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Berenberg: Märkte Monitor 27.07.2026

Aktueller Marktkommentar

Die Lage am Persischen Golf entwickelt sich wieder zum bestimmenden Thema an den Märkten. Nachdem sich die Öllieferungen aus der Region nach dem "Iran-Deal" im Juni fast schon sprunghaft zu erholen schienen, kam der Schiffsverkehr durch Hormus nach den jüngsten Kampfhandlungen zuletzt fast wieder vollständig zum Erliegen. Rohöl (Brent) zog daraufhin deutlich an und testete zwischenzeitlich die Marke von 100 USD/Barrel. Die Rallye in Öl-Futures wurde von systematischen Investoren verstärkt, die im großen Stil ihre Short-Positionen auflösen mussten. Die frischen Inflationssorgen führten derweil auf den Anleihemärkten zu einem ordentlichen Anstieg der Leitzinserwartungen. Aktien zeigten sich relativ unbeeindruckt und verloren letzte Woche nur marginal an Wert - unterstützt durch eine starke Q2-Berichtssaison auf beiden Seiten des Atlantiks. Wir halten entsprechend an unserem Aktienübergewicht fest. Auch wenn neue Kampfhandlungen am Golf über das Wochenende ausblieben und die Ölpreise daraufhin wieder etwas gefallen sind, haben die letzten Wochen gezeigt, dass Anlegern die Energiepreisrisiken aus der ersten Jahreshälfte erhalten bleiben. In diesem Umfeld bleiben Rohstoffaktien essenzielle Portfoliobausteine für uns.

Kurzfristiger Ausglick

Die erneute Eskalation in der Golfregion lenkte den Fokus der Märkte zuletzt wieder zurück auf das Geschehen im Nahen Osten und damit auf steigende Energiepreise. Wenngleich die EZB auf ihrer Tagung letzte Woche den Leitzins unverändert belassen hat, bestehen Aufwärtsrisiken auf der Inflationsseite. Diese Woche richtet sich der Blick auf die Fed-Sitzung und die weiteren Unternehmensergebnisse der laufenden Berichtssaison. Heute wurde das Ifo-Geschäftsklima aus Deutschland (Jul.) veröffentlicht. Am Mittwoch steht dann der Zinsentscheid der Federal Reserve auf dem Programm. Neben dem vorläufigen Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und den USA werden am Donnerstag auch die vorläufigen Verbraucherpreise für den Monat Juli aus Deutschland gemeldet. Darüber hinaus dürfte die BoE die Leitzinsen unverändert belassen. Am Freitag entscheidet dann noch die BoJ über das neue Leitzinsniveau, wobei auch hier der Markt zunächst mit keiner weiteren Zinserhöhung rechnet.

Klicken Sie hier und lesen Sie den vollständigen Berenberg Märkte Monitor.

© 2026 Asset Standard
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Der Iran-Krieg hat den globalen Energiemarkt erschüttert. Zerstörte Förderanlagen, ausgefallene Transportwege und fehlende Raffineriekapazitäten sorgen dafür, dass nicht nur Rohöl, sondern vor allem Benzin und Diesel knapp und teuer bleiben könnten. Selbst ein Ende der Kämpfe würde das Problem nicht über Nacht lösen, der Wiederaufbau der Energieinfrastruktur dürfte Jahre dauern.

Während viele Anleger jetzt auf ExxonMobil, Chevron oder Shell setzen, könnte das größere Potenzial längst woanders liegen. Denn hohe Ölpreise machen neue Investitionen in Förderung, Transport und Verarbeitung wieder attraktiv. Davon profitieren vor allem jene Unternehmen, die Bohrtechnik, Ausrüstung und Dienstleistungen bereitstellen oder bereits über wertvolle Infrastruktur verfügen.

Hier dürfte die zweite Welle des Öl-Booms entstehen. Statt den bereits stark gelaufenen Produzenten hinterherzulaufen, können Anleger auf die Unternehmen setzen, die am milliardenschweren Wiederaufbau der globalen Energieinfrastruktur verdienen.

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