
© Foto: He Junhui auf Unsplash (Symbolbild)
Xiaomi macht vieles richtig, so scheint es, und doch: die Börse ignoriert es fast komplett. Das Elektroauto SU7 läuft, der Hochleistungs-SUV YU7 GT steht in den Startlöchern. Trotzdem: Die Aktie liegt seit Jahresbeginn im Minus. Irgendwie ein klassisches Bild: operative Stärke, schwacher Kurs. Wer jetzt genauer hinschaut, entdeckt aber einen Wert, der charttechnisch erste Lebenszeichen zeigt. Der RSI klettert langsam aus dem überverkauften Bereich. Die Quartalszahlen am 26. Mai könnten möglicherweise der Zünder sein. Ob Comeback oder Fehlsignal, das Chance-Risiko-Verhältnis beginnt interessant zu werden.
Von Elektroautos, Milliarden-Rückkäufen und einer Aktie, die langsam aufwacht
Xiaomi ist längst mehr als ein Smartphone-Hersteller. Er mischt in so vielen Bereichen mittlerweile mit. Der chinesische Konzern baut Elektroautos, entwickelt eigene KI-Modelle und bereitet den Einstieg in den europäischen Markt vor, inklusive Forschungszentrum in München, besetzt mit Ingenieuren aus dem Umfeld von BMW, Porsche und Mercedes-Benz. Das Jahresziel: 550.000 Fahrzeugauslieferungen. Der SU7 läuft gut, allein im April wurden über 30.000 Einheiten übergeben. Und Ende Mai soll mit dem YU7 GT der nächste Hochleistungs-SUV folgen. Im Smartphone-Segment setzt Xiaomi mittlerweile auch vermehrt bewusst auf teurere Modelle, um die Margen zu verbessern. Goldman Sachs erwartet, dass der Konzern die Gewinnerwartungen im ersten Quartal übertrifft, und hält an seiner Kaufempfehlung fest. HSBC hob das Kursziel auf 54 Hongkong-Dollar an.

Charttechnik
Der Kurs litt zuletzt stark. Mit rund 3,40 Euro liegt die Aktie deutlich unter der 200-Tage-Linie bei 4,65 Euro. Kein schönes Bild! Aber es gibt Hoffnung, denn der RSI hat sich nach einer längeren Phase im überverkauften Bereich auf rund 35 Punkte erholt. Das klingt immer noch nach wenig, ist aber ein erstes Lebenszeichen und schürt Hoffnung auf eine Trendwende und somit einen charttechnischen Rebound. Solche Signale bedeuten nicht zwingend sofortiges Kaufen, ein Fehlsignal ist möglich, und die Korrektur könnte dann sogar noch beschleunigt bis 2,50 Euro laufen. Beschleunigt deshalb, weil einige auf dem falschen Fuß erwischt wurden und dann ihre Positionen zu tieferen Kursen glattstellen dürften. Wer dennoch einsteigen will, sollte das besser gestaffelt tun: lieber in mehreren Tranchen kaufen, statt alles auf einmal zu riskieren. Das Kursziel könnte man aufgrund des Chartbildes bei 4,00 Euro ansiedeln. Das wäre ein stattliches Aufwärtspotenzial.
Was tun?
Die Lage ist komplex, teils schwierig, aber sicherlich nicht hoffnungslos. Operativ liefert Xiaomi nämlich: starke Elektroauto-Verkäufe, Margenstabilität im Smartphone-Segment, ambitionierte Pläne für Europa. Die Quartalszahlen am 26. Mai werden zeigen, ob die hohen Verkaufspreise bei Smartphones auch wirklich in Gewinn münden. Charttechnisch bleibt Vorsicht geboten, auch wenn der RSI nach oben dreht, denn auch dies könnte sich, wie schon des Öfteren in der Vergangenheit, als Fehlsignal entpuppen. Wer langfristig denkt und Geduld mitbringt, kann erste Positionen aufbauen, aber besser gestaffelt, mit klarem Stoploss-Gedanken und Blick auf die 2,50-Euro-Marke als mögliche Nachkaufzone. Für risikofreudigere Anleger bietet Xiaomi eine echte Chance, vorausgesetzt, die Zahlen Ende Mai überzeugen. Vorsichtige Investoren warten besser noch ab. Kursziel: 4,00 Euro. Spannend!
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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