FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Deutsche Börse hat im ersten Quartal dank guter Geschäfte rund um Finanzmarkt-Produkte deutlich mehr verdient. Finanzchef Jens Schulte sieht den Konzern damit "voll auf Kurs", seine Jahresziele für 2026 zu erreichen. An der Börse legte die Aktie moderat zu.
Für die Papiere ging es am Dienstag im frühen Handel zuletzt 0,8 Prozent nach oben. Im bisherigen Jahresverlauf haben sie damit rund ein Fünftel hinzugewonnen.
Für Tom Mills vom Analysehaus Jefferies hat die Deutsche Börse die zuletzt gestiegenen Erwartungen im ersten Quartal ein wenig übertroffen. Unter dem Strich sei es ein starker Jahresauftakt gewesen. Mills erinnerte aber an den starken Lauf der Aktien seit dem Zwischentief im Februar.
Laut Grace Dargan von Barclays lag das operative Ergebnis dank höherer Erträge um 2 Prozent über dem vom konzern veröffentlichten Konsens. Auch Analyst Oliver Carruthers von der US-Investmentbank Goldman Sachs verwies auf die leicht übertroffenen Markterwartungen.
Die Nettoerlöse ohne das zinsabhängige sogenannte Treasury-Ergebnis stiegen im Quartal um zwölf Prozent auf rund 1,43 Milliarden Euro, wie der im Dax notierte Konzern bereits am Montagabend nach Börsenschluss in Frankfurt mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um zehn Prozent auf den Rekordwert von 1,0 Milliarden Euro zu. Ohne das Treasury-Ergebnis wuchs der operative Gewinn um 18 Prozent auf 803 Millionen Euro. Damit wurden die Erwartungen von Analysten übertroffen. Unter dem Strich verdiente die Deutsche Börse nach Anteilen Dritter 585 Millionen Euro und damit elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Für das laufende Jahr erwartet der Vorstand um Konzernchef Stephan Leithner weiter Nettoerlöse ohne das Treasury-Ergebnis von 5,7 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 3,1 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr wurden hier Nettoerlöse von 5,2 Milliarden Euro und ein operativer Gewinn ohne Treasury-Ergebnis von 2,7 Milliarden Euro verbucht.
Die Deutsche Börse baut seit einiger Zeit ihr Geschäft außerhalb der Aktienmärkte stark aus, um unabhängiger von den Schwankungen dort zu werden. Im Februar kündigte der Betreiber von Handelsplattformen und Abwicklungssystemen die vollständige Übernahme des US-Daten- und Indexanbieters ISS Stoxx für 1,1 Milliarden Euro an. Dabei kauft die Deutsche Börse, die bereits 80 Prozent der Anteile an dem Unternehmen hält, vom Finanzinvestor General Atlantic die übrigen 20 Prozent.
Bereits im Januar hatte der Konzern mitgeteilt, die Fondsplattform Allfunds für etwas mehr als fünf Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Dies wäre die größte Übernahme in der Geschichte des Unternehmens. Der Vollzug wird allerdings wegen notwendiger aufsichtsrechtlicher Genehmigungen erst für 2027 erwartet./err/niw/nas




