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Bei Porsche geht gerade viel quer und durcheinander aber trotzdem tut sich was. Der Konzern spart, baut Stellen ab und tauscht Führungsleute aus. Gleichzeitig steigt der Gewinn, Analysten werden mutiger und das Kursziel wandert nach oben. Klingt etwas widersprüchlich, aber genau deshalb lohnt sich ein genauerer Blick. Wir zeigen, was hinter den Zahlen der Porsche AG steckt, wie der Chart aussieht und worauf Anleger jetzt unbedingt achten sollten.
Ein Konzern im Umbau
Bei Porsche ist derzeit einiges in Bewegung. Der Aufsichtsrat hat grünes Licht für ein größeres Sparprogramm gegeben. Draus resultierend sollen bis zu 6.000 Stellen bis 2035 wegfallen, vor allem in Verwaltung und Entwicklung. Parallel dazu geht Produktionsvorstand Albrecht Reimold Ende August in den Ruhestand, Christian Friedl übernimmt. Auch bei der Lifestyle-Sparte steht ein Wechsel an: Jan Becker wird dort ab Oktober die Geschäfte führen. Trotz eines Absatzminus von rund 16 Prozent im ersten Halbjahr konnte der operative Gewinn zulegen, was ein Zeichen dafür ist, dass Porsche über Preise und Kostenkontrolle gegensteuert. Belastet wird die Stimmung derzeit vor allem von der Konzernmutter Volkswagen, die ihre Prognose gesenkt hat und damit die ganze Branche mit runterzieht. Aber natürlich auch von den starken chinesischen Autobauern, die auch teilweise ins Luxussegment vorstoßen und in Konkurrenz zu Porsche stehen.
Blick auf die Zahlen
Am kommenden Mittwoch, den 29. Juli, legt Porsche den vollständigen Halbjahresbericht vor. Bereits jetzt zeichnet sich ab, worauf es ankommt, nämlich dass der operative Gewinn im ersten Halbjahr bei über einer Milliarde Euro lag, obwohl deutlich weniger Fahrzeuge ausgeliefert wurden. Das spricht für ein Geschäftsmodell, das auch bei sinkenden Stückzahlen noch ordentlich Ertrag abwirft. Am 7. Oktober folgt dann der Capital Markets Day, auf dem die neue "Strategie 2035" vorgestellt werden soll. Bis dahin dürfte der Markt vor allem genau hinschauen, wie konkret Porsche seine Sparpläne unterlegt und ob sich die Kostendisziplin auch in den kommenden Quartalen bestätigt.
Charttechnik
Der Kurs pendelt aktuell im Bereich um 43 bis 44 Euro und hat damit seit Jahresbeginn leicht verloren. Spannend wird es, sobald die Marke von 50 Euro geknackt wird. Gelingt dieser Ausbruch, öffnet sich charttechnisch Raum bis in den Bereich von 60 bis 65 Euro. Nach unten gilt die Zone um 38 Euro als wichtige Haltelinie, die nicht unterschritten werden sollte. Solange sich der Kurs oberhalb dieser Marke hält, bleibt das Chartbild grundsätzlich konstruktiv. Auch ein zuletzt gebildetes "Golden Cross" dürfte den Porsche-Kurs eher unterstützen. Derzeit lieg der Kurs noch leicht über dem 50er SMA, aber der 200er SMA liegt noch über der 46er Marke und damit noch ein paar Prozent weit entfernt.

Was tun?
Eine zuletzt vorgenommene Hochstufung eines Analystenhauses von Verkaufen auf Kaufen, verbunden mit einer deutlichen Anhebung des Kursziels, zeigt, dass das Vertrauen in die Sparstrategie wächst. Fundamental spricht die robuste operative Marge trotz schwächerer Auslieferungen für Porsche, auch wenn die negativen Nachrichten aus dem VW-Konzern kurzfristig belasten. Charttechnisch bleibt die 50-Euro-Marke wohl nach oben der entscheidende Prüfstein, während die 38 Euro-Marke als Absicherung nach unten dient. Wer die Aktie bereits hält, kann investiert bleiben und den Ausbruch nach oben abwarten mit Blick auf die 38 Euro als möglichen Stoppkurs. Neueinsteiger könnten erstmal von der Seitenlinie aus zuschauen, die kommenden Quartalszahlen abwarten, die Details der Restrukturierung sich anschauen und erst dann, wenn der Kurs nach oben ausbricht, sich positionieren.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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