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Am Mittwoch wird die Deutsche Telekom ihre Zahlen zum abgelaufenen Quartal vorstellen. Der Aktienkurs bietet schon jetzt Anlass zur Hoffnung auf Besserung.
Deutsche-Telekom-Aktie vor den Zahlen mit Stabilisierung
Anlegerinnen und Anleger der Deutschen Telekom hatten in diesem Börsenjahr nicht viel zu lachen - zumindest nicht nachhaltig. Zwar starteten die Anteile sehr stark, doch seit Anfang Februar ist der Wurm drin, sodass nach einer scharfen Korrektur in den vergangenen Wochen ein Minus von rund einem Prozent zu Buche steht. Wenigstens ein kleiner Trost: Im deutschen Leitindex DAX sowie bei den Aktien vieler Mitbewerber sieht es angesichts der mit dem Ölpreis stark gestiegenen Anleiherenditen derzeit kaum besser aus.
Die Ankündigung am Montag, man werde künftig gemeinsam mit dem deutschen Rüstungsprimus Rheinmetall im Bereich Drohnenabwehr zusammenarbeiten, blieb bislang folgenlos. Am Mittag notierte die Telekom-Aktie nach einem zwischenzeitlich starken Wochenauftakt kaum verändert.
Damit richtet sich die Aufmerksamkeit auf die am Mittwochmorgen erwarteten Quartalszahlen. Die könnten durchaus neue, positive Impulse liefern, denn in der Branche läuft es grundsätzlich nicht schlecht, wie das von Mitbewerber Orange vor rund zwei Wochen vorgelegte Ergebnis gezeigt hat. Aus charttechnischer Perspektive jedenfalls wäre die Aktie bereit für eine Erholung. Die Deutsche Telekom muss ihre Chance jetzt nur noch verwandeln.

Hohe Verluste: Der Branchentrend zeigte zuletzt klar nach unten
Langfristig befindet sich die Aktie der Deutschen Telekom in einem mehrjährigen Aufwärtstrend. Gegenüber dem im vergangenen Jahr bei 35,91 Euro markierten Mehrjahreshoch liegt jedoch ein Abwärtstrend vor, wenngleich die im vergangenen Jahr das Kursgeschehen bestimmende Trendlinie inzwischen überwunden werden konnte.
Die steile Rallye zum Jahresauftakt führte zwar zur Rückeroberung der gleitenden Durchschnitte und damit zu frischen Kaufsignalen, welche durch das Golden Cross Mitte Februar bestätigt wurden. Im Bereich von 34 Euro fehlte es jedoch an Anschlusskäufen, auch weil der Relative-Stärke-Index (RSI) zu diesem Zeitpunkt bereits überkauft war. Dadurch kam es zu einem Lower High und einer anschließenden Trendwende, die mit Blick auf andere Telekommunikationsaktien wie AT&T, T-Mobile US und Verizon Teil einer branchenweiten Entwicklung war.
Dadurch mussten die zuvor überwundenen Durchschnittslinien ebenso wie zahlreiche Horizontalunterstützungen aufgegeben werden. Erst im Bereich der Unterstützung zwischen 26,00 und 26,50 Euro ist die Telekom-Aktie wieder auf Kaufinteresse gestoßen. Für diese Kursniveaus waren die Anteile unter Berücksichtigung des RSI überverkauft. Dieser hat außerdem einen kleinen Boden gebildet und damit bullishe Divergenzen geliefert.
Schöner Boden mit klar erkennbarer Aufwärtschance
Auch im Trendstärkeindikator MACD ist ein erstes Entspannungssignal gelungen. Dieser konnte sich über seine (rote) Signallinie verbessern. Er zeigt zwar weiterhin einen Abwärtstrend an, deutet aber auf den Verlust von Verkaufsdynamik hin. Die Aktie hat das mit einer ersten Gegenbewegung in den vergangenen Tagen unterstrichen. Diese könnte jetzt in eine größere Erholungsbewegung münden, wenn der Widerstandsbereich bei 28 Euro aus dem Weg geräumt werden kann. Platz läge dann bis rund 30 Euro vor, wo mit den gleitenden Durchschnitten und einer horizontaler Hürde ein ganzes Widerstandscluster vorliegt.
Der zuletzt gebildete Mehrfachboden, die bullishen Divergenzen im RSI sowie das Entspannungssignal im MACD befürworten einen Anstieg in diesen Bereich. Es liegt allerdings auch das Risiko vor, dass sich der jüngste Erholungstrend als Teil einer Bärenflagge und diese als Trendfortsetzungssignal entpuppt. Das wäre bei einem nachhaltigen Unterschreiten von 26 Euro der Fall. In diesem Szenario sollten Anlegerinnen und Anleger die Notbremse ziehen und einen erneuten Einstieg auf deutlich niedrigeren Kursniveaus suchen. Prozyklische Anlegerinnen und Anleger warten dagegen einen Ausbruch über 30 Euro ab.
Fazit: Ausgangslage verbessert, Vorentscheidung fällt am Mittwoch
Bei der Aktie der Deutschen Telekom liegt inzwischen eine klar erkennbare Bodenbildung mit ersten Entspannungssignalen in den technischen Indikatoren vor. An prozyklischen Kaufsignalen fehlt es aber noch. Antizyklisch agierende Anlegerinnen und Anleger können jetzt mit einem Stopp-Loss unterhalb von 26 Euro einsteigen, während prozyklisch handelnde Investoren einen Anstieg über 28 beziehungsweise besser über 30 Euro abwarten.
Trotz der verbesserten charttechnischen Ausgangslage kommt den Zahlen am Mittwoch vorentscheidende Wirkung zu, da sie für eine Auflösung des kurzfristigen Erholungstrends entweder nach oben oder nach unten (Bärenflagge) sorgen dürften. Am Optionsmarkt ist eine Kursbewegung von ±4,1 Prozent eingepreist.
Gastautor: Max Gross
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