DJ Evonik übertrifft Markterwartungen und sieht starkes zweites Quartal
Von Olaf Ridder
DOW JONES--Evonik Industries hat im Auftaktquartal deutlich weniger verdient als im Vorjahreszeitraum, das selbstgesteckte Ziel und die Markterwartung allerdings übertroffen und die Jahresprognose bestätigt. "Das erste Quartal war zwar nicht gut, aber es war besser, als wir erwartet hatten, vor allem zum Ende hin", sagt Claus Rettig, der bis Ende April für das Finanzressort zuständig war. "Das gibt uns etwas mehr Zuversicht verglichen mit dem Jahresbeginn."
Seit März verzeichnete der Essener Spezialchemiekonzern in einigen Geschäften höhere Verkaufsvolumina. Der Krieg im Nahen Osten habe zwar für Preissprünge bei einigen wichtigen Ausgangsstoffen und Energieträgern geführt, kurzfristig aber auch zu Vorratskäufen bei den Kunden des Unternehmens.
Das dürfte für Rückenwind im zweiten Quartal sorgen, erklärte Evonik. Es könnte das stärkste Quartal im Jahr 2026 werden. In der zweiten Jahreshälfte seien höhere Inflationsraten zu erwarten, die Konsum und Investitionen beeinträchtigen könnten. Auch dürften die Kosten für Energie und Rohstoffe voraussichtlich höher ausfallen als ursprünglich angenommen.
Evonik stellte für das zweite Quartal einen deutlichen Gewinnanstieg in Aussicht. Erwartet werde ein bereinigtes EBITDA von wenigstens 550 Millionen Euro verglichen mit dem Vorjahreswert von 509 Millionen Euro.
Im Auftaktquartal sank das bereinigte EBITDA um 15 Prozent auf 475 Millionen Euro und damit weniger stark als vom Markt mit 448 Millionen Euro erwartet. Evonik selbst hatte rund 450 Millionen in Aussicht gestellt.
Der Umsatz gab um 9 Prozent auf 3,43 Milliarden Euro nach. Analysten rechneten im Konsens von Vara Research mit 3,48 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte des Rückgangs ist Folge ungünstiger Wechselkurse. Die Mengen sanken um 2 Prozent, die Preise um 1 Prozent.
Netto und nach Anteilen anderer Gesellschafter verdiente Evonik auf bereinigter Basis 158 Millionen Euro - nach 275 Millionen Euro im Jahr zuvor. Hier lautete der Konsens auf 125 Millionen.
Für 2026 strebt das Unternehmen weiterhin ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro an. Das wäre im Mittelpunkt der Spanne ein stabiles Ergebnis.
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May 08, 2026 01:00 ET (05:00 GMT)
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