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Der dänische Pharmariese wird am Mittwoch seine Quartalszahlen vorlegen. Mit Blick auf den Chart der Aktie hat sich zuletzt einiges zum Positiven gewendet.
Für Novo Nordisk wird es am Mittwoch ernst
Am Mittwochmorgen wird Novo Nordisk seine Zahlen zum abgelaufenen Quartal vorlegen. Die Erwartungen sind nach der Enttäuschung vor drei Monaten inzwischen überschaubar. Anlegerinnen und Anleger kennen die operativen Herausforderungen des Konzerns, insbesondere aufgrund des hohen Wettbewerbs- und Margendrucks, längst und haben ihre Hoffnungen bezüglich zukünftigen Wachstums längst angepasst. Das beweist auch die mit einem KGVe 2026 von 13,2 überschaubare Bewertung insbesondere im Vergleich mit dem direkten Rivalen Eli Lilly, der auf ein geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 29 kommt.
Gegenüber dem Vorjahresquartal erwarten Analystinnen und Analysten einen Umsatzrückgang von 11,83 auf 11,26 Milliarden US-Dollar (-4,8 Prozent). Dafür könnte der bereinigte Gewinn pro Aktie weiter zugelegt haben. Prognostiziert sind nach 0,99 US-Dollar vor einem Jahr 1,10 US-Dollar (Non-GAAP). Zahlen über den Erwartungen und ein positiver Ausblick, idealerweise mit Wachstumsprognose, könnte einen stark steigenden Kurs der Aktie zur Folge haben.

Mit Blick auf den Chart ist die Ausgangslage konstruktiv. Die Aktie hinkt dem Gesamtmarkt sowie vielen anderen Werten aus der Pharma- und Biotechnologiebranche zwar weiter hinterher, doch ein Boden zeichnet sich nach jüngst erfolgreich überwundenen Schwierigkeiten immer deutlicher ab. Kann Novo Nordisk mit seinen Zahlen überzeugen, könnte ein wichtiger Widerstandsbereich überwunden werden. Andernfalls gilt es erneut Ausschau nach unten zu halten.

Bodenbildung geglückt, Erholung inzwischen angelaufen
Übergeordnet befindet sich die Novo-Nordisk-Aktie in einem mehrjährigen Abwärtstrend. Auch in den vergangenen 12 Monaten handelte das Papier mit anhaltenden Verluste. Im Bereich von 300 Dänischen Kronen (DKK; 40,15 Euro) war es zwischenzeitlich zwar zu einem vielversprechenden Bodenbildungsversuch gekommen, der hielt dem Verkaufsdruck nach einem gescheiterten Ausbruchsversuch und der Enttäuschung über die im Februar vorgelegten Quartalszahlen jedoch nicht stand.
Erst im Bereich von 250 DKK (33,46 Euro) traf die Aktie auf erstes Kaufinteresse, während sich nach überverkauften Zuständen im Relative-Stärke-Index (RSI) bei 230 DKK ein Doppelboden gebildet hat. Ausgehend hiervon konnte ein kurzfristiger Erholungstrend gestartet werden, der zeitweise aber an der 50-Tage-Linie zu scheitern drohte. Dass diese doch überwunden werden konnte, war vor allem den Aufwärtstrends der technischen Indikatoren zu verdanken, die von Schwäche zu Stärke gewechselt haben.
Ausbruch nach oben technisch wahrscheinlich, ...
Der Sprung über die 50-Tage-Linie markierte ein erstes prozyklisches Kaufsignal, mit dem Vorzeichenwechsel des Trendstärkeindikators MACD über die Nulllinie, der damit wieder einen Aufwärtstrend der Aktie anzeigt, liegt ein zweites vor. Das ist eine konstruktive Ausgangslage für einen Angriff auf den alten Widerstandsbereich zwischen 285 und 300 DKK.
Die Chancen, dass dieser überwunden werden kann, stehen gut. Der MACD zeigt einen beschleunigten Aufwärtstrend an, während der RSI einerseits im fortgeschrittenen Bereich angelangt ist, damit andererseits aber viel Rückenwind liefert.
Oberhalb des gegenwärtigen Widerstandsbereichs warten die nächsten Hindernisse bei 320 DKK (42,82 Euro), wo aktuell die 200-Tage-Linie als langfristige Trend bestimmende Widerstandslinie verläuft sowie im Bereich von 400 DKK (53,53 Euro) spätestens oberhalb dieser Linie dürfte die Trendwende als bestätigt gelten. Um dieses Setup nicht zu gefährden, sollte Novo Nordisk aber nicht mehr nachhaltig unter 250 DKK fallen.
Fazit: ... wenn Novo Nordisk nicht erneut enttäuscht!
Für die Aktie ist gegenwärtig eine Kursbewegung von bis zu 7,4 Prozent eingepreist. In voller Höhe würde das sowohl für einen Ausbruch nach oben als auch nach unten genügen. Es steht für Novo Nordisk am Mittwoch also einiges auf dem Spiel. Die gegenwärtig besseren Karten haben aus technischer Perspektive die Bullen, welche sich aber auf fundamentalen Gegenwind einstellen müssen, sollten die Dänen mit ihren Zahlen erneut enttäuschen.
Wer bereits investiert ist, lässt seine Position laufen und drückt dem Unternehmen für gute Zahlen und eine positive Reaktion des Marktes die Daumen. Wer noch nicht investiert ist, könnte nach dem Mittwoch einen Ausbruch zur Oberseite kaufen und auf eine Anschlussrallye setzen. Sollte Novo Nordisk erneut abverkauft werden, sollte nicht direkt zugeschlagen, sondern eine weitere Bodenbildung abgewartet werden.
Gastautor: Max Gross

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