
© Foto: Yolier Izquierdo Cuellar auf Pexels (Symbolbild)
Microsoft steckt gerade in einer spannenden Situation, denn die Aktie hat sich nach einem brutalen Abverkauf zuletzt zurückgemeldet und genau jetzt stellt sich die entscheidende Frage, ob das der Beginn einer neuen stärkeren Aufwärtsbewegung ist, oder es sich bloß um eine kurze Erholung handelt? Die Quartalszahlen sind gut und überzeugend, das KI-Geschäft wächst schnell und erste Analysehäuser trauen dem Konzern einen Kurs von 500 US-Dollar und mehr zu. Doch der Chart zeigt: Zwischen hier und dort lauert ein Widerstand, bzw. eine Widerstandszone, die es in sich hat. Ob Microsoft ihn knackt, hängt von Faktoren ab, die weit über einzelne Quartalszahlen hinausgehen könnten. Wer die Aktie hält oder kaufen will, sollte jetzt weiterlesen.
Starkes Wachstum, aber hohe Ausgaben
Microsoft hat im jüngsten Quartal den Umsatz auf rund 83 Milliarden US-Dollar gesteigert. Das entspricht einem Plus von über 18 Prozent. Besonders auffällig ist, dass das Cloud-Geschäft mit Azure um starke 40 Prozent zulegte. Noch beeindruckender ist die KI-Sparte. Deren annualisierter Umsatz überstieg inzwischen 37 Milliarden US-Dollar, ein Wachstum von mehr als 120 Prozent. Das sind wahnsinnige Wachstumsraten. Die operative Marge liegt bei knapp 47 Prozent. Der Konzern bleibt also trotz der massiven Investitionen hochprofitabel. Gleichzeitig stiegen die Investitionsausgaben auf fast 31 Milliarden US-Dollar. Das sind knapp 84 Prozent mehr als im Vorjahr. Der freie Cashflow sank dadurch spürbar. Nadella, der CEO, baut Rechenzentren in einem Tempo, das selbst Investoren gelegentlich Kopfschmerzen bereitet, aber der Erfolg könnte ihm rechtgeben. Analysten von Citizens sehen den Gesamtmarkt in diesem Bereich bis 2030 auf über 5 Billionen US-Dollar wachsen. RBC Capital traut der MSFT-Aktie sogar 640 US-Dollar zu. Dazu kommt die Build-Konferenz in San Francisco, auf der Microsoft neue KI-Modelle direkt im Windows-Betriebssystem präsentiert. Kommen wir zur Charttechnik.

Charttechnik
Aktuell kämpft die Microsoft-Aktie mit dem 200er SMA, der bei ca. 459 US-Dollar liegt. Dieses Niveau ist kein Zufallsprodukt, denn genau hier hatten sich die Kurse zuletzt gefangen und dann dynamisch erholt. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber wäre charttechnisch ein klares Signal. Der nächste Widerstand wartet dann im Bereich 475 bis 500 US-Dollar, wo das große Gap vom Januar sowie frühere Hochs bremsen könnten. Auf der Unterseite hingegen gilt: Fällt die Aktie wieder unter 400 US-Dollar und damit unter den 50-Tage-Durchschnitt, wird es eng. In diesem Szenario sind Kurse von 350 US-Dollar und tiefer möglich, im Extremfall sogar Richtung 250 US-Dollar, falls die übergeordnete Aufwärtsstruktur nachhaltig bricht.
Was tun?
Wer Microsoft aktuell hält, kann die Position halten, solange der Kurs über dem 200er-SMA oder auch dem 50er SMA bleibt. Die fundamentalen Daten sprechen für den Konzern: starkes Umsatzwachstum, explodierende KI-Erlöse und eine robuste Marge. Gleichzeitig ist die Bewertung mit rund dem 22-fachen zu erwarteten Gewinn nicht günstig aber auch nicht unbedingt teuer angesichts der Wachstumsraten. Neue Käufe drängen sich aber erst auf, wenn der Widerstandsbereich um 460 bis 475 US-Dollar klar und überzeugend überwunden wird. Dann wartet zwar knapp darüber schon eine weitere Hürde, aber diese könnte dann auch überwunden werden, wenn positive News kommen. Fällt die Aktie hingegen unter 400 US-Dollar, ist Vorsicht geboten, dann sollten Anleger Positionen konsequent absichern oder reduzieren.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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