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Erst der Absturz, jetzt die Kehrtwende?! Die Telekom-Aktie hat zuletzt ordentlich eingebüßt und markierte ein neues Mehrjahrestief. Doch heute dreht der Wind. Der Bonner Konzern startet die dritte Tranche seines milliardenschweren Rückkaufprogramms. Das ist ein klares Signal an die Börse und an die Marktteilnehmer. Gleichzeitig bleiben die Analysten der Aktie treu, kein einziges Verkaufsvotum ist zu finden. Reicht das für eine nachhaltige Erholung, oder war es nur ein kurzes "Aufflackern", bevor der nächste Rutsch Richtung 20 Euro beginnt? Wir schauen uns die Sache genauer für Sie an.
Sorgt der Rückkauf für Rückenwind?
Die Telekom zeigt mit dem Start der dritten Rückkauf-Tranche dass frisches Geld in die eigene Aktie fließen soll. Insgesamt sollen bis zu 23,5 Millionen Papiere bis Ende September eingesammelt werden, für maximal 560 Millionen Euro. Alles in allem steckt hinter dem kompletten Programm ein Volumen von 2 Milliarden Euro. Das Management traut dem eigenen Kurs offenbar mehr zu, als der Markt zuletzt annimmt, obwohl das heutzutage nichts aussagt, denn Schwäche kann auch weiter zu noch mehr Schwäche führen. Aber ein Rückkauf ist dennoch erstmal ein gutes Zeichen, zumindest ein besseres, als wenn es keinen Rückkauf gibt.
Auch operativ läuft es rund: Das erste Quartal übertraf die Erwartungen deutlich, der Gewinn je Aktie lag rund 17 Prozent über dem Konsens. Die Sorgen drehten sich zuletzt vor allem um die US-Tochter T-Mobile, die aus wichtigen Indizes flog und unter SpaceX-Spekulationen litt. Doch BNP Paribas gibt schon einmal Entwarnung. Ein Zugriff von Starlink auf die Netze der US-Tochter sei regulatorisch kaum durchsetzbar.
Analysten bleiben an Bord
Bemerkenswert ist vor allem eines, dass trotz des heftigen Kursrutsches kein einziges der großen Analystenhäuser "das Handtuch geworfen" hat. J.P. Morgan sieht die Aktie weiterhin bei 41,50 Euro fair bewertet, Citi bei 38 Euro, UBS bei 36,60 Euro. Selbst Barclays, die ihr Kursziel zuletzt von 39,50 auf 36,50 Euro zurücknahmen, bleiben bei ihrem Kaufvotum. Der Konsens von knapp 38 Euro liegt damit weit über dem aktuellen Kurs von etwas mehr als 24 Euro. Dieser Abstand zeigt, wie stark sich Marktstimmung und fundamentale Einschätzung derzeit auseinanderentwickelt haben. Hinzu kommt die Dividendenrendite von rund 4 Prozent, die gerade in unsicheren Marktphasen für zusätzliche Attraktivität sorgt und Anlegern ein Polster bietet, während der Kurs seinen Boden zu finden versucht.

Charttechnik
Der Kursverlauf spricht bislang eine eher schwache Sprache. Von über 34 Euro ging es in wenigen Monaten auf unter 24 Euro herunter, allein die letzten Wochen kosteten zweistellige Prozentwerte. Zuletzt tauchte die Aktie sogar unter 24 Euro, bevor die Rückkauf-Nachricht für eine spürbare Gegenbewegung sorgte. Der RSI rutschte zuletzt in den überverkauften Bereich ein. Das ist aber auch ein Warnsignal für zu viel Pessimismus auf einmal, wie es oft vor Erholungsphasen auftaucht. Die Marke von 25 bis 26 Euro dürfte nun die erste echte Bewährungsprobe sein. Gelingt der Sprung darüber, wäre der Weg Richtung 28 bis 30 Euro wieder frei. Scheitert die Erholung dort, bleibt ein erneuter Test der Tiefs um 20 Euro ein möglicherweise realistisches Szenario.
Was tun?
Fundamental steht die Telekom deutlich besser da, als es der Kurs aktuell vermuten lässt. Stabile Zahlen, eine laufende Prognoseanhebung und eine breite Analystenunterstützung mit Kurszielen zwischen 36 und über 40 Euro sprechen für Substanz. Der Rückkauf unterstreicht das Vertrauen des Managements zusätzlich. Charttechnisch bleibt die Lage angeschlagen, ein überverkaufter RSI und der laufende Rückkauf könnten aber tatsächlich eine erste Bodenbildung einleiten. Wer bereits investiert ist, könnte die Position halten und zunächst die Reaktion an der 25-Euro-Marke abwarten. Für einen Neueinstieg bietet sich möglicherweise eine gestaffelte Kaufstrategie an, um von möglichen Rücksetzern weiter zu profitieren, ohne das Chance-Risiko-Verhältnis aus den Augen zu verlieren.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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