
© Foto: Rodger Shija auf Pixabay (Symbolbild)
Bei Puma wird es in den kommenden Tagen und Wochen richtig spannend. Analysten rechnen mit dem schwächsten Quartal des Jahres, einem satten Umsatzminus und einem operativen Verlust von über 60 Millionen Euro. Das klingt erstmal nach schlechten Nachrichten, doch die Aktie zeigt sich davon, bislang jedenfalls, komplett unbeeindruckt und hält sich stabil über der wichtigen 26-Euro-Marke. Woran das liegt, was die Analystenhäuser jetzt wirklich denken und wie es charttechnisch weitergehen könnte, das schauen wir uns jetzt für Sie mal genauer an.
Zahlen im Blick: Analysten erwarten den Tiefpunkt
Puma steht kurz vor der Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal, und die Erwartungen sind alles andere als toll. Die Experten von mwb research rechnen z. B. mit einem Umsatz von 1,66 Milliarden Euro, das wäre währungsbereinigt ein Rückgang von rund 9 Prozent. Noch schwerer wiegt der erwartete operative Verlust von 62,5 Millionen Euro. Der Sportartikelhersteller würde damit tief in die roten Zahlen rutschen.
Trotzdem sehen einige Analysten auch Positives darin. Die Bereinigung im Großhandel, weniger Rabatte und der Rückzug aus dem ungeliebten US-Discountgeschäft drücken zwar kurzfristig auf den Umsatz, verbessern aber die Qualität der Vertriebskanäle. mwb research hat deshalb die Gewinnprognose für das Gesamtjahr sogar angehoben. Sprich, schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten. Klingt ein wenig verrückt, macht aber schon Sinn! An der Börse muss man eben auch manchmal um eine oder mehrere Ecken denken.
Bei den großen Häusern bleibt man vorerst zurückhaltend. J.P. Morgan, UBS und RBC stufen die Aktie allesamt neutral ein, mit Kurszielen zwischen 25 und 26 Euro. Die Analystin von J.P. Morgan sieht sogar eine wachsende Kluft zwischen verlässlichen Lieferanten wie Adidas und On Holding auf der einen Seite und Sanierungsfällen wie Puma und JD Sports auf der anderen.

Charttechnik
Der Chart zeigt sich derzeit erstaunlich robust. Puma hält sich stabil bei rund 26 - 27 Euro und verteidigt damit seine wichtige Unterstützung. Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits gut 20 Prozent zugelegt. Damit haben wohl nicht alle gerechnet. Dies dürfte viele Anleger sogar eher überrascht haben, angesichts der schwachen operativen Lage.
Fällt der Kurs aber unter die untere Unterstützung bei 25 - 25,50 Euro, wird es erst wieder am 200er SMA bei etwa 22,79 Euro spannend. Dort dürfte dann die nächste größere Käuferzone warten. Anders sieht es nach oben aus: Gelingt der nachhaltige Sprung über 30 Euro, könnte durchaus die Marke von 40 Euro ins Visier rücken. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg, und der RSI von knapp 54 zeigt derzeit eine ziemlich neutrale Stimmung ohne klare Richtung.
Was tun?
Die Lage bei Puma bleibt immer noch zweigeteilt. Operativ drohen die schwächsten Zahlen des Jahres, ein Umsatzrückgang und ein deutlicher Verlust sind aber defacto schon praktisch eingepreist. Vielleicht nicht ganz, aber bei einigen Analysten wohl schon. Gleichzeitig gibt es erste Hinweise, dass die Bereinigung der Vertriebskanäle Früchte trägt und das Management langfristig auf einem besseren Weg ist. Charttechnisch hält sich die Aktie bislang tapfer über der 26-Euro-Marke. Anleger sollten diese Unterstützung im Blick behalten. Hält sie, bleibt der Weg nach oben Richtung 30 und später 40 Euro offen. Reißt sie, könnte nach dem Bruch der 25 Euro der 200-Tage-Durchschnitt bei rund 22,79 Euro zur nächsten wichtigen Anlaufstelle werden. Insgesamt bleibt Puma eine Aktie für "geduldige Anleger", die an den Turnaround glauben und kurzfristige aber auch weitere Rückschläge aushalten können. Evtl. könnte man daher bei Rückschlägen gestaffelt Käufe in Erwägung ziehen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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