
© Foto: Dan Wright auf Pexels (Symbolbild)
Die TUI-Aktie tut sich schon in den letzten Wochen, aber auch jetzt immer noch wirklich schwer. Immer wieder pirscht sie sich an die 8-Euro-Marke heran, und immer wieder wird sie dort "abgewiesen". Verkäufer lauern an dieser Hürde und drücken den Kurs immer wieder zurück. Dabei passiert operativ einiges bei den Hannoveranern, was positiv sein dürfte: So z. B. sinkende Gebühren, neue Hotels, spannende Verhandlungen mit der niederländischen Regierung, aber fraglich bleibt, ob das für den Ausbruch nach oben reichen könnte, oder ob am Ende doch die Skeptiker die Oberhand behalten? Ein Blick auf Zahlen, Chart und News zeigt, worauf es jetzt ankommt.
Zwischen Sparpaketen und neuen Hotelprojekten
Bei TUI bewegt sich viel, denn gleich zwei staatliche Entscheidungen könnten dem Konzern spürbar Luft verschaffen. Zum einen sinkt die Luftverkehrsteuer seit Juli wieder auf das alte Niveau. Zum anderen wird ab November der Reisesicherungsfonds günstiger. Dies ist ein Schritt, für den sich TUI selbst stark gemacht hatte. Die Branche spart dadurch laut Berechnungen jährlich rund 630 Millionen Euro.
Auch international tut sich was. Gemeinsam mit dem Konkurrenten Corendon bietet TUI der niederländischen Regierung an, künftig das Regierungsflugzeug zu betreiben. Der mögliche Vorteil für den Staat: rund 100 Millionen Euro Ersparnis. Parallel wächst die Hotelmarke TUI Suneo kräftig weiter. Acht neue Häuser sind geplant, quer über drei Kontinente verteilt, von der Türkei bis nach Vietnam, aber das muss auch erwähnt werden:
Weniger erfreulich ist, dass die Beschwerdezahlen einen Rekordwert erreichten. Rund 29.400 Fälle meldete die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr allein im ersten Halbjahr, der Großteil betrifft den Flugverkehr. Lange Wartezeiten durch das neue EU-Grenzsystem und steigende Kerosinpreise setzen der Branche zusätzlich zu.

Charttechnik
Der Chart zeigt ziemlich deutlich, wo das Problem liegt. Immer wieder tastet sich die Aktie an die 8-Euro-Marke heran, und immer wieder kommen dort die Verkäufer aus der Deckung. Die langen Dochte nach oben in den Candlesticks sprechen eine klare Sprache: Käufer versuchen es, scheitern aber an dieser Hürde. Die Verkäufer sind mächtiger. Aktuell notiert der Kurs bei rund 7,20 Euro und damit unterhalb der wichtigen 200-Tage-Linie bei 7,66 Euro. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 6,83 Euro gibt derzeit noch Halt nach unten. Gelingt tatsächlich einmal der nachhaltige Sprung über die 8-Euro-Marke auf Schlusskursbasis - also nicht nur im Tagesverlauf - dürfte sich einiges an aufgestautem Kaufinteresse entladen. Der Weg wäre dann frei bis 10 Euro. Bleibt der Ausbruch aber aus, drohen erneute Rücksetzer, zunächst in Richtung 7 Euro, im schlechteren Fall sogar bis 6 Euro.
Was tun?
TUI bewegt sich in einem echt interessanten charttechnischen, aber auch fundamentalen Gebilde. Auf der einen Seite stehen Kostenentlastungen und eine wachsende Hotelsparte, die operativ Substanz zeigt. Auf der anderen Seite belasten Rekord-Beschwerden, steigende Kerosinkosten und ein zäher Chartverlauf, der die 8-Euro-Marke einfach nicht knacken will. Die fundamentale Entwicklung liefert leicht positive Signale, während die Charttechnik weiterhin zur Vorsicht rät. Anleger sollten die 8-Euro-Marke im Blick behalten und abwarten, ob dort endlich der Befreiungsschlag gelingt. Bis dahin bleibt TUI eine Aktie für die Seitenline mit klarem Blick auf die Marken oben und auch unten.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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