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Die BYD-Aktie taumelt immer weiter, mittlerweile auf ein neues Jahrestief, Anleger zucken erschrocken zusammen. Doch ein zweiter Blick lohnt sich: Im Ausland verkauft BYD wie nie zuvor, in Großbritannien entsteht ein riesiges Ladenetz, und in Goodwood, genauer gesagt beim "Goodwood Festival of Speed" rollt im Juli eine Modeloffensive an, die selbst Tesla nervös machen dürfte. Das aktuelle Kursniveau erinnert derzeit stark an August 2024 und genau dort hatte die Aktie damals schon einmal gedreht. Lohnt sich jetzt der Mut zum Einstieg, oder ist das nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach unten? Wir schauen genauer hin.
Ausland läuft, China schwächelt
BYD startet hart in die letzte Woche des ersten Halbjahres. Am vergangenen Freitag rutschte die Aktie auf ein neues Mehrmonatstief. Seit Jahresbeginn stehen über 20 Prozent Verlust zu Buche. Das operative Bild jedoch zeigt ein anderes Gesicht. Im Mai lieferte BYD über 383.000 Fahrzeuge aus, erstmals seit acht Monaten wieder mehr als im Vorjahr. Der Haken dabei ist aber, dass zuhause in China die Verkäufe weiter mit minus 24 Prozent einbrachen. Den Schwung holt sich BYD komplett aus dem Ausland, dort ging es um satte 80 Prozent nach oben. Parallel baut der Konzern in Großbritannien 300 Schnellladestationen auf, die in fünf Minuten über 300 Kilometer Reichweite nachladen sollen. Bis 2027 sollen es europaweit 3.000 werden. In der Türkei dagegen ruht das Werksprojekt, Ungarn rückt als neuer Produktionsstandort in den Fokus.
Goodwood als großer Auftritt
Im Juli zeigt BYD beim Goodwood Festival of Speed, was im Konzern steckt. Acht neue Modelle über drei Marken hinweg sollen Europa beeindrucken, von der Premiummarke Denza bis zur Luxusschmiede Yangwang. Der Denza Z Coupe schafft mit drei Elektromotoren über 340 Kilometer pro Stunde, der Yangwang U9 Xtreme hält sogar einen Produktions-EV-Rekord auf der Nürburgring-Nordschleife. Dazu kommt mit dem Shark ein Plug-in-Hybrid-Pickup, der ein bislang leeres Segment in Europa besetzt. BYD-Vizepräsidentin Stella Li nennt den Auftritt selbst eine Absichtserklärung, und das wirkt nicht übertrieben. In Großbritannien hat BYD bereits Tesla und Kia als meistverkaufte Elektromarke überholt, der Auslandsabsatz erreichte im Mai einen historischen Höchststand.
Charttechnik
Der Chart sieht auf den ersten Blick düster aus, denn seit dem Hoch bei 17,69 Euro im Mai 2025 hat die Aktie über 50 Prozent verloren, der Rutsch unter 8,50 Euro bestätigte den Abwärtstrend erneut. Die nächste Auffangzone liegt um 7,80 Euro, darunter würde das Tief aus 2024 bei 6,72 Euro wieder in Reichweite rücken. Der RSI von 17 signalisiert eine deutlich überverkaufte Lage, das spricht für eine technische Gegenbewegung. Mehr als eine Erholung innerhalb des Abwärtstrends wäre das aber zunächst nicht. Erst ein Sprung über 9,80 Euro würde die Lage spürbar entspannen.

Was tun?
Die Ausgangslage bleibt zweigeteilt. Fundamental überzeugt BYD mit starkem Auslandswachstum und einer breiten Modeloffensive, die im Juli mit dem Seal 08 und der Luxusmarke Yangwang neue Akzente setzt. Charttechnisch dominiert dagegen weiter der Abwärtstrend, und Belastungsfaktoren wie das gestoppte Türkei-Werk oder drohende EU-Zölle bleiben real. Wer auf den Rebound setzt, sollte die Marke 7,80 Euro im Blick behalten und Geduld mitbringen. Ein Einstieg auf dem aktuellen Niveau bleibt spekulativ, aber möglicherweise interessant.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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