DJ PRESSESPIEGEL/Unternehmen
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
HANNOVER RÜCK - Die Hannover Rück rüstet sich für ein raueres Geschäftsumfeld. Der weltweit drittgrößte Rückversicherer, der 2026 auf einen weiteren Rekordgewinn zusteuert, spürt einen intensiveren Preiswettbewerb. Das Unternehmen erwägt, 2026 erneut Verluste aus der Veräußerung von Zinstiteln im Kapitalanlagebestand zu realisieren und die Mittel aus den alten Papieren in höher rentierliche Anlagen zu investieren. Der Verlauf des Geschäftsjahres müsse abgewartet werden, er wolle das aber nicht ausschließen, sagt Finanzvorstand Christian Hermelingmeier im Interview der Börsen-Zeitung. Der Schritt soll sich positiv auf künftige Kapitalanlageergebnisse auswirken. "Auch dadurch sichern wir über den Preiszyklus hinaus kontinuierliches Ergebniswachstum." Da sich die zugrunde liegende Profitabilität 2025 günstig entwickelt habe, hatte sich der mehrheitlich zum Talanx-Konzern gehörende Rückversicherer entschieden, stille Lasten von fast 600 Millionen Euro aus dem Portfolio festverzinslicher Wertpapiere zu heben. Die Erlöse daraus wurden zu besseren Konditionen wieder angelegt. (Börsen-Zeitung)
COMMERZBANK - Die Commerzbank durchlebt turbulente Zeiten. Der italienische Konkurrent und Großaktionär Unicredit hat die Entwicklung des Frankfurter Instituts diese Woche scharf kritisiert und damit auch viele Beschäftigte verunsichert. Gleichzeitig arbeitet das Management um Vorstandschefin Bettina Orlopp an neuen mittelfristigen Zielen. Im Zuge ihrer aktualisierten Strategie plant die Commerzbank auch die Streichung weiterer Arbeitsplätze, sagten mehrere mit dem Thema vertraute Personen dem Handelsblatt. Wie groß der Stellenabbau ausfalle, sei noch nicht entschieden worden und müsse auch noch mit den Arbeitnehmervertretern diskutiert werden. Orlopp steht dabei vor einer schwierigen Aufgabe: Einerseits muss sie die Investoren mit ambitionierten Zielen davon überzeugen, dass eine eigenständige Commerzbank für die Aktionäre attraktiver ist als ein Verkauf an Unicredit. (Handelsblatt)
VOLKSWAGEN - Vor der Aufsichtsratssitzung bei VW am Montag hat der Vorstand um Konzernchef Oliver Blume den Kontrolleuren ein radikales Zielbild zur Diskussion vorgelegt. Das 160 Seiten starke Papier, das das Management mit Beratern der Boston Consulting Group (BCG) erarbeitet hat, listet zahlreiche Maßnahmen auf, die Deutschlands größten Autobauer aus der Krise führen sollen. Intern ist von rund einem Dutzend Modulen die Rede, die ineinandergreifen: Das Produktportfolio soll deutlich ausgedünnt, Plattformen sollen vereinfacht und Varianten reduziert werden. Volumina werden neu verteilt, Beteiligungen geprüft, die Komplexität insgesamt wird verringert. Erstmals werden auch deutsche Werke als strukturelle Problemfälle benannt. (Handelsblatt)
MUTARES - Als Mutares Amaneos im März 2023 gründete, war der Zeitplan klar: Der Autozulieferer soll binnen zwei Jahren börsenreif gemacht werden, und dann soll ein gutes Zeitfenster für den Gang aufs Parkett abgewartet werden. Es sollte "der nächste große Börsengang der Mutares" werden, kündigte Vorstandsmitglied Johannes Laumann an. Das Börsenumfeld ist für einen Autozulieferer noch immer alles andere als rosig. Aber selbst wenn die Stimmung gnädig wäre, so ist Amaneos noch nicht börsenreif, wie Laumann im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) deutlich macht. "Wir sind im Großteil der Amaneos-Gruppe mit der Entwicklung ganz zufrieden", sagt der Manager im Videogespräch. An einer Stelle aber laufe es nicht gut, in einem Geschäft nämlich, das Mutares von Mann+Hummel erworben hatte. Insgesamt ist die Situation der Autozulieferbranche schwierig. Durch eine Reihe von Makrofaktoren sei Amaneos "nicht so schnell vorangekommen, wie ich das vielleicht vor zwei, drei Jahren erwartet hätte", sagt Laumann. Bis 2027 oder 2028 dürfte Mutares an Amaneos noch festhalten. (FAZ)
SPARKASSEN - Der erwartete Bevölkerungsrückgang in vielen Regionen Deutschlands gefährdet das Geschäft der Sparkassen. Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft PwC, die dem Handelsblatt vorliegt, könnten die Institute bis 2045 12 Prozent ihrer Kunden verlieren. Einzelne Sparkassen laufen sogar Gefahr, dann 30 Prozent weniger Kunden zu haben. Für die Volks- und Raiffeisenbanken, die ebenfalls an ihr regionales Geschäftsgebiet gebunden sind, gibt es laut PwC ähnliche Gefahren, allerdings werde ihre Kundenbasis weniger stark zurückgehen. (Handelsblatt)
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April 27, 2026 00:35 ET (04:35 GMT)
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