DJ MÄRKTE ASIEN/Börse Seoul stürzt um 9% ab - SK Hynix knicken um über 15% ein
Von Steffen Gosenheimer
DOW JONES--An den ostasiatischen Aktienmärkten ist es am Montag uneinheitlich zugegangen, wobei aber Seoul und Shanghai sehr schwach tendierten. Für Zurückhaltung sorgten die anhaltenden gegenseitigen Angriffe im Iran-Krieg, die deutlich steigende Ölpreise zur Folge hatten. Das heizte an den Finanzmärkten Sorgen vor steigenden Inflationsraten und erhöht bleibenden Zinsen an.
Klarer negativer Ausreißer war die Börse im koreanischen Seoul. Dort brach der als besonders technologielastig geltende Kospi um 9,0 Prozent ein. Seit Jahresbeginn liegt das bereits seit einigen Wochen extrem volatile Börsenbarometer zwar immer noch fast 62 Prozent im Plus, zeitweise waren es aber auch schon deutlich über 100 Prozent gewesen.
In Tokio kam der Topix um 0,7 Prozent zurück, in Hongkong (Späthandel) lag der HSI 0,1 Prozent höher. Der Shanghai-Composite-Index fiel dagegen deutlich um 2,1 Prozent. Im australischen Sydney rettete sich der S&P/ASX-200 zum Ende des Handels noch ganz knapp in positives Terrain, wozu insbesondere Kursgewinne im Bankensektor beitrugen.
Im Nahost-Konflikt fuhren die USA die vierte Angriffswelle, nachdem der Waffenstillstand in der Vorwoche für beendet erklärt worden war, worauf der Iran Raketen- und Drohnenangriffe auf Golfstaaten als Vergeltung ausübte. Unklar ist die Situation um die wichtige Straße von Hormus. Während der Iran sie für geschlossen erklärte, behaupten die USA, die kommerzielle Schifffahrt durch die Wasserstraße bleibe unter US-Schutz offen. Der Brent-Ölpreis kostete zuletzt knapp 4 Prozent mehr, knapp unter 79 Dollar.
Die wieder zunehmende Spekulation über hohe Zinsen setzte am Aktienmarkt unter anderem Technologieaktien zu mit Blick auf deren vielfach hohen Bewertungen. Die Aufmerksamkeit der Akteure richtet sich unter anderem auf die geldpolitische Entscheidung der koreanischen Notenbank am Donnerstag. Ökonomen erwarten, dass die Zentralbank ihren Leitzins auf 2,75 Prozent anheben wird.
Massiv unter Druck standen in Seoul die Kurse der beiden Higfhlyer Samsung Electronics und SK Hynix. Samsung rutschten um über 10 Prozent ab, für SK Hynix ging es sogar um 15,4 Prozent abwärts, auf das niedrigste Niveau seit rund einem Monat. Beide Aktien liegen seit Jahresbeginn immer noch klar im Plus - Samsung rund 112 und SK Hynix rund 183 Prozent.
Dass die US-Hinterlegungsscheine (ADR) von SK Hynix am Freitag ein fulminantes Debüt an der Nasdaq feierten, womit dem Unternehmen rund 26 Milliarden Dollar zuflossen, half nicht. Südkoreanische Medien führten laut Marktteilnehmern den Rückgang auf eine Prognose von Korea Investment & Securities Co. zurück. Demnach prognostiziert das Brokerhaus für das zweite Quartal einen operativen Gewinn von 60,4 Billionen Won (umgerechnet ca. 40,3 Milliarden Dollar), was unter der Konsensschätzung von 65 Billionen Won liegt. Der Speicherchip-Riese soll im Vergleich zu seinen Wettbewerbern aufgrund seines deutlich größeren Marktanteils im Bereich High Bandwidth Memory (HBM) einen geringeren Anstieg der durchschnittlichen Verkaufspreise verzeichnet haben.
