
© Foto: von Artur Pawlak auf Pixabay (Symbolbild)
Es ruckelte schon zuletzt und auch immer noch gewaltig bei Renk. Während der Auftragsbestand auf ein Rekordniveau klettert, rutscht der Kurs munter weiter nach unten. Ein Unterschied, den einige Anleger gerade nicht verstehen und der sie wohl ziemlich ratlos zurücklässt. Auf der einen Seite stehen die Analysten, die ambitionierte Kursziele weit über dem aktuellen Niveau ausrufen. Auf der anderen Seite ist ein Chart, der einfach keine Erholung aktuell so richtig zeigen will. Beim derzeitigen Blick auf Renk, erkennt man ein Unternehmen mit soliden Zahlen, aber auch eine Aktie, die davon scheinbar nichts wissen will. Lohnt sich jetzt der Einstieg, oder droht der Absturz weiterzugehen? Wir haben uns die Lage für Sie genauer angeschaut.
Unternehmenszahlen
Operativ läuft es bei Renk eigentlich rund. Eigentlich! Im ersten Quartal kletterte der Auftragseingang auf über 582 Millionen Euro, der beste Jahresstart in der Firmengeschichte. Insgesamt liegt der Auftragsbestand jetzt bei knapp 6,9 Milliarden Euro. Besonders das Segment Vehicle Mobility Solutions zieht kräftig an, dort wuchsen die Bestellungen um über 20 Prozent. Auch ein großes Kampfpanzerprogramm im NATO-Umfeld mit 157 Millionen Euro Volumen wurde fixiert, erste Lieferungen sollen Ende 2026 starten. Beim Umsatz ging es im ersten Quartal um vier Prozent nach oben, die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich leicht auf 15 Prozent. Für das Gesamtjahr bleibt das Management bei seiner Prognose von über 1,5 Milliarden Euro Umsatz. Mehr als 90 Prozent davon sind bereits durch feste Verträge gesichert, das gibt dem Unternehmen viel Planungssicherheit. Und jetzt wieder zurück zu dem "eigentlich". Trotzdem kommt der Kurs nicht vom Fleck. Zuletzt belastete auch die Streichung aus einem europäischen Auswahlindex, was automatische Verkäufe durch Indexfonds ausgelöst hat. Man sagt ja die Börse oder die Kurse nehmen vieles vorweg. Glauben oder wissen da schon einige Verkäufer mehr oder sind diese schlichtweg nicht überzeugt, dass die Erfolgsgeschichte einfach so weiterläuft? Schauen wir auf den Chart, denn der kann uns vielleicht weiterhelfen.

Charttechnik
Der Chart zeichnet ein eher trübes Bild. Renk notiert klar unter dem 50er- und dem 200er-SMA. Das ist erstmal ein klassisches Abwärtssignal. Seit dem Hoch im Oktober letzten Jahres hat die Aktie die Hälfte ihres Wertes verloren. Auch das jüngste 52-Wochen-Tief liegt nur noch quasi einen Steinwurf entfernt. Wer genauer hinschaut, erkennt im Chart sogar noch eine offene Kurslücke. Diese liegt knapp unterhalb der 30-Euro-Marke. Solche Lücken werden an der Börse gerne irgendwann wieder geschlossen, das muss man im Hinterkopf behalten. Eine Konsolidierung bis in diesen Bereich ist also durchaus denkbar, auch wenn das aktuell noch Zukunftsmusik ist. Wenn man sich das Chartgebilde so anschaut, so könnte man entweder ein Doppeltopp erkennen, oder sogar eine SKS-Formation mit einer zweiten hängenden Schulter. Dies würde sogar ein Kursziel im Bereich 25 Euro indizieren. Es scheint, als zeige der Trend also weiterhin klar nach unten. Wer hier einsteigt, sollte sich dessen bewusst sein und nicht blind auf eine schnelle Wende hoffen.
Was tun?
Die fundamentale Story bei Renk bleibt eigentlich überzeugend. Da ist wieder das Wort "eigentlich". Volle Auftragsbücher, eine wachsende Marge und ein Sektor, der weiterhin gefragt ist, das spricht für das Unternehmen. Die Analysten sehen das ähnlich und trauen der Aktie auf Sicht von zwölf Monaten ein deutliches Plus zu. Doch der Chart erzählt aktuell eine andere Geschichte. Der Abwärtstrend ist intakt, und die offene Lücke Richtung 30 Euro, bzw. darunter bleibt im Raum stehen. Anleger sollten die anstehenden Termine im Juli und August im Blick behalten, dort könnte sich zeigen, ob das Management den Auftragsberg auch in echten Umsatz ummünzen kann. Bis dahin bleibt Vorsicht angebracht!
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
Haftungsausschluss/Disclaimer
Die hier angebotenen Artikel dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind weder explizit noch implizit als Zusicherung einer bestimmten Kursentwicklung der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals und - je nach Art des Investments - sogar zu darüber hinausgehenden Verpflichtungen, bspw. Nachschusspflichten, führen können. Die Informationen ersetzen keine auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird weder ausdrücklich noch stillschweigend übernommen. Finanznachrichten.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinerlei Einfluss. Finanznachrichten.de hat bis zur Veröffentlichung der Artikel keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand der Artikel. Die Veröffentlichungen erfolgen durch externe Autoren bzw. Datenlieferanten. Infolgedessen können die Inhalte der Artikel auch nicht von Anlageinteressen von Finanznachrichten.de und/oder seinen Mitarbeitern oder Organen bestimmt sein.



