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Die Anteile von SAP profitieren am Dienstag vom Abverkauf bei KI-Hardware-Titeln. Auch technisch macht die Aktie einen zunehmend besseren Eindruck.
Tauziehen zwischen Software- und Handware-Titeln
Trotz einer gewaltigen Gewinnexplosion und dem dritten Rekordquartal in Folge ist die Aktie von Samsung an der südkoreanischen Heimatbörse um 6,9 Prozent eingebrochen. Die Verluste waren so gewaltig, dass sie zeitweise für eine Handelsunterbrechung sorgten. Das beweist einmal mehr, dass die Ansprüche der Anlegerinnen und Anleger an Unternehmen aus dem Halbleiter- und KI-Infrastruktursegment kaum noch zu erfüllen sind. Der Druck auf Werte wie Micron, SanDisk und SK Hynix dürfte bis auf weiteres anhalten.
In den vergangenen Monaten handelten Software-Titel häufig umgekehrt zu Hardware-Werten. Dass Halbleiteraktien jetzt erneut unter Druck stehen, dürfte daher Werten wie Microsoft, SAP und ServiceNow neue Erholungschancen eröffnen. Hier sind die Unternehmensbewertung "dank" der anhaltend hohen Kursverluste inzwischen attraktiv und oft deutlich unter den langfristigen Mittelwert gesunken.
SAP gefragt, Aktie auf dem Weg in Richtung Kaufsignal
Wie zum Beweis legt am Dienstag DAX-Schwergewicht SAP um über 2 Prozent zu und ist damit am oberen Ende der Kurstafeln zu finden. Tatsächlich gibt es Anzeichen dafür, dass die Erholung anhalten und die Aktie in Kürze sogar ein Kaufsignal generieren könnte.

Die Chancen auf eine Trendwende steigen ...
Übergeordnet ist das Chartbild unverändert trist. Es herrscht seit rund 1,5 Jahren ein hartnäckiger Abwärtstrend vor, der zuletzt für ein Mehrjahrestief und damit ein technisches Verkaufssignal gesorgt hat. Doch die Bullen wissen sich zumindest zeitweise immer wieder zur Wehr zu setzen. Das hat in den vergangenen Wochen zu möglicherweise entscheidenden Verbesserungen in den technischen Indikatoren beigetragen.
Sowohl im Relative-Stärke-Index (RSI) als auch im Trendstärkeindikator MACD liegen inzwischen gegen den Trend der Aktie gerichtete Aufwärtstrends vor. Solche bullishen Divergenzen gelten in der Chartanalyse als Vorboten von Trendwenden. Insbesondere im MACD zeigt sich angesichts des jüngsten Mehrjahrestiefs eine bemerkenswerte Konstanz. Zwar zeigt dieser unterhalb der Nulllinie liegend einen intakten Abwärtstrend an, doch über seine Signallinie hat er sich bereits verbessern können - das genügte in den vergangenen Wochen oft genug für einen mehrtägigen Erholungsimpuls.
... doch erstmal muss das Kaufsignal gelingen
Auch der RSI hat seinen Aufwärtstrend ausbauen können. Er liegt aktuell knapp oberhalb von 50 Punkten und zeigt damit beginnende technische Stärke an. Gleichzeitig ist er von fortgeschrittenen oder gar überkauften Niveaus noch ein gutes Stück entfernt. Das zeigt, dass die SAP-Aktie im laufenden Impuls noch Luft nach oben hat. Genau die ist jetzt gefordert, um die 50-Tage-Linie und den Widerstand bei 150 Euro abzuräumen und damit ein Kaufsignal zu generieren.
Gelingt der Sprung darüber, was angesichts der aufkommenden technischen Stärke wahrscheinlich ist, besteht Platz bis zur Abwärtstrendlinie bei rund 165 Euro. Das entspricht einer Aufwärtschance von rund 15 Prozent, ganz ohne, dass die Bullen bereits alles in die Waagschale werfen mussten. Um das kurzfristig starke Setup nicht zu gefährden, darf die Aktie aber nicht erneut auf Mehrjahrestiefs fallen, denn ansonsten würde der übergeordnete Abwärtstrend ein weiteres Mal bestätigt werden, während gleichzeitig die bullishen Divergenzen aufgegeben werden dürften.
Fazit: Die Aktie legt vor, jetzt hat es SAP selbst in der Hand
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung steht ein moderates KGVe 2026 von 19,3 zu Buche, dieses soll bis 2027 auf 16,4 und damit deutlich unter das 10-Jahres-Mittel von 39,3 sinken. Dank des finanziell konservativen Managements ist SAP hervorragend kapitalisiert und schuldenfrei. Dadurch kann die Aktie mit einem im Branchenvergleich günstigen EV/EBITDA-Verhältnis von 12,6 für 2026 und von 10,6 für 2027 glänzen.
Damit halten die Walldorfer alle Trümpfe in der Hand, bei der Aktie das Ruder herumzureißen - am Donnerstag in zwei Wochen steht der nächste Quartalsbericht an. Sofern SAP starke Zahlen und eine überzeugende Strategie im Gepäck hat, im KI-Zeitalter nicht nur bestehen, sondern auch Impulse setzen zu können, dürfte die Aktie vor einem heißen Sommer stehen.
Gastautor: Max Gross
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