Der Frucht-, Stärke- und Zuckerkonzern Agrana hat im Geschäftsjahr 2025/26 (per 28.2.), wie zuvor angekündigt, einen deutlichen Rückgang beim EBIT verbucht. Maßgeblich hierfür war eine Abschreibung über 46 Mio. Euro im Segment ACS - Zucker. 2026/27 soll es insgesamt aber wieder voran gehen. Für die Aktie bleiben die Aussichten dennoch durchwachsen.
Die Geschäftsentwicklung von Agrana ähnelt meist doch sehr der von Großaktionär Südzucker: Der Umsatz sank im Geschäftsjahr 2025/26 um fast 8 Prozent auf 3.237,3 Mio. Euro, während das operative Ergebnis um über 6 Prozent auf 81,2 Mio. Euro zulegte. Beim EBIT sieht es hingegen düster aus: Mit 3,2 Mio. Euro wurde der Vorjahreswert von 40,5 Mio. Euro spürbar unterboten.
Für 2026/27 ist das Management wieder etwas optimistischer. Beim Konzernumsatz wird mit einem leichten Zuwachs gerechnet, während das EBIT kräftig auf 70 bis 90 Mio. Euro zulegen soll. Diese Entwicklung ist vor dem Hintergrund gestiegener Preise für Öl und Agrarrohstoffe für die Biospritherstellung seit Ausbruch des Kriegs am Golf auch durchaus nachvollziehbar.
Bei den Auswirkungen der Preisentwicklung verzerrt jedoch der Blick zum Großaktionär aus Deutschland. Zwar entfällt bei beiden ein ähnlich großer Anteil der Umsätze - bei Agrana sind es 34,6 Prozent, bei Südzucker 33,4 Prozent - auf das Zuckergeschäft, bei der Biokraftstoffherstellung besitzt Südzucker mit der Tochter CropEnergies jedoch die größeren Kapazitäten. Das zeigte sich zuletzt, als Anleger auf eine steigende Nachfrage nach Bioethanol spekulierten. Während die Agrana-Aktie kurzzeitig um rund 8 Prozent zulegte, haussierten die Südzucker-Papiere um rund 25 Prozent.
Der Aufschwung bei den Zuckerpreisen währte nur kurz. Mittlerweile liegen diese wieder unter dem Durchschnitt aus 2025. Denn die Branche leidet unverändert unter subventionierten Agrarrohstoffen, die in die EU importiert werden und auf die Preise der Ernten drücken. Entscheidend für eine nachhaltig positive Kursentwicklung bei Agrana wird daher sein, ob die vom Bauernverband geforderte Begrenzung der Importe in die EU auch tatsächlich so umgesetzt wird. Bis dahin sollten Anleger noch an der Seitenlinie bleiben.
(aktien-global.de, 27.05.2026, 14:15 Uhr, bitte beachten Sie unseren Disclaimer zu potenziellen Interessenkonflikten: https://www.aktien-global.de/impressum/)




