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MÄRKTE USA/Nvidia-Fantasie und Ölpreisrückgang sorgen für Kauflaune

DJ MÄRKTE USA/Nvidia-Fantasie und Ölpreisrückgang sorgen für Kauflaune

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--Die US-Börsen zeigen sich nach einer dreitägigen Durststrecke am Mittwoch zur Mittagszeit in New York fest. Der Markt setze offenbar auf gut ausfallende Nvidia-Geschäftszahlen nach Börsenschluss, heißt es zu den kräftigen Gewinnen im Technologiesektor und hier bei Chipaktien. Die entscheidende Frage bei den Ergebnissen ist, ob der KI-Hype an den Börsen und die massiven KI-Investitionen vieler Unternehmen - überwiegend zulasten der Beschäftigung - berechtigt sind. Nvidia gilt hier als wichtigster Gradmesser. Laut einer Umfrage von FactSet prognostiziert die Wall Street einen Umsatzanstieg von 79 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 79 Milliarden Dollar.

"Die Nvidia-Zahlen werden die Richtung für einen Aktienmarkt vorgeben, der nach einer unglaublichen Rally seit den Tiefs im März einen neuen Impuls braucht", sagt Marktstratege Paul Stanley von Granite Bay Wealth Management. Die Nvidia-Aktie legt um 1,7 Prozent zu und liegt nur knapp unter ihrem jüngsten Rekordhoch.

Der Dow-Jones-Index kommt um 0,9 Prozent voran, der breite S&P-500 um 0,7 Prozent, die technologielastigen Nasdaq-Indizes verbessern sich um bis zu 1,7 Prozent. Sie hatten zuletzt auch etwas stärker nachgegeben.

Während des späten Handels wird die US-Notenbank das Protokoll ihrer jüngsten Zinssitzung veröffentlichen. Bewegen dürfte es aber kaum, zumal inzwischen Kevin Warsh das Ruder von Jerome Powell bei der Fed übernommen hat. Dazu wurden die sich aus dem Energiepreisschock durch den Iran-Krieg ergebenden Inflationsrisiken seitens der US-Notenbank bereits transparent erörtert. Der neue Notenbankchef gilt anders als sein Vorgänger eher als Verfechter niedrigerer Zinsen.

Bei den Marktzinsen geht es angesichts fallender Ölpreise kräftig nach unten, nachdem sie zuletzt immer weiter gestiegen waren in Reaktion auf höher als erwartet ausgefallene Inflationszahlen. Die Zehnjahresrendite sinkt um 8 Basispunkte auf 4,59 Prozent. Der Dollar fällt mit den sinkenden Zinsen zurück, für einen Euro sind 1,1622 Dollar fällig. Der Goldpreis steigt um knapp 1 Prozent.

Die Ölpreise fallen kräftig. Brent-Öl verbilligt sich um rund 5 Prozent auf knapp 106 Dollar. US-Präsident Donald Trump hat zum wiederholten Male ein baldiges Ende des Iran-Krieges angekündigt. Zudem haben zwei chinesische Öltanker die Straße von Hormus passiert, wie aus Daten zu den Schiffsbewegungen in der weitgehend blockierten Wasserstraße hervorgeht.

Chipaktien sind mit der Spekulation auf starke Nividia-Zahlen gesucht. Daneben stützte anfangs auch, dass beim südkoreanischen Chipriesen Samsung Electronics ein Streik drohte. Dieser scheint aber nun abgewendet. Micron Technology verteuern sich um 3,2 Prozent, AMD um 7,5 und Intel um 4,8 Prozent.

Cava Group legen um 3,0 Prozent zu. Die Restaurantkette hat die Erwartungen der Analysten für den Gewinn und Umsatz im ersten Quartal übertroffen. Toll Brothers ziehen um 7,9 Prozent an, nachdem der Luxushausbauer die Gewinnerwartungen im Auftaktquartal übertroffen hat.

Der Baumarktbetreiber Lowe's meldete für das erste Quartal einen bereinigten Gewinn über der Marktschätzung, der Umsatz verfehlte diese allerdings. Der Kurs tendiert knapp behauptet.

Target verlieren 3,5 Prozent, obwohl der Einzelhändler das stärkste Quartalsumsatzwachstum seit Anfang 2022 verzeichnete und der Gewinn die Analystenerwartung übertraf. Target schlug für den Rest des Jahres jedoch einen vorsichtigen Ton an. Der Kurs des Wettbewerbers TJX schnellt dagegen um 6,2 Prozent nach oben. Dass der Billiganbieter trotz starker Quartalszahlen mit dem Ausblick unter den Erwartungen des Marktes liegt, belastet nicht. Der Markt honoriere hier das offenbar besonders widerstandsfähige Geschäftsmodell, mithin, dass TJX ohne aggressive Kostensenkungen auskomme, heißt es.

AMC Entertainment steigen um gut 12 Prozent mit der Nachricht, dass der AMC-Chef 250.000 Aktien des eigenen Unternehmens gekauft hat. Analog Devices fallen um 6,5 Prozent, Das Unternehmen meldete für das zweite Geschäftsquartal zwar einen besser als erwarteten Gewinn, auf den Kurs dürfte aber die gleichzeitige Bekanntgabe der Übernahme des Stromchip-Herstellers Empower Semiconductor für 1,5 Milliarden Dollar drücken.

Immunovant haussieren um gut 36 Prozent nach starken Ergebnissen eines Medikamentenkandidaten.

INDEX       zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
DJIA      49.814,53  +0,9  +450,65    49.363,88 
S&P-500     7.405,05  +0,7   +51,44    7.353,61 
NASDAQ Comp   26.135,43  +1,0  +264,72    25.870,71 
NASDAQ 100   29.126,95  +1,1  +308,11    28.818,84 
 
 
US-Treasuries   Rendite  +/- Tageshoch    Tagestief 
2 Jahre       4,07 -0,06    4,13      4,01 
5 Jahre       4,25 -0,08    4,34      4,21 
10 Jahre       4,59 -0,08    4,69      4,56 
 
 
DEVISEN      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag    Di, 17:15 
EUR/USD      1,1622  +0,2   0,0018     1,1604      1,1594 
EUR/JPY      184,68  +0,1   0,0900     184,59     184,4700 
EUR/CHF      0,9151  -0,1  -0,0005     0,9156      0,9161 
EUR/GBP      0,8646  -0,2  -0,0016     0,8662      0,8657 
USD/JPY      158,89  -0,1  -0,1500     159,04     159,1000 
GBP/USD      1,3438  +0,3   0,0045     1,3393      1,3390 
USD/CNY      6,8005  -0,2  -0,0139     6,8144      6,8158 
USD/CNH      6,8012  -0,2  -0,0146     6,8158      6,8190 
AUS/USD      0,7151  +0,6   0,0042     0,7109      0,7084 
Bitcoin/USD   76.998,15  +0,0   18,61    76.979,54    76.592,27 
 
 
ROHOEL      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex      99,47  -4,5   -4,68     104,15 
Brent/ICE     105,27  -5,4   -6,01     111,28 
 
 
Metalle      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold       4.523,83  +0,9   42,55    4.481,28 
Silber       75,57  +2,4    1,74      73,83 
Platin      1.941,65  +1,0   19,30    1.922,35 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/gos

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May 20, 2026 12:49 ET (16:49 GMT)

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