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Für die Anteile des deutschen Premium-Herstellers läuft es aktuell nicht gut, wie ein frisches 52-Wochen-Tief verdeutlicht. Lauern jetzt noch höhere Verluste?
Deutsche Auto-Aktien: Starker Markt, schwache Branche
Für die Aktien deutscher Fahrzeughersteller läuft es gegenwärtig nicht gut. Egal ob BMW, Mercedes oder Volkswagen - sie alle notieren nach zweistelligen Verlusten gegenüber dem Jahresauftakt in unmittelbarer Reichweite zu markanten Tiefs. Die Branche leidet unter einer schwachen Nachfrage, einer verfehlten Produkt- und Technologiepolitik sowie unter den hohen Energiepreisen. Die verteuern nicht nur die Produktion, sondern erschweren Verbraucherinnen und Verbrauchern die Auswahl der für sie geeigneten Antriebstechnologie.
Nichtsdestotrotz sollte übersehen werden, dass die deutsche Automobilindustrie international trotz der wachsenden Konkurrenz aus China und anderen Staaten konkurrenzfähig ist und nicht nur viele Millionen Arbeitsplätze sichert, sondern auch Milliardengewinne erwirtschaftet. Die wiederholten Abgesänge auf deutsche Fahrzeughersteller sind daher nicht zielführend, zumal sich die Konzerne um eine technologische Aufholjagd bemühen.
Trotz technologischer Innovation - BMW wird nicht belohnt
Besonders viel hat sich im Bereich Antriebstechnologie in den vergangenen Jahren bei BMW getan. Mit dem iX3 verfügen die Münchner über eines der reichweitenstärksten Fahrzeuge mit Elektroantrieb. Überhaupt hat BMW für seine i- und iX-Reihe viel Expertenlob erhalten. Angesichts niedrigerer Margen war der Betriebsgewinn in den vergangenen Jahren zwar rückläufig, im Geschäftsjahr 2025 hat BMW aber dennoch einen Nettogewinn in Höhe von 7,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Diese Ertragsstärke auch in einem schwierigen Umfeld sollte vom Markt eigentlich honoriert werden - der Aktienkurs spricht jedoch eine andere Sprache.

Kritische Ausgangslage: Aktie unmittelbar vor Verkaufssignal ...
Seit einem Doppel-Top im Bereich von 110 bis 115 Euro handelt die BMW-Aktie in einem übergeordneten, mehrjährigen Abwärtstrend. Das spiegelt die rückläufigen Unternehmensgewinne nach den Rekordjahren 2021 bis 2023 wider. In den vergangenen 12 Monaten handelte BMW in einem volatilen Seitwärtstrend. Zwar erholten sich die Anteile der Münchner zügig vom Corona-Crash - die Aktie konnte mit ihrem Anstieg über die gleitenden Durchschnitte sogar auf den höchsten Stand seit Mai 2024 klettern. Doch seit dem Jahreswechsel geht es wieder bergab.
Hierfür sind aus technischer Perspektive bearishe Divergenzen in den technischen Indikatoren verantwortlich. Die Hochs im Bereich von 98 Euro waren nicht durch neue Hochs der technischen Indikatoren unterstützt, die sich seither im Rückwärtsgang befinden und damit den Abwärtstrend der Aktie einerseits befeuern und andererseits auch bestätigen und ihm damit Nachhaltigkeit verleihen. Zusätzliche Belastungen hat die Aktie durch das Death Cross der gleitenden Durchschnitte sowie dem Iran-Krieg erfahren. Dadurch notiert BMW jetzt nicht nur an der Unterseite des Abwärtstrendkanals, sondern nur wenige Euro vom Zoll-Tief entfernt. Ein Unterschreiten der Unterstützung bei 65 Euro würde zu neuen Verkaufssignalen führen.
... trotzdem könnte für mutige Anlegerinnen und Anleger jetzt etwas zu holen sein!
Doch dass die Aktie jetzt gegen die Wand fährt, ist keineswegs ausgemacht. Denn so niederschmetternd das Chartbild auf den ersten Blick ist, es gibt auch Anzeichen für Besserung und Indizien dafür, dass ein antizyklischer Einstieg das Risiko jetzt wert sein könnte.
Lagen Ende letzten Jahres bearishe Divergenzen vor, welche zur aktuellen Korrektur geführt hatten, besteht mit bullishen Divergenzen jetzt das Gegenteil. Trotz niedrigerer Notierungen der Aktie haben der Relative-Stärke-Index (RSI) und der Trendstärkeindikator MACD Böden beziehungsweise erste, zaghafte Aufwärtstrends ausgebildet. Dabei konnte der RSI den überverkauften Bereich verlassen, während der MACD einen Anstieg über seine (rote) Signallinie andeutet. Damit zeigt er zwar einen nach wie vor intakten Abwärtstrend der Aktie an, doch solche Crossings genügen nach starken Abschwüngen bereits für Gegenbewegungen - so zuletzt beispielsweise Ende Februar.
Angesichts dieser ersten Entspannungssignale könnte der BMW-Aktie eine Gegenbewegung bis zur Marke von 75 Euro beziehungsweise in Richtung der 50-Tage- sowie der Abwärtstrendlinie gelingen. Das entspricht einem initialen Kurspotenzial von über 15 Prozent. Sollte daraus eine nachhaltige Trendwende hervorgehen, sind die Ertragschancen sogar noch höher. Allerdings sollten unterhalb von 65 Euro Stopps platziert werden, da neue Tiefs zu Verkaufssignalen führen und die jüngste technische Entspannung neutralisieren würden.
Fazit: Auch die Bewertung spricht jetzt für eine Einstiegschance
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung handelt BMW mit einem KGVe 2026 von 6,5 und von 5,7 für das kommende Jahr. Beide Werte liegen damit deutlich unter dem 10-Jahres-Mittel von 7,2. Das verdeutlicht das grundsätzliche Aufwärtspotenzial, das die Aktie auf dem aktuellen Kursniveau auch aus fundamentaler Perspektive bietet. Die Dividendenrendite ist mit von Analystinnen und Analysten geschätzten 5,9 Prozent für dieses Jahr sehr hoch. Dieses Potenzial besteht also on top.
Trotz oder gerade aufgrund der Tatsache, dass die BMW-Aktie derzeit technisch angeschlagen ist, bietet sie antizyklisch agierenden Anlegerinnen und Anlegern jetzt eine Einstiegschance mit attraktivem Chance-Risiko-Verhältnis. Hierzu sollte aber unbedingt der Stopp im Bereich von unter 65 Euro respektiert werden.
Gastautor: Max Gross

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