Die Insolvenzen in Deutschland nehmen weiter zu. Doch ein Insolvenzverfahren muss nicht zwingend das Ende für ein Unternehmen bedeuten. Welche Werkzeuge das Recht bietet, wie die Politik reagiert und welche Unternehmen den Weg zurück geschafft haben.
Von Holger Clemens Hinz
Der erste Blog-Beitrag zur laufenden Insolvenzwelle hat es bereits deutlich gezeigt: Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg 2025 auf den höchsten Stand seit etwa zehn Jahren. Und auch 2026 bringt bislang keine Entspannung: Allein im April 2026 wurden zehn Prozent mehr Insolvenzen verzeichnet als im Vorjahresmonat, es ist der höchste April-Wert seit 2005. Im Vergleich zu den Vor-Corona-Jahren 2016 bis 2019 liegt das aktuelle Niveau sogar um 82 Prozent höher.
Auch die weiteren Aussichten sind trübe: Prognosen von Allianz Trade rechnen für das Gesamtjahr 2026 mit einem weiteren Anstieg der deutschen Insolvenzen um rund zwei Prozent. Erst 2027 soll sich die Lage leicht entspannen. Dazu müssten jedoch geopolitische Risiken wie der Iran-Konflikt und damit verbundene Lieferkettenprobleme abebben.
Was die Politik tut und woran es noch hapert
Die Bundesregierung steht unter Zugzwang. Bislang sind die politischen Antworten auf die Insolvenzwelle überschaubar. Zwar hat der Bund mit dem Wachstumschancengesetz steuerliche Erleichterungen für Unternehmen beschlossen und die KfW-Förderprogramme ausgebaut. Doch Kritiker aus Wirtschaft und Wissenschaft mahnen, dass diese Maßnahmen nicht weit genug gehen und fordern weiterhin einen zügigen Bürokratieabbau, Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung sowie eine Reform des Energiemarkts. Die gestiegenen Energiekosten, noch dazu verschärft durch den Iran-Krieg, sind nach wie vor einer der zentralen Kostentreiber für die deutsche Industrie.
Auf europäischer Ebene arbeitet die EU-Kommission weiter an der Harmonisierung des Insolvenzrechts. Die sogenannte "Restrukturierungsrichtlinie" (EU 2019/1023) wurde in Deutschland bereits durch das Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz, kurz StaRuG, umgesetzt - ein Instrument, das Unternehmen ...Den vollständigen Artikel lesen ...
Von Holger Clemens Hinz
Der erste Blog-Beitrag zur laufenden Insolvenzwelle hat es bereits deutlich gezeigt: Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg 2025 auf den höchsten Stand seit etwa zehn Jahren. Und auch 2026 bringt bislang keine Entspannung: Allein im April 2026 wurden zehn Prozent mehr Insolvenzen verzeichnet als im Vorjahresmonat, es ist der höchste April-Wert seit 2005. Im Vergleich zu den Vor-Corona-Jahren 2016 bis 2019 liegt das aktuelle Niveau sogar um 82 Prozent höher.
Auch die weiteren Aussichten sind trübe: Prognosen von Allianz Trade rechnen für das Gesamtjahr 2026 mit einem weiteren Anstieg der deutschen Insolvenzen um rund zwei Prozent. Erst 2027 soll sich die Lage leicht entspannen. Dazu müssten jedoch geopolitische Risiken wie der Iran-Konflikt und damit verbundene Lieferkettenprobleme abebben.
Was die Politik tut und woran es noch hapert
Die Bundesregierung steht unter Zugzwang. Bislang sind die politischen Antworten auf die Insolvenzwelle überschaubar. Zwar hat der Bund mit dem Wachstumschancengesetz steuerliche Erleichterungen für Unternehmen beschlossen und die KfW-Förderprogramme ausgebaut. Doch Kritiker aus Wirtschaft und Wissenschaft mahnen, dass diese Maßnahmen nicht weit genug gehen und fordern weiterhin einen zügigen Bürokratieabbau, Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung sowie eine Reform des Energiemarkts. Die gestiegenen Energiekosten, noch dazu verschärft durch den Iran-Krieg, sind nach wie vor einer der zentralen Kostentreiber für die deutsche Industrie.
Auf europäischer Ebene arbeitet die EU-Kommission weiter an der Harmonisierung des Insolvenzrechts. Die sogenannte "Restrukturierungsrichtlinie" (EU 2019/1023) wurde in Deutschland bereits durch das Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz, kurz StaRuG, umgesetzt - ein Instrument, das Unternehmen ...Den vollständigen Artikel lesen ...
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