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Der Kölner Motorenbauer Deutz wagt mit der milliardenschweren Übernahme des Rüstungsspezialisten FFG seinen größten Schritt der Firmengeschichte und die Börse könnte das eventuell honorieren. honoriert das. Analysten sind zwar vorsichtig optimistisch, aber operativ läuft es runder als zuletzt. Doch spannend wird es vor allem charttechnisch, denn die Aktie steckt in einer Formation, die bei einem Ausbruch ordentlich Fantasie freisetzen könnte. Wir zeigen, worauf es jetzt ankommt und was Anleger im Blick behalten sollten.
Deutz macht ernst mit der Rüstungswende
Deutz krempelt sich um. Für rund 1,6 Milliarden Euro greift der Konzern beim Rüstungsdienstleister FFG zu. Dies wird finanziert über eine Milliarde Euro Bankkredite und eine Kapitalerhöhung, mit der die bisherigen FFG-Eigentümer bis zu 29,9 Prozent der Anteile erhalten. Die entscheidende Hauptversammlung dazu findet am 24. August statt. Operativ stimmt die Richtung, denn der Auftragseingang zog im ersten Quartal um über 41 Prozent an, der Umsatz wuchs zweistellig. Am 6. August folgt der Halbjahresbericht. Das ist dann ein Termin, der zeigen dürfte, wie belastbar die Story wirklich ist. Dabei ist FFG kein x-beliebiger Zukauf, sondern könnte ein echter Volltreffer für die Wachstumsstrategie werden. Das Flensburger Unternehmen wuchs zuletzt jährlich um rund 50 Prozent und sitzt auf einem Auftragsbestand, der das Zweieinhalbfache des eigenen Jahresumsatzes beträgt. Der Löwenanteil der Erlöse stammt aus Wartung und Modernisierung für NATO-Kunden, ein Bereich mit hoher Planbarkeit und stabilen Margen. Deutz-Chef Sebastian Schulte macht daraus keinen Hehl, dass die für 2030 gesteckten Ziele von vier Milliarden Euro Umsatz durch den Deal deutlich früher erreicht werden dürften. Ergänzt wird das Bild durch weitere Bausteine wie die Serienfertigung des unbemannten Systems "GEREON" zusammen mit ARX Robotics. Deutz baut sein Verteidigungsgeschäft also auf mehreren Ebenen gleichzeitig aus.

Charttechnik
Charttechnisch wird es jetzt richtig interessant. Die Aktie befindet sich aktuell in einer Wimpelformation. Das ist ein klassisches Fortsetzungsmuster, das nach einer vorangegangenen starken Aufwärtsbewegung entsteht. Knackt der Kurs die Marke von 11 Euro nachhaltig, wäre der Weg für eine neue Aufwärtswelle frei. Rechnerisch ergibt sich daraus, abgeleitet von der vorherigen Kursbewegung, ein Zielbereich zwischen 15 und 16 Euro. Das wäre ein ordentlicher Sprung gegenüber dem aktuellen Niveau. Wichtig für die Formation: Nach unten darf die Marke von 9,50 Euro nicht unterschritten werden. Nur solange dieses Niveau hält, bleibt das bullishe Chartbild intakt.
Was tun?
Die Mischung stimmt aktuell, denn Deutz liefert solide Zahlen, baut mit FFG ein margenstarkes Rüstungssegment auf. Die jüngsten Analystenmeinungen gehen zwar auseinander, während Kepler Cheuvreux und Warburg Research klare Kaufsignale sehen, mahnt Bernstein eher zur Vorsicht. Genau das macht die kommenden Wochen so spannend. Wer an die Rüstungsstory glaubt und das operative Momentum ernst nimmt, kann über einen Einstieg nachdenken, sollte die Marke bei 9,50 Euro aber als klare Absicherung im Blick behalten. Ein Ausbruch über 11 Euro könnte dann der Startschuss für die nächste Aufwärtswelle sein.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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