31.05.2026 -
Nachdem ein Kommentar im amerikanischen Wall Street Journal auf das wachsende Wohlstandsgefälle zwischen Amerika und Europa hingewiesen hatte, entspann sich eine Diskussion über die Richtigkeit und Ursachen dieses Befundes. In der Regel ist es bei derartigen Diskussionen sehr ratsam, zunächst die Fakten und Zahlen in Erinnerung zu rufen. Dabei zeigt sich in der Tat, dass die USA ein wesentlich höheres Pro-Kopf-Bruttosozialprodukt erzielen als die EU-Europäer. Ein Amerikaner erzeugt pro Jahr mehr als das Doppelte an Gütern und Dienstleistungen verglichen mit einem EU-Bürger. Betrachtet man diese Entwicklung im Zeitablauf, dann zeigte sich ein stetiges Auseinanderdriften beim Bruttosozialprodukt. Die amerikanische Wirtschaft entwickelt sich seit vielen Jahren dynamischer als ihre europäischen Pendants. Vor allem fällt auf, dass die amerikanische Volkswirtschaft eine starke Tendenz aufweist, neue Geschäftsfelder zu schaffen und zu besetzen, während in Europa oft traditionelle Industrien dominieren.
Noch größer sind die Differenzen zwischen der EU und den Vereinigten Staaten beim Thema Vermögen. Weil in Amerika dynamische Anlageformen wie etwa Aktien viel prominenter in den Portfolios der Bürger vertreten sind, entwickelt sich der finanzielle Wohlstand amerikanischer Bürger wesentlich stärker. Besonders für die Vermögensentwicklung in Deutschland hat die vermeintliche Risikoaversion und der Hang zu Zinsanlagen dazu geführt, dass das Land kaum mehr unter den zwanzig wohlhabendsten Staaten der Welt (Medianbetrachtung des Finanzvermögens) gezählt wird. Alles spricht dafür, dass sich die Vermögensdifferenz in den kommenden Jahren weiter ausweitet, zumal alternde Gesellschaften eine sinkende Neigung an den Tag legen werden, in Aktien zu investieren. Ich denke aber, dass die ursächlichen Gründe für den ernüchternden Datenbefund in der Psychologie und am Finanzmarkt zu suchen sind. Die Einstellung der Amerikaner zu Reichtum, Arbeit, Staat, Pioniergeist, Wagnis und Unternehmertum ist eine andere als jene in Deutschland. In der alten Welt stehen Sicherheit und Bestandserhaltung im Vordergrund. Man setzt in Berlin, Paris, Rom, Madrid und Brüssel auf den Staat als Garanten eines angenehmen Lebens. Das lähmt private Initiative und verdrängt unternehmerisches Engagement. Man kann anhand der aktuellen politischen Diskussion um Reformen in Deutschland wie an einem Paradigma ablesen, dass mutige Veränderungen weder in der Regierung noch im Parlament und wohl auch nicht in der Gesellschaft mehrheitsfähig sind.
Neben der Psychologie spielen auch die Finanzmärkte eine bestimmende Rolle für die bessere ökonomische Entwicklung in Amerika. Die private Finanzierung junger Unternehmen und unwahrscheinlich aussehender Ideen führt in den USA zu Innovationen und Marktführern. Es wird in Amerika akzeptiert, dass Unternehmer, die durch ihr unternehmerisches Tun Großartiges für die Gesellschaft leisten, sehr wohlhabend werden. Demgegenüber denkt man besonders in Deutschland, die Wirtschaft sei ein Nullsummenspiel: Was der eine zugewinnt, das verliert der andere. Diese grobe Fehleinschätzung führt hierzulande zu falschen Prioritäten und Neid.
Glücklicherweise hat der Einzelne in Deutschland und Europa die Chance, sich den kulturellen Wohlstandsnormen ein Stück weit zu entziehen. Was hindert den mündigen Bürger, sein Geld in Unternehmen anzulegen und an der Wertschöpfung der Wirtschaft bewusst teilzunehmen? Diesen Weg propagiert die LOYS AG seit ihrer Gründung. Wozu das führt, lässt sich besonders am LOYS Philosophie Bruns Fonds beobachten. Während etwa deutsche Staatsanleihen seit dessen Auflegung im Jahr 2006 keine 2 % pro Jahr erzielten, sind es netto 7,6 % in dem konservativsten Fonds der LOYS AG. Einmal mehr zeigt sich: Realer Vermögenszuwachs bei gleichzeitiger risikomindernder Streuung ist langfristig nur mit Aktienanlagen möglich.
