gleichzeitig ermöglicht dies europäischen Zahlungssystemen, geografisch zu expandieren. So könnte beispielsweise ein nationales Kartensystem seine Geschäftstätigkeit auf Verkaufsstellen (POS) außerhalb seines Heimatmarktes ausweiten, ohne dass technische Upgrades der POS-Terminals erforderlich sind.
Die Vorteile des Standards für den digitalen Euro werden nach EZB-Angaben bereits vor der eigentlichen Ausgabe zum Tragen kommen. Sobald die EU-Gesetzgeber die Verordnung über den digitalen Euro verabschieden - was angesichts des Status als gesetzliches Zahlungsmittel die Gewissheit schafft, dass die Standards im gesamten Euroraum gelten -, könnten europäische Anbieter von Zahlungslösungen über nationale Grenzen hinaus skalieren.
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April 24, 2026 05:30 ET (09:30 GMT)
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