
© Foto: captain - auf Pexels (Symbolbild)
3 Millionen Rezepte für eine Pille, die es erst seit 5 Monaten gibt und das nur in den USA. Dazu ein Aktienrückkaufprogramm über 15 Milliarden Dänische Kronen, von dem schon mehr als ein Drittel abgearbeitet ist. Novo Nordisk lässt gerade Taten statt Worte sprechen, während Analysten ihre Kursziele nach oben setzen. Doch ganz ohne Spannung geht es wohl nicht, denn ein Cyberangriff sorgt parallel für Schlagzeilen. Wie passt das zusammen, und was bedeutet dies für die Aktie? Wir haben uns die Lage für Sie genauer angeschaut.
Wegovy-Tablette zündet, Rückkäufe stützen den Kurs
Bei Novo Nordisk passiert gerade eine Menge. Die neue Wegovy-Tablette schlägt super ein. Innerhalb von nur 5 Monaten knackte sie in den USA die Marke von 3 Millionen Rezepten. Auch bei den klassischen Spritzen bleibt der Konzern gut dabei, wöchentlich gehen 116.000 Verschreibungen über die Theke, mehr als die Hälfte des weltweiten Marktes liegt damit immer noch fest in dänischer Hand. Das operative Geschäft schwächelt zwar, im ersten Quartal sanken die Umsätze bereinigt um 4 Prozent, doch das Management hob trotzdem die Jahresprognose an, denn das Volumen schlägt den Preis. Sinkende Verkaufspreise durch US-Preisvereinbarungen und auslaufende Patente werden durch den Verkaufsboom mehr als ausgeglichen. Parallel dazu kauft Novo Nordisk fleißig eigene Aktien zurück. Von den geplanten 15 Milliarden Dänischen Kronen sind bereits etwas mehr als 5 Milliarden investiert.
Im zweiten Halbjahr soll die internationale Einführung der Wegovy-Tablette beginnen, zuerst in den Vereinigten Arabischen Emiraten und auch China rückt ins Visier. CEO Mike Doustdar kündigte an, die Zulassung dort "sehr bald" zu beantragen, um Konkurrent Eli Lilly Paroli in Schach zu halten. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings, denn die Hackergruppe FulcrumSec erbeutete Unternehmensdaten und fordert Lösegeld. Novo Nordisk lehnte die Zahlung ab, betont aber, der Betrieb laufe ungestört weiter. Die Börse reagierte bislang recht gelassen auf diese Meldung.

Charttechnik
Der Kurs hat sich von seinem Jahrestief bei rund 30 Euro deutlich erholt und notiert aktuell bei etwa 38 Euro. Damit liegt er über dem 50er SMA, der bei 36,73 Euro verläuft. Das ist ein positives Signal für die kurz, bzw. mittelfristige Tendenz. Der 200er SMA bleibt jedoch noch unbezwungen. Jetzt kommt es auf die Marke von 41,39 Euro an. Gelingt der Sprung darüber, wäre auch der 200er SMA geknackt, und der Weg in Richtung 50 Euro könnte sich öffnen. Rutscht der Kurs dagegen wieder unter den 50er SMA, droht ein erneuter Test der Tiefs bei 30,25 Euro. Die kommenden Tage dürften entscheidend werden, in welche Richtung sich die Aktie bewegt.
Was tun?
Die fundamentale Lage bei Novo Nordisk hat sich zuletzt aufgehellt. Der Erfolg der Wegovy-Tablette mit 3 Millionen Rezepten in nur 5 Monaten zeigt, dass der Konzern auch nach dem Patentdruck neue Wachstumsquellen erschließen kann und auch erschließt. Die angehobene Jahresprognose und das laufende Rückkaufprogramm unterstreichen das Vertrauen des Managements in die eigene Aktie. Auch Analysten wie Berenberg sehen das ähnlich und hoben ihr Kursziel zuletzt auf 325 Dänische Kronen (ca. 43,49 Euro) mit einer Buy-Einstufung an. Charttechnisch hat die Aktie den ersten Schritt zur Stabilisierung bereits geschafft, der Sprung über den 200er SMA fehlt aber noch. Der Cyberangriff bleibt ein Unsicherheitsfaktor, den Anleger im Blick behalten sollten, auch wenn das operative Geschäft davon bisher unberührt scheint. Wer von der Wegovy-Erfolgsgeschichte überzeugt ist und an die China-Expansion glaubt, kann über einen Einstieg aktuell zumindest nachdenken, sollte aber die Marke von 41,39 Euro eventuell zuvor noch als Bestätigung abwarten.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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