
© Foto: (Symbolbild) von Federico Beccari auf Unsplash
Der norwegische Wasserstoffpionier Nel ASA sorgt gerade für Aufsehen und auch Furore an den Märkten. Das Unternehmen hat nach acht Jahren Entwicklung eine Elektrolyseur-Plattform auf den Markt gebracht, die die Branche verändern könnte. Die Aktie legte seit Jahresbeginn zwischenzeitlich um mehr als 50 Prozent zu, und erreichte ein neues 52-Wochen-Hoch bei 0,33 Euro. Nach einer kurzen, gesunden Konsolidierung nimmt der Kurs nun wieder Fahrt auf. Die Frage ist derzeit, wann Nel ASA den nächsten großen Sprung machen könnte und wie hoch er dann gehen könnte, denn die Kombination aus bahnbrechender Technologie, EU-Fördermilliarden und einer strategischen Neuausrichtung auf Rüstung und Energiesicherheit macht diese Aktie zu einem spannenden Wasserstoff-Play der kommenden Monate. Wer noch nicht hingeschaut hat, sollte das möglicherweise schnell nachholen.
Nel ASA revolutioniert die Wasserstoffproduktion
Acht Jahre Entwicklungsarbeit haben sich ausgezahlt. Nel ASA hat seinen neuen Druckalkalielektrolyseur für den kommerziellen Einsatz freigegeben. Während der Marktstandard für vergleichbare Anlagen oft bei 3.000 US-Dollar je Kilowatt liegt, drückt Nel die Kosten auf unter 1.450 US-Dollar. Eine schlüsselfertige 25-Megawatt-Anlage wird damit auf einen Schlag bis zu 60 Prozent günstiger. Das ist nicht nur ein kleiner Fortschritt, das ist schon recht deutlich besser. Produziert wird Wasserstoff mit einer Reinheit von 99,99 Prozent bei 30 Bar Direktdruck, was teure Nachkompressoren überflüssig macht. Für Industriekunden bedeutet das: weniger Komplexität, niedrigere Betriebskosten, schnellere Projekte. Die EU honoriert das mit bis zu 135 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds, um die Produktion im norwegischen Heroya auf bis zu vier Gigawatt auszubauen. Zusätzlich hat Nel zuletzt zwei Aufträge über je 7 Millionen US-Dollar an Land gezogen, einer davon aus dem öffentlichen Versorgungssektor in den USA. Auch militärische und sicherheitsrelevante Anwendungen rücken gezielt ins Visier. Dezentrale Wasserstofflösungen, die unabhängig von zentraler Infrastruktur funktionieren, werden in den jetzigen Zeiten zunehmend attraktiver.
Charttechnik
Nach dem Jahreshoch bei 0,33 Euro Anfang Mai konsolidierte die Aktie auf knapp 0,25 Euro, ein Rückgang von mehr als 20 Prozent. Solche Verschnaufpausen nach starken Rallys sind normal und gesund. Entscheidend ist, was danach kommt. Aktuell dreht der Kurs wieder nach oben und nimmt das alte Hoch ins Visier. Gelingt der Ausbruch über 0,33 Euro, öffnet sich charttechnisch der Weg in Richtung 0,40 Euro, dort wartet ein markanter historischer Widerstandsbereich. Allerdings: Der RSI liegt derzeit bei 82 und signalisiert damit eine überkaufte Lage. Es ist gut möglich, dass die Aktie vor dem nächsten Anstieg noch eine Weile seitwärts läuft und Luft ablässt. Wer Geduld mitbringt, könnte genau das als günstiges Einstiegsfenster nutzen.

Was tun?
Die Quartalszahlen zeigen noch rote Zahlen, der Umsatz sank leicht auf 148 Millionen Norwegische Kronen, der operative Verlust lag bei 100 Millionen Kronen, und der Auftragseingang brach im ersten Quartal ein. Das ist die Realität. Gleichzeitig verfügt das Unternehmen über rund 1,4 Milliarden Kronen Cash und hat mit der neuen Elektrolyseur-Plattform ein Produkt im Portfolio, das aufhorchen lässt. Die Halbjahreszahlen am 15. Juli werden zeigen, ob sich die neue Strategie in echten Bestellungen niederschlägt. Charttechnisch bleibt die Ausgangslage interessant, ein Ausbruch über 0,33 Euro wäre ein starkes Signal. Wer bereit ist, etwas Schwankung auszuhalten, kann bei Schwäche erste Positionen gestaffelt aufbauen. Ein striktes Risikomanagement bleibt dabei aber Pflicht.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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