DJ Volkswagen kann bei Werksschließungen auf Niedersachen zählen - Magazin
DOW JONES--Der Volkswagen-Konzern kann einem Magazinbericht zufolge bei seinem Sparplänen auf die Unterstützung des Landes Niedersachsen bauen. Das Bundesland ist mit 20 Prozent an dem Konzern beteiligt und entsendet zwei Vertreter in den 20-köpfigen Aufsichtsrat, der am heutigen Nachmittag über weitreichende Sparmaßnahmen beraten soll. Wie die Wirtschaftswoche (Wiwo) unter Berufung auf Insider berichtet, ist das Land Niedersachsen bereit, einer Umwidmung und einem Auslaufen von VW-Werken zuzustimmen - sofern in den Fabriken so viele Jobs erhalten bleiben wie möglich.
Dem Wirtschaftsmagazin zufolge wird der Vorstand dem Aufsichtsrat Pläne für weitreichende Sparmaßnahmen vorlegen, darunter die Streichung von mehr als 70.000 Stellen und die Schließung bzw. das Auslaufen von vier Fabriken.
Laut der Wiwo verweisen Aufsichtsrats-Insider dabei auf das VW-Werk Osnabrück, dem VW bereits keine neuen Produktionsaufträge mehr erteile. Stattdessen sollen Rüstungsunternehmen in den Werkshallen produzieren. Dadurch würden Stellen erhalten.
Das Land Niedersachsen sehe dies als Blaupause für die Werke Zwickau, Emden oder Neckarsulm. Sogar im Falle des Nutzfahrzeugwerks in Hannover sei das Land Niedersachsen bereit, seine Zustimmung zu einer Umwidmung oder einem Verkauf zu erteilen.
Ein Aufsichtsratssprecher sagte auf Nachfrage von Dow Jones lediglich, es werde am Nachmittag über ein Transformationskonzept beraten. Die Informationen der Wiwo wollte er nicht kommentieren. Auch ein Sprecher für den Vorstand wollte sich dazu nicht äußern. Er verwies auf eine frühere Stellungnahme, nachdem vor zwei Wochen bereits das Manager Magazin über einen Stellenabbau von bis zu 100.000 Stellen bei VW berichtete hatte.
"Richtig ist, dass die gesamte Automobilindustrie und die Volkswagen Group eine tiefgreifende Transformation durchlaufen. Der Konzernvorstand hat immer wieder betont, dass unser aktuelles Geschäftsmodell so nicht mehr für alle Marken funktioniert", sagte ein Sprecher des Automobilkonzerns. Der gesamte Konzern müsse sich tiefgreifend verändern. Die zu Grunde liegenden Sachverhalte würden in den zuständigen Gremien besprochen und verabschiedet. Dem wolle man nicht vorgreifen.
Weiter schreibt die Wiwo, der VW-Vorstand habe einen Notfallplan vorbereitet, falls entscheidende Teile des Sparpakets nicht durch den Aufsichtsrat kommen. Diese Option solle aber noch nicht nach der heutigen Sitzung gezogen werden, vielmehr wolle man noch mindestens zwei Sitzungen des Aufsichtsrates abwarten.
Von dem Eskalationsplan hätten auch der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies und seine Senatskanzlei Kenntnis. Diese hätten ihrerseits Pläne erarbeitet, wie sie dieses Vorhaben durchkreuzen könnten, schreibt das Magazin unter Berufung auf weitere Insider. Das Umfeld schweige aus strategischen Gründen zu den Details.
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July 09, 2026 08:08 ET (12:08 GMT)
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