
© Foto: 2026 Deutsche Telekom AG
Die Deutsche Telekom erlebt gerade eine bewegte, aber auch interessante Zeit. Nach den Zahlen und der zuvor und danach stattgefundenen Bewegung, hat sich der Aktienkurs zwar etwas beruhigt, aber hinter den Kulissen ist dennoch einiges in Bewegung. Da ist zum einen die Sache mit der Komplettübernahme der US-Tochter T-Mobile. Da ist der unsichere Cloud-Vertrag mit Google. Gleichzeitig empfehlen große Banken wie J.P. Morgan und Goldman Sachs die Aktie zum Kauf. Dies macht die Telekom-Aktie zu einem der interessantesten deutschen Börsenwerte im Moment. Der Chart zeigt aber eines ganz klar, nämlich entweder hält ein wichtige Kurslevel, oder der Kurs droht deutlich zu fallen. Welches das ist, erfahren Sie im Artikel.
Starkes Standbein USA, wackelndes Fundament in Deutschland
T-Mobile US ist das Herzstück der Telekom-Story. Die US-Tochter wächst, gewinnt Kunden und hat durch die Sprint-Übernahme 2020 ordentlich an Schlagkraft gewonnen. Im ersten Quartal 2026 legte der Umsatz auf rund 29,87 Milliarden Euro zu. Allerdings rutschte der Gewinn je Aktie von 0,58 auf 0,42 Euro. Das ist noch kein Desaster, aber auch kein Grund zum Feiern. In Deutschland dagegen läuft es deutlich zäher. Die Cloud-Partnerschaft zwischen T-Systems und Google steht Berichten zufolge vor einem Umbau. Google sucht offenbar bereits nach einem Ersatzpartner, möglicherweise aus Frankreich. Für T-Systems ist das ein herber Rückschlag. Außerdem streikt die Gewerkschaft Verdi, was den Konzern operativ belastet. Das alles drückt auf die Stimmung. Trotzdem gibt es auch Lichtblicke. Die Telekom arbeitet gemeinsam mit Rheinmetall an einem Drohnenschutzsystem für kritische Infrastruktur, ein Thema, das angesichts der aktuellen Sicherheitslage politisch und wirtschaftlich Rückenwind genießt. Positiv gesehen gibt das der Aktie auch einen Rüstungs-Touch. Das EBITDA-Ziel wurde zuletzt angehoben und Analysten sehen die Aktie vermehrt als Kauf an. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 38,50 Euro.

Charttechnik
Wer auf den Chart schaut, sieht schnell, dass die Zone zwischen 26,50 und 27,50 Euro das ist, was zählt. Genau dort lag das April-Tief, genau dort hat der Kurs zuletzt gedreht und sich wieder auf knapp 29 Euro erholt. Das ist positiv, aber diese Zone muss halten. Bricht der Kurs darunter weg und schließt nachhaltig unter 26,50 Euro, dann fehlt die nächste belastbare Unterstützung. Das charttechnisch abgeleitete Kursziel nach unten läge dann bei rund 20 Euro, ein Szenario, das niemand, der die Aktie im Depot hat, haben will, aber das man kennen sollte. Auf der anderen Seite sieht es freundlicher aus. Gelingt es dem Kurs, sich dauerhaft über 27,50 Euro zu behaupten, spricht technisch vieles für eine Erholung Richtung 34 - 35 Euro. Das wäre das Niveau des 52-Wochen-Hochs vom Mai 2025. Und falls die Kauflaune anhält und fundamentale Impulse dazukommen, ist auch darüber hinaus einiges denkbar. Kurzfristig gilt allerdings Vorsicht, denn die beiden SMAs könnten ein Todeskreuz ausbilden, wenn der Kurs länger im Bereich 27 - 27,50 Euro verharrt.
Was tun?
Wer mit etwas Abstand hinschaut, sieht ein deutsches Vorzeige-Unternehmen mit solider Substanz, aber auch einigen Baustellen. Die Quartalszahlen waren ordentlich, aber nicht glänzend. Die Charttechnik zeigt, dass die Unterstützungszone um 26,50 bis 27,50 Euro der Dreh- und Angelpunkt ist. Hält sie, ist die Aktie auf dem Niveau von knapp 29 Euro fundamental günstig bewertet, mit einem KGV von rund 14 deutlich unter dem der US-Tochter T-Mobile. Analysten sehen das ähnlich und bleiben überwiegend optimistisch. Wer bereits investiert ist, kann die Position durchaus halten, sollte aber die Unterstützungszone im Blick behalten. Wer neu einsteigen möchte, findet hier eine durchaus interessante Ausgangslage, allerdings mit deutlich definiertem Risiko nach unten. Ein Stopp-Loss unterhalb von 26,50 Euro wäre eine überlegenswerte Absicherung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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