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Jamie Coleman (MFS): Waffenstillstand in Gefahr

3. bis 10. Juli 2026

Internationale Aktien legten diese Woche zu, vor allem wegen der Erholung von Energie- und Halbleiterwerten. Die US-Zehnjahresrendite stieg von 4,47% am letzten Donnerstag auf 4,54%. Das Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich um 4,50 US-Dollar auf 72,00 US-Dollar, weil sich die USA und der Iran wieder über die Kontrolle der Straße von Hormus streiten. Gemessen an Terminkontrakten auf den CBOE Volatility Index (VIX) fiel die Volatilität diese Woche leicht von 17,9 auf 17,4.

Konjunktur

Trump erklärt Waffenstillstand für beendet

Der brüchige Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran endete diese Woche endgültig, als Irans Revolutionsgarden mehrere Schiffe in der Straße von Hormus angriffen und schwer beschädigten. Das Joint Maritime Information Center stufte die Bedrohungslage daraufhin auf "hoch" hinauf. Trump erklärte den Waffenstillstand für beendet und nannte weitere Gespräche "Zeitverschwendung". Die USA beschossen daraufhin in zwei Wellen die iranische Küste nahe der Meerenge, einschließlich Kharg Island, und zerstörten eine Brücke. Nach amerikanischen Angaben hat der Iran sie für Truppentransporte genutzt. Der Iran wiederum beschoss Bahrain und Kuwait, zwei Länder mit US-Militärbasen, mit Drohnen und ballistischen Raketen. Der US-Präsident deutete an, noch immer eine Verhandlungslösung zu wollen, doch könne man zur Not auch anders. Er brachte dann eine erneute Seeblockade ins Spiel. Unterdessen verbot das US-Finanzministerium dem Iran erneut den Verkauf von Rohöl und Rohölprodukten am Weltmarkt; die Sanktionen waren zuvor ausgesetzt worden. Am Freitagmorgen sagte Trump, dass der Waffenstillstand zwar vorbei sei, die Gespräche mit dem Iran aber weitergingen.

Wenig Neues im Fed-Protokoll

Anleger waren sehr gespannt auf das am Mittwoch veröffentlichte Protokoll der Juni-Offenmarktausschusssitzung. Doch wie im Vormonat war es recht kurz und enthielt nichts, was Notenbankchef Kevin Warsh nicht schon in seiner ersten Pressekonferenz gesagt hatte. Dem Protokoll zufolge sorgt man sich um die Preisstabilität. Ob die Zinsen unverändert bleiben oder dieses Jahr doch noch erhöht werden, sei unklar und hinge von den nächsten Inflationszahlen ab. Da Öl wegen der neuen Feindseligkeiten um die Straße von Hormus wieder teurer geworden ist, schätzt man die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte Ende Juli am Markt jetzt auf etwa 25%.

Unabhängig davon gab die Fed am Donnerstagnachmittag die Einrichtung von fünf Arbeitsgruppen bekannt, wie von Warsh in der Junisitzung skizziert. In jeder Gruppe gehe es um die Verbesserung von Techniken, Methoden, Instrumenten und geldpolitischen Ansätzen, schrieb Warsh in einer Mitteilung. Die Arbeitsgruppen werden zwar von Notenbankmitarbeitern unterstützt, sind aber unabhängig. Sie sollten dem Offenmarktausschuss ehrliches Feedback geben und konkrete Ergebnisse liefern.

NATO-Gipfel stellt transatlantische Zusammenarbeit auf die Probe

Diese Woche nahm Präsident Trump am NATO-Gipfel in der Türkei teil, wo die transatlantischen Spannungen unübersehbar waren. Trump erwägt dem Vernehmen nach, etwa ein Drittel der US-Truppen aus Europa abzuziehen. Er reagiere damit auf die Weigerung der NATO, in den Irankrieg einzugreifen. Trump betonte erneut, dass er Grönland übernehmen wolle. Als ein willkommenes Zeichen für europäische Autarkiebestrebungen einigten sich Großbritannien, Frankreich und Deutschland auf eine 50 Milliarden US-Dollar schwere Initiative zur Entwicklung von Langstreckenraketen mit über 2.000 Kilometern Reichweite. Trump signalisierte seine Bereitschaft, der Türkei F-35-Kampfflugzeuge zu verkaufen und die Sanktionen wegen der türkischen Käufe russischer S-400-Luftabwehrsysteme aufzuheben. Da es offensichtlich an Raketenabwehrsystemen mangelt, wolle er der Ukraine erlauben, selbst Patriot-Raketen zu produzieren. Außerdem wolle er den Handel mit Spanien begrenzen, da das Land seinen NATO-Verpflichtungen nicht vollständig nachkommen wolle und im Irankrieg seinen Luftraum für US-Flugzeuge geschlossen habe. Die Administration begann daraufhin, eine Liste spanischer Importgüter aufzustellen, die man boykottieren könne. Auf seinem Rückflug in die USA meinte Trump dann aber, dass Spanien seine Haltung geändert habe, und drohte nicht mehr mit einem Embargo.

