LUDWIGSHAFEN (dpa-AFX) - Rund 100 Tage nach Eröffnung eines 8,7 Milliarden Euro teuren Verbundstandorts in China hat BASF -Finanzvorstand Dirk Elvermann eine positive Bilanz gezogen. Der Chemiekonzern rechne im ersten Betriebsjahr noch mit Verlusten, sagte er der Deutschen Presse-Agentur und der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Tatsächlich habe der Standort aber bereits fast zwei profitable Monate verzeichnet. Das sei "wirklich ganz spektakulär".
Für BASF sei das Areal in Zhanjiang vor allem eine Folge der Marktentwicklung. "Letztlich ist der Markt ausschlaggebend dafür, wo wir investieren", sagte Elvermann. Das Werk mit mehr als 30 Produktlinien, darunter ein Steamcracker, sei nicht nur planmäßig fertiggestellt worden, sondern habe auch das Budget unterschritten. "Das kommt bei Großprojekten nicht so oft vor." Zudem seien alle Anlagen sofort produktions- und lieferfähig gewesen.
Der Steamcracker, das Herzstück des Werks, ist eine Großanlage zur Aufspaltung von Rohbenzin mit Hilfe von Dampf (englisch: steam). BASF hatte das Werk in China am 26. März in Betrieb genommen (rund 2.000 Mitarbeiter).
Mit Blick auf das defizitäre Stammwerk Ludwigshafen sprach Elvermann von einem deutlichen Kulturwandel. Beschäftigte entwickelten zahlreiche Ideen, um Anlagen effizienter zu machen, Synergien zu heben und die Kostenstruktur zu verbessern. "Da erlebe ich gerade ganz viel Zusammenhalt und Teamgeist."
Der Standort werde weiter schrumpfen. Die Zahl der Beschäftigten sei auf rund 30.000 Vollzeitstellen gesunken und werde im Zuge steigender Produktivität weiter zurückgehen. Entscheidend sei, Mitarbeitern eine Zukunftsperspektive zu geben und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts dauerhaft zu sichern. Ende 2024 hatte BASF im Stammwerk noch 33.370 Beschäftigte./wo/mne/zb




