
© Foto: André François McKenzie auf Unsplash (Symbolbild)
Ein Nettoverlust von fast 13 Milliarden US-Dollar, und die Aktie dreht ins Plus. Klingt absurd? Nicht, wenn man versteht, wie Strategy tickt. Das Unternehmen von Michael Saylor hat sich zur weltgrößten Bitcoin-Schatzkammer der Welt entwickelt und kauft unbeirrt weiter. Im ersten Quartal 2026 hielt der Konzern bereits 818.334 Bitcoin, fast vier Prozent aller jemals existierenden Coins. Dabei bricht Strategy gerade mit einem seiner heiligsten Grundsätze: dem ewigen "Never Sell". Was steckt dahinter? Wo läuft die Aktie charttechnisch gerade hin? Und lohnt sich ein Einstieg noch? Die Antworten überraschen.
Quartalszahlen mit Sprengkraft
Strategy hat die Bücher für das erste Quartal 2026 geöffnet, und auf den ersten Blick sehen die Zahlen verheerend aus. Der Verlust je Aktie lag bei 38,25 US-Dollar. Analysten hatten mit rund 19 US-Dollar gerechnet, also nur der Hälfte. Der Hauptgrund: eine buchhalterische Abschreibung von 14,46 Milliarden US-Dollar auf die Bitcoin-Bestände, ausgelöst durch den Kursrückgang zu Jahresbeginn. Doch wer nur auf diese Zahl schaut, verpasst das andere Bild. Der operative Softwareumsatz wuchs um knapp zwölf Prozent auf 124,3 Millionen US-Dollar, über den Erwartungen. Die Bruttomarge liegt solide bei 67 Prozent. Auch wenn die Softwaresparte nur ein "Anhängsel" gegenüber der Bitcoin-Sparte ist, aber immerhin im Plus. Das Unternehmen hält mittlerweile 818.334 Bitcoin mit einem Einstandspreis von rund 61,8 Milliarden US-Dollar. Der aktuelle Marktwert übersteigt den Buchwert bereits wieder. Strategy hat außerdem in diesem Jahr bereits 11,68 Milliarden US-Dollar über Kapitalmarktinstrumente eingesammelt, und einen Teil davon direkt in Bitcoin umgewandelt. Das Geschäftsmodell funktioniert. Es ist nur anders als alles, was man sonst kennt.

Charttechnik
Die Aktie hat sich seit dem Tief vom Februar 2026 bei rund 104 US-Dollar erholt und notiert aktuell wieder oberhalb des 50-Tage-Durchschnitts, ein technisch positives Signal. Jetzt kommt es auf eine entscheidende Marke an: die 200-US-Dollar-Zone. Gelingt der Ausbruch darüber mit Volumen, öffnet sich charttechnisch der Weg in Richtung 300 US-Dollar. Das 52-Wochen-Hoch aus dem Juli 2025 bei 457 US-Dollar zeigt, welches Potenzial grundsätzlich vorhanden ist. Wer einsteigt, sollte aber konsequent einen Stopp-Loss setzen, sinnvoll wäre ein Niveau knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt, also bei etwa 155 bis 160 US-Dollar. Ohne Absicherung ist das Risiko-Ertrags-Verhältnis schlicht zu ungünstig.
Was tun?
Strategy ist kein klassisches Investment, wie bei einer Dt. Telekom oder einer Siemens, das muss man klar sagen. Die Verluste kommen, solange Bitcoin schwächelt. Und ein neues Risiko verdient besondere Aufmerksamkeit: Quantencomputer. Sollte diese Technologie irgendwann in der Lage sein, klassische Kryptografieverschlüsselung zu knacken, würde das die Sicherheitsgrundlage des Bitcoin-Netzwerks erschüttern, und damit Strategy direkt treffen. Das ist heute noch kein akutes Problem, aber ein langfristiger Risikofaktor, den kein seriöser Anleger ignorieren sollte. Auf der anderen Seite steht ein Unternehmen, das konsequent seine Strategie umsetzt, das Kapitalmarktinstrumente mit echter Nachfrage platziert und das Wachstum bei Bitcoin pro Aktie als zentrales Ziel definiert hat. CEO Phong Le hat zudem klargestellt, dass Strategy künftig aktiver mit seinen Beständen wirtschaften will, kein blindes Horten mehr, sondern gezieltes Management für Aktionärswert. Wer die Volatilität aushält und an Bitcoin glaubt, findet in Strategy einen der direktesten Hebel am Markt. Ein gestaffelter Einstieg, teils jetzt, teils nach einem bestätigten Ausbruch über 200 US-Dollar, erscheint dabei "vernünftiger" als eine Alles-oder-nichts-Entscheidung. Stopp-Loss nicht vergessen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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