Kurz gefasst

Im Juni legten die Einkaufsmanagerindizes weltweit etwas zu. Die USA lagen aber leicht zurück.

Der Internationale Währungsfonds senkte seine Weltwirtschaftsprognose von 3,1% Wachstum im April auf 3,0%. Die Prognose für die USA betrug unverändert 2,3%, die für Europa wurde von 1,0% auf 0,9% gesenkt. Die Prognose für China wurde von 4,4% auf 4,6% angehoben.

Zu Beginn der Berichtssaison für das 2. Quartal sind die Erwartungen sehr hoch. Laut FactSet haben die Analysten ihre Schätzungen für den Gewinn je Aktie im Laufe des Quartals um 3,4% angehoben, von 78,84 US-Dollar auf 81,54 US-Dollar. Das ist der größte Anstieg seit den 7,7% vom 2. Quartal 2021. Das Risiko von Enttäuschungen steigt.

Am Mittwoch berichtete Bloomberg, dass sich zurzeit etwa 63 Millionen Barrel iranisches Rohöl auf dem Exportweg befänden oder auf dem Meer in Tankern lagerten. Angesichts europäischer und britischer Sanktionen, die Transportversicherungen erschweren, sowie drohender US-Sanktionen dürfte dieses Öl nur schwer zu verkaufen sein.

Wie der Stock Trader's Almanac berichtet, ist der S&P 500 seit 1950 sechs Mal im 1. Quartal gefallen und im 2. Quartal um mindestens 10% gestiegen. Stets habe er dann in der zweiten Jahreshälfte zugelegt. Im 1. Quartal fiel der Index um 4,6%, im 2. Quartal stieg er um 14,9%.

Diese Woche fiel Südkoreas KOSPI in eine technische Baisse. Seit seinem Rekordhoch im Juni hat er über 20% verloren. Dennoch zählt der KOSPI seit Jahresbeginn zu den erfolgreichsten großen Aktienindizes der Welt. In Won ist er um über 70% gestiegen.

Die OPEC+ einigte sich darauf, die geplante Förderung ab nächsten Monat um 188.000 Barrel täglich anzuheben. Damit wäre die Förderung seit Kriegsbeginn um 940.000 Barrel täglich gestiegen. Die früheren Förderkürzungen werden sukzessive rückgängig gemacht.

Peking erwägt strengere Kontrollen für chinesische KI-Technologie, die erkennbar billiger ist als führende US-Modelle. Man plant eine strengere Aufsicht, eine verzögerte Markteinführung und Beschränkungen für ausländische Investitionen, damit die chinesische Technologie nicht in feindliche Hände gerät.

Im Mai weitete sich das amerikanische Handelsbilanzdefizit deutlich aus, von 54,6 Milliarden US-Dollar auf 77,6 Milliarden US-Dollar, vor allem wegen der Einfuhr von Bauteilen für KI. Ein größeres Handelsbilanzdefizit dämpft rechnerisch das Wirtschaftswachstum.

Die neuseeländische Notenbank hat ihren Leitzins diese Woche um 25 Basispunkte auf 2,5% erhöht.

Ein französisches Gericht ermöglichte Marine Le Pen die Präsidentschaftskandidatur 2027, indem es ihr Kandidaturverbot für öffentliche Ämter auf 15 Monate verkürzte. Le Pen war zuvor wegen Veruntreuung von EU-Geldern verurteilt worden. Sie hatte damit Mitarbeiter finanziert, die sich mit französischen statt mit europäischen Themen befassten. Kurz nach dem Urteil erklärte Le Pen offiziell ihre Kandidatur.

