BASEL (dpa-AFX) - Der Pharmakonzern Novartis ist nach einem schwachen Jahresstart wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Dabei legten die Schweizer trotz anhaltend starker Konkurrenz durch Nachahmerpräparate (Generika) ein überraschend starkes zweites Quartal hin - vor allem die Ergebnisse entwickelten sich deutlich besser als befürchtet. Konzernchef Vasant Narasimhan bestätigte denn auch zur Zahlenvorlage am Dienstag die Ziele für das Gesamtjahr. An der Börse legte die Novartis-Aktie im frühen Handel um 1,2 Prozent zu und gehörte damit zu den Favoriten im Schweizer Leitindex SMI .
Insgesamt zeigen sich die Analysten in ihren ersten Kommentaren durchweg erfreut über die vorgelegten Zahlen. Für die Experten der US-Bank JPMorgan sind die Resultate "stark" ausgefallen. Bernstein sprach von einem "soliden Übertreffen" und Vontobel von einem "sehr soliden" Quartal.
Novartis' Umsatz kletterte in den drei Monaten bis Ende Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3 Prozent auf 14,4 Milliarden US-Dollar (ca. 12,6 Mrd Euro), wie der Konzern in Basel mitteilte. Zu konstanten Wechselkursen ergab sich ein Umsatzplus von 1 Prozent. Zum Jahresstart hatte Novartis wegen der Markteinführung von Generika für einige seiner wichtigen Blockbuster noch ein Umsatzminus ausgewiesen. Nun trugen vor allem Volumensteigerungen zum Erlöszuwachs bei.
Getragen wurde die positive Entwicklung von einer anhaltenden Dynamik bei Medikamenten wie Kisqali (Brustkrebs), Kesimpta (MS), Scemblix (Leukämie) und Pluvicto (Krebs). Aber auch die jüngsten Markteinführungen wie Rhapsido bei chronischer spontaner Urtikaria (CSU) und die SMA-Gentherapie Itvisma seien ermutigend, sagte Konzernchef Narasimhan.
Beim operativen Gewinn verbuchten die Basler im zweiten Jahresviertel einen Rückgang um 2 Prozent auf knapp 4,8 Milliarden Dollar. Unter dem Strich stand ein Konzerngewinn von fast 3,3 Milliarden Dollar nach 4,0 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang sei vor allem höheren Ertragssteuern und einem höheren Zinsaufwand geschuldet, hieß es in der Mitteilung weiter.
Für Analysten ist vor allem der um verschiedene Einflüsse bereinigte Kern-Betriebsgewinn entscheidend. Mit gut 5,9 Milliarden Dollar blieb dieser stabil und übertraf den Analystenkonsens von 5,3 Milliarden deutlich.
Mit Blick auf die weitere Entwicklung dürfte nun die bereits angelaufene zweite Jahreshälfte für Novartis entscheidend werden. "Wir erwarten im zweiten Halbjahr mehrere wichtige Studienergebnisse", sagte Konzernlenker Narasimhan. Das Unternehmen sehe sich dabei weiterhin auf Kurs, seine Jahresprognose sowie seinen mittelfristigen Ausblick zu erfüllen.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Management demnach weiterhin für das bereinigte operative Ergebnis mit einem Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Der Umsatz soll wiederum im niedrigen einstelligen Bereich zulegen./hr/gab/AWP/tav/mne/mis




