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BASF steckt immer noch inmitten einem der größten Umbauprogramme seiner Geschichte. Mit dem neuen Programm "CoreShift" sollen die Fixkosten bis 2029 um bis zu 20 Prozent sinken. BASF kämpft gleich an mehreren Fronten gleichzeitig. Da sind die hohen Energiekosten, da ist die schwache Nachfrage aus der Autoindustrie und da ist spürbarer Gegenwind aus Asien. Trotzdem hält das Management eisern das Ruder fest in der Hand und die ersten Zahlen geben zumindest so etwas wie Hoffnung. Die Aktie notiert bei rund 52 Euro. Wer die Aktie auf dem Radar hat, sollte die kommenden Tage und vielleicht auch Wochen genau beobachten und die Marke bei 55 Euro im Auge behalten.
BASF im Umbau
Der Ludwigshafener Chemiekonzern gehört zu den deutschen Industrieunternehmen von Weltrang. Das integrierte Verbundmodell, bei dem Nebenprodukte eines Prozesses direkt als Rohstoff im nächsten landen, ist bis heute ein Alleinstellungsmerkmal. Kein Mitbewerber hat diese Vernetzung in diesem Ausmaß. BASF produziert Petrochemikalien, Kunststoffe, Katalysatoren, Pflanzenschutzmittel und Spezialchemikalien. Damit werden die verschiedenen Branchen beliefert: Auto- und Pharmaindustrie sowie die Landwirtschaft. Das macht den Konzern robuster, denn er ist breit aufgestellt, aber auch abhängig von vielen wirtschaftlichen Strömungen gleichzeitig. Das 1. Quartal 2026 lief besser, denn BASF erzielte einen Gewinn je Aktie von 1,06 Euro. Zuvor wurden 0,91 Euro erwirtschaftet. Der Umsatz fiel zwar um knapp 8 Prozent auf 16 Milliarden Euro, jedoch wurde die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Für 2026 rechnen Analysten mit einem Gewinn von 2,73 Euro je Aktie. Die Dividende soll bei 2,28 Euro liegen.
Charttechnik
Die BASF-Aktie notiert aktuell bei rund 52 Euro. Das 52-Wochen-Hoch lag bei 55,05 Euro, erreicht wurde es Mitte April 2026. Seitdem fehlt der Schwung. Schon mehrfach in der Vergangenheit versuchte der Kurs, diese Marke zu überwinden, aber bislang ohne Erfolg. Solange die Aktie nicht nachhaltig über 55 Euro schließt, bleibt sie in einer Seitwärtsrange gefangen. Gelingt der Ausbruch auf Wochenbasis, wäre charttechnisch der Weg bis in Richtung 65 Euro frei. Scheitert er, droht eine Rückkehr in den Bereich zwischen 47,50 und 50 Euro. Dort ist eine wichtige Unterstützungszone, die unbedingt halten muss. Fällt diese, würde das ein Abwärtspotenzial bis 45 oder vielleicht sogar 40 Euro aktivieren. Die klare Botschaft: Erst abwarten, ob der Ausbruch gelingt, dann long einsteigen, mit engem Stopp unterhalb der 50-Euro-Marke.

Was tun?
Die Fundamentaldaten zeigen Stabilisierung: Der Gewinn steigt wieder, die Prognose steht, die Dividende ist attraktiv. Das Kostenprogramm "CoreShift" adressiert genau die richtige Baustelle, nämlich die strukturell zu hohen Fixkosten. Mehrere Analysten sehen die Aktie positiv: Goldman Sachs und Deutsche Bank haben "Buy"-Empfehlungen, DZ BANK hob den fairen Wert auf 63 Euro an. Auf der anderen Seite ist Jefferies mit "Hold". Charttechnisch ist die Lage nahezu klar: Die 55-Euro-Marke ist die Schlüsselzone. Wer neu einsteigen möchte, wartet besser auf den bestätigten Ausbruch über 55 Euro (wie oben erwähnt). Wenn dann long, aber dann mit engem Stopp.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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