FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Deutsche Börse hat im zweiten Quartal dank guter Geschäfte mit Finanzmarkt-Produkten erneut kräftig zugelegt. "Während sich die Handelsvolumina nach dem volatilen März in einigen Bereichen erwartungsgemäß normalisiert haben, verzeichnen wir in sechs unserer acht Geschäftsbereiche teils deutliches Erlöswachstum", sagte Deutsche-Börse-Finanzvorstand Jens Schulte am Mittwochabend laut Mitteilung.
Die Nettoerlöse ohne das zinsabhängige sogenannte Treasury-Ergebnis stiegen in den drei Monaten bis Ende Juni um neun Prozent auf 1,41 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um zehn Prozent auf 980 Millionen Euro nach oben. Das Unternehmen schnitt damit besser ab, als Experten erwartet hatten.
Die Aktie gab in den ersten Handelsminuten knapp drei Prozent auf 246,20 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit drei Wochen nach. Bis zum Mittag konnte das Papier das Minus aber wettmachen. Zuletzt lag der Kurs mit etwas mehr als 254 Euro etwas über dem Niveau vom Mittwochabend. Im bisherigen Jahresverlauf legte der Kurs der Aktie um fast 14 Prozent zu.
Die Prognosen für den Nettoerlös und den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ohne das Treasury-Ergebnis wurden bestätigt. Demnach erwartet der Vorstand um Konzernchef Stephan Leithner weiter Nettoerlöse ohne das Treasury-Ergebnis von 5,7 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von 3,1 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr wurden hier Nettoerlöse von 5,2 Milliarden Euro und ein operativer Gewinn ohne Treasury-Ergebnis von 2,7 Milliarden Euro verbucht.
Beim Treasury-Ergebnis ist die Deutsche Börse wegen der Zinserwartungen und höheren Bareinlagen inzwischen etwas optimistischer und rechnet mit einem Wert von mehr als 700 Millionen Euro. Bislang hatte die Deutsche Börse hier mit einem leichten Rückgang auf 700 Millionen Euro gerechnet.
Die Deutsche Börse bietet Produkte entlang der gesamten Wertschöpfungskette rund um Finanzmarkttransaktionen an. Diese reichen von der Handelsausführung über die Abwicklung bis hin zur Verwahrung von Wertpapieren und der Bereitstellung von Marktdaten sowie Softwarelösungen. Sie baut seit einiger Zeit ihr Geschäft außerhalb der Aktienmärkte stark aus, um unabhängiger von den Schwankungen dort zu werden.
Im Februar hatte der Betreiber von Handelsplattformen und Abwicklungssystemen die vollständige Übernahme des US-Daten- und Indexanbieters ISS Stoxx für 1,1 Milliarden Euro angekündigt. Dabei kauft die Deutsche Börse, die bereits 80 Prozent der Anteile an dem Unternehmen hält, vom Finanzinvestor General Atlantic die übrigen 20 Prozent.
Bereits im Januar hatte der Konzern mitgeteilt, die Fondsplattform Allfunds für etwas mehr als fünf Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Dies wäre die größte Übernahme in der Geschichte des Unternehmens. Der Vollzug wird allerdings wegen notwendiger aufsichtsrechtlicher Genehmigungen erst für 2027 erwartet./zb/he/nas