In seinem Jahresbericht mahnte das britische Office for Budget Responsibility dringende Ausgabenkürzungen an. Je länger die Staatsschulden stiegen, desto wahrscheinlicher würden höhere Zinsen oder eine plötzliche negative Marktreaktion.

Toyota kündigte an, 3,6 Milliarden US-Dollar in ein Werk für Kleinlastwagen in Texas zu investieren, um die Produktion von Mexiko in die USA zu verlagern.

Nach wiederholten ukrainischen Angriffen auf die russische Energieinfrastruktur hat Moskau den Export von Diesel bis Ende Juli untersagt. Präsident Putin lehnte Friedensverhandlungen ab und sagte, dass Russland nach den ukrainischen Angriffen nur noch entschlossener sei, den Krieg zu gewinnen.

Die Verkäufe amerikanischer Bestandsimmobilien fielen im Juni auf 2,4%, aber der Median-Hauspreis stieg um 1,8% auf einen Rekordwert von 440.600 US-Dollar.

Der südkoreanische Speicherchiphersteller SK Hynix hat für 26,5 Milliarden US-Dollar ADRs begeben, die dem Vernehmen nach siebenfach überzeichnet sind. Ein Teil der Einnahmen soll für den Bau von Fabriken in den USA verwendet werden. Es handelt sich um den größten ausländischen Börsengang in den USA aller Zeiten.

Am Freitag forderte Japans Finanzministerin Satsuki Katayama die riesigen japanischen Pensionsfonds zu mehr Inlandsinvestitionen auf. Daraufhin legte der Yen kräftig zu, und die japanischen Anleihenrenditen gaben nach.

In Kanada wurden im Juni 18.200 neue Stellen geschaffen. Die Arbeitslosenquote fiel von 6,6% auf 6,5%.

NÄCHSTE WOCHE

Montag: US-Haushaltssaldo

Dienstag: japanische Industrieproduktion, amerikanische Verbraucherpreise

Mittwoch: BIP und Einzelhandelsumsätze in China, Industrieproduktion im Euroraum, amerikanische Produzentenpreise, Sitzung der Bank of Canada

Donnerstag: BIP und Industrieproduktion in Großbritannien, Einzelhandelsumsätze und schwebende Hausverkäufe in den USA

Freitag: Verbraucherpreise im Euroraum, Baubeginne in den USA

Fokussiert und diversifiziert bleiben

Unabhängig vom Marktumfeld halten wir es für sehr wichtig, dass Investoren stark nach Assetklassen diversifizieren. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Ihrem Investmentberater können Sie dazu beitragen, dass Ihr Portfolio angemessen diversifiziert ist und zu Ihren Langfristzielen, Ihrem Zeithorizont und Ihrer Risikobereitschaft passt. Diversifikation garantiert aber keine Gewinne und schützt auch nicht vor Verlusten.

Diese Informationen sowie Nennungen von Unternehmen und Einzelwerten dürfen nicht als Anlageberatung, Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Hinweis auf die Kauf- oder Verkaufsabsichten eines MFS-Produkts aufgefasst werden.

Die hier genannten Einzelwerte können, aber müssen nicht in MFS-Fonds enthalten sein. Eine vollständige Liste aller Einzelwerte von MFS-Portfolios finden Sie in deren aktuellen Jahres-, Halbjahres- oder Quartalsberichten. Vollständige Bestandsübersichten finden Sie auch in den Fondsübersichten im Abschnitt "Produkte" auf mfs.com.

Die hier dargestellten Meinungen sind die von MFS und können sich jederzeit ändern. Prognosen sind keine Garantien.

Die Performance der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

Quellen: MFS Research, Wall Street Journal, Financial Times, Reuters, Bloomberg News, FactSet Research.

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SpaceX-Hype zu teuer – Diese 5 Aktien bieten bessere Chancen
Raumfahrt-Aktien gehören aktuell zu den heißesten Wetten an den Börsen. Spätestens mit dem spektakulären Börsengang von SpaceX ist der Sektor endgültig im Fokus der Anleger angekommen. Fantasien rund um Satellitenkommunikation, Rechenzentren im All und neue Geschäftsmodelle treiben die Kurse immer weiter nach oben.

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