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Infineon hat ein Werk, das größer kaum sein könnte eröffnet. Es ist in Dresden die neue Smart Power Fab, gebaut für rund 5 Milliarden Euro. Es ist die größte Einzelinvestition der Firmengeschichte. Tausend neue Jobs entstehen, die Kapazität am Standort verdoppelt sich. Sogar Kanzler Merz spricht von einem "positiven Signal", Analysten überschlagen sich mit den Kurszielen. Doch an der Börse zeigt sich die Aktie zuletzt zickig. Wir klären für Sie, was dahinter steckt und ob sich ein Einstieg jetzt noch lohnt und wenn ja wie man vorgehen könnte!?
Die Fabrik als Statement
Drei Jahre Bauzeit, drei Monate früher fertig als geplant. Das ist die Bilanz der Smart Power Fab, die Vorstandschef Jochen Hanebeck als Meilenstein für ein "technologisch souveränes Europa" feiert. Produziert werden Leistungshalbleiter auf 300-Millimeter-Wafern. Diese werden gebraucht in Elektroautos, Windrädern, Rechenzentren und zunehmend auch in humanoiden Robotern. Genau dort liegt die eigentliche Story: Infineon positioniert sich als Zulieferer für die KI-Revolution, nicht mehr nur als klassischer Chiphersteller. Das hat auch den Kurs die vergangenen Wochen regelrecht explodieren lassen.
Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zeigte sich bei der Eröffnung sichtlich stolz. Dresden sei mit dieser Investition endgültig zum größten Mikroelektronikcluster Europas gereift, sagte er. Zusammen mit der Ansiedlung von TSMC und den Erweiterungen bei Globalfoundries soll die Zahl der Beschäftigten in der Region bis 2040 auf rund 100.000 wachsen. Ein Ökosystem, das Infineon nicht nur Prestige, sondern auch handfeste Standortvorteile bei Fachkräften und Zulieferern verschafft.
Die Deutsche Bank bestätigte ihr "Buy"-Rating und sieht sogar Spielraum, das KI-Umsatzziel für 2027 nach oben zu schrauben. Auch Barclays, Jefferies und Bernstein bleiben optimistisch, mit Kurszielen bis 102 Euro! Bemerkenswert ist dabei, wie breit die Zustimmung ausfällt: Kaum ein Analystenhaus stellt sich derzeit gegen die Wachstumsstory, auch wenn einzelne Stimmen wie die der UBS vor einer zu starken Fokussierung auf das KI-Geschäft warnen und Risiken im klassischen Kerngeschäft sehen.
Charttechnik
Nach der fulminanten Rally der letzten Wochen ist in den letzten Tagen etwas Luft aus der Aktie gewichen. Der RSI ist von oben wieder unter die Marke von 70 gerutscht, ein Zeichen, dass die kurzfristige Überhitzung nachlässt. Das kann den Kurs erstmal weiter belasten. Wie lange diese Korrektur dauert, weiß seriös niemand vorherzusagen. Wer einsteigen möchte, könnte z. B. jetzt gestaffelt vorgehen und Limit-Orders im Bereich zwischen 50 und 65 Euro in den Markt legen. Werden diese ausgeführt, sollte man einen besseren Schnittkurs erreichen können, als dies mit einer vielleicht zu früh und zu groß platzierten Einzelorder der Fall wäre.

Was tun?
Die Zahlen bei Infineon stimmen positiv! Im zweiten Geschäftsquartal legte der Umsatz um 6 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro zu, das operative Ergebnis kletterte deutlich. Fundamental spricht vieles für Infineon, so z. B. die starke Nachfrage nach KI-Leistungshalbleitern, Preiserhöhungen, ein diversifiziertes Portfolio zwischen Auto, Industrie und Rechenzentren. Auch die jüngsten Nachrichten, von der Werkseröffnung bis zu den Analysten-Upgrades, zeichnen ein positives Bild. Kurzfristig bleibt die Aktie aber nach der Rally anfällig für Rücksetzer. Wer langfristig an den Halbleiter- und KI-Trend glaubt, kann die Korrektur nutzen und gestaffelt einsteigen. Das Kursziel liegt durchaus mittelfristig im Bereich oberhalb von 80 - 85 Euro.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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