27.05.2026 -
- Die Schwellenländermärkte starteten aus einer Position der Stärke ins Jahr 2026, geprägt von höheren Realzinsen, solideren Außenbilanzen und glaubwürdigeren politischen Rahmenbedingungen.
- Zwar löste der Ölpreisschock im März erhebliche Volatilitäten aus, doch das Ausbleiben allgemeinerer finanzieller Verwerfungen unterstrich die Widerstandsfähigkeit der Schwellenländeranleihen im Vergleich zu früheren Krisenphasen.
- Diese Anlageklasse profitiert weiterhin von sich verbessernden Fundamentaldaten in vielen Schwellenländern, gestützt durch attraktive Carry-Erträge, niedrigere Realrenditen in den USA und einen schwächeren Dollar.
- Unsere Positionierung bleibt konstruktiv, aber selektiv: Wir bevorzugen High Yield-Staatsanleihen und ausgewählte Währungsanlagen, die von der Carry-Strategie und sich verbessernden Fundamentaldaten profitieren, während wir bei lokalen Zinsen weiterhin zurückhaltend sind, da hohe Ölpreise und Inflationsdruck in einigen Ländern Zinserhöhungszyklen auslösen könnten.
Die Schwellenländermärkte starteten aus einer Position der Stärke ins Jahr 2026. Der Ölschock im März hat zwar die Marktstimmung durcheinandergebracht, nicht jedoch den zugrunde liegenden Konjunkturzyklus. Zwar fiel die erste Reaktion heftig aus, doch das Ausbleiben größerer Marktturbulenzen, die Widerstandsfähigkeit der Kreditmärkte und die Erholung im April deuteten allesamt eher auf eine Neubewertung als auf einen Regimewechsel hin, was unsere positive Einschätzung von Schwellenländeranleihen bestärkt.
Die Schulden der Schwellenländer haben seit dem Inflationsschock nach der Corona-Pandemie, den Nachwirkungen des russischen Einmarsches in die Ukraine und jüngeren geopolitischen Ereignissen wie dem "Tag der Befreiung" eine erhebliche Korrektur erfahren. Die Zinsen wurden angehoben, die Währungen abgewertet, die Positionen der Anleger reduziert und die politischen Entscheidungsträger haben ihre Glaubwürdigkeit wiederhergestellt.
Infolgedessen treten die Schwellenländer nun in diese Phase mit einer stärkeren Carry-Strategie, gesünderen Außenbilanzen, wiederaufgebauten Währungsreserven und einer orthodoxeren Geldpolitik der Zentralbanken ein als bei früheren Energiekrisen. Diese stabilere Ausgangsbasis erklärt, warum der jüngste Anstieg der Ölpreise zwar zu Volatilität, aber nicht zu einer allgemeinen angespannten Lage auf den Finanzmärkten geführt hat.
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