Allerdings standen auch andere Halbleiteraktien im Rahmen der seit einigen Wochen zu beobachtenden Berg- und Talfahrt unter Druck. Ebenfalls in Seoul rutschten Hanmi Semiconductor um 7,4 Prozent ab, in Tokio verloren Advantest über 3 und Renesas über 6 Prozent. Kioxia sackten um 12,3 Prozent ab. Anleger hätten sich vor den in dieser Woche anstehenden Quartalszahlen von ASML und TSMC zurückgehalten, die wichtige Hinweise auf Investitionen im KI-Bereich, die Nachfrage nach Speicherchips und den Ausblick für die Halbleiterbranche liefern dürften, hieß es. Belastend habe daneben eine weiterhin negative Einschätzung des Flash-Speicherherstellers durch Bernstein gewirkt mit einer bestätigten Verkaufsempfehlung für die Aktie. In Hongkong verbilligten sich Hua Hong um 6,3 oder SMIC um 2,3 Prozent.
In Taipeh gingen TSMC 1,0 Prozent höher aus dem Tag. Nach Handelsende teilte der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger einen deutlichen Anstieg seines Umsatzes im zweiten Quartal mit und zwar um 36 Prozent auf Jahressicht. TSMC übertraf damit die Markterwartung knapp. Im Juni betrug das Plus sogar fast 68 Prozent. Die starken Umsatzzahlen kommen nur wenige Tage vor TSMCs Ergebnissen für das zweite Quartal, wobei der Chiphersteller voraussichtlich ein weiteres Rekordquartal melden wird. Das Unternehmen hat stark von der steigenden Nachfrage nach fortschrittlichen Chips profitiert.
In China legten Erdgas- und Industriegaswerte zu, nachdem Peking ein vorübergehendes Exportverbot für Helium verhängt hatte. Zur Begründung verwies die Regierung auf die strategische Bedeutung von Industriegasen, die unter anderem in der Halbleiterproduktion eingesetzt werden.
=== INDEX zuletzt +/- % % YTD Handelsschluss S&P/ASX 200 (Sydney) 8.808,50 +0,0 +1,1 08:00 Topix 500 (Tokio) 3.136,17 -0,7 +17,9 08:00 Kospi (Seoul) 6.806,93 -9,0 +61,5 08:30 Hang-Seng (Hongkong) 24.203,21 +0,1 -5,6 10:00 Shanghai-Composite 3.913,79 -2,1 -1,4 09:00 Straits-Times (Singapur) 5.459,16 -0,2 +17,5 11:00 IDX Comp. (Indonesien) 5.914,33 -0,2 -31,6 10:00 KLCI (Malaysia) 1.699,61 +0,5 +1,2 10:00 DEVISEN zuletzt +/- % 00:00 Fr, 13:03 % YTD EUR/USD 1,1404 -0,1 1,1413 1,1434 -2,9 EUR/JPY 185,05 +0,3 184,57 184,98 +0,6 EUR/GBP 0,8521 +0,1 0,8516 0,8510 -2,2 USD/JPY 162,24 +0,3 161,69 161,77 +3,6 USD/KRW 1.502,50 +0,2 1.498,85 1.503,57 +4,3 USD/CNY 6,7828 +0,1 6,7766 6,7741 -3,0 USD/CNH 6,7849 +0,1 6,7813 6,7785 -2,7 USD/HKD 7,8388 -0,0 7,8396 7,8387 +0,7 AUD/USD 0,6929 -0,3 0,6950 0,6948 +3,9 NZD/USD 0,5761 +0,0 0,5759 0,5769 +0,1 BTC/USD 62.761,50 -2,2 64.167,25 64.401,24 -28,4 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 74,11 +3,8 2,70 71,41 Brent/ICE 78,85 +3,7 2,84 76,01 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.053,22 -1,6 -66,86 4.120,08 Silber 58,04 -3,0 -1,80 59,84 Platin 1.610,45 -1,0 -16,94 1.627,39 (Angaben ohne Gewähr) ===
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July 13, 2026 03:19 ET (07:19 GMT)
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