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Es war ein hartes Stück Nachrichten für die Jungheinrich-Aktionäre. Erst die gesenkte Gewinnprognose, dann auch noch eine Bafin-Prüfung wegen möglicher Bilanzierungsfehler. Die Aktie brach zeitweise deutlich ein und doch: Ganz so dramatisch, wie es aussah, kam es am Ende nicht. Der Kurs fing sich recht rasch wieder. Woran das liegt, was die Zahlen wirklich zeigen und wo jetzt die entscheidenden Marken liegen. Wir haben uns die Lage genauer für Sie angeschaut.
Gemischte Zahlen, klare Reaktion
Es kam, wie es meistens kommt, wenn ein Unternehmen seine Prognose kappt. Der Kurs ging erstmal runter, teilweise um mehr als 6 Prozent. Der Grund dafür ist schnell erzählt. Jungheinrich hat seine Gewinnerwartung für 2026 gesenkt. Statt bis zu 450 Millionen Euro operativem Gewinn rechnet der Konzern jetzt nur noch mit 340 bis 400 Millionen. Schuld daran sind vor allem der harte Wettbewerb und da speziell vor allem durch günstige chinesische Anbieter, höhere Materialkosten und die "Nachwehen" des Streiks im Werk Lüneburg. Auch der freie Cashflow wurde mit der Meldung deutlich zurückgenommen, von über 250 Millionen Euro auf nur noch gut 50 Millionen Euro. Auf der anderen Seite gibt es aber auch gute Nachrichten. Auftragseingang und Umsatz laufen besser als gedacht, beide Prognosen wurden sogar leicht angehoben. Im zweiten Quartal legten beide Werte im Vergleich zum Vorjahr zu. Nur beim Gewinn hakt es, das EBIT fiel von 106 auf 88 Millionen Euro, die Marge sackte auf 6,3 Prozent ab. Zusätzlich sorgt eine Prüfung der Finanzaufsicht Bafin für Unruhe. Es geht um die Bewertung von Vermögenswerten rund um den Verkauf des Russland-Geschäfts. Jungheinrich selbst betont, man arbeite konstruktiv mit der Behörde zusammen und erwarte keine Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis. Die Analystenmeinungen bleiben trotz allem überwiegend positiv, mehrere Häuser wie Jefferies, Warburg, DZ Bank und Bernstein halten an ihren Kaufempfehlungen fest, auch wenn einige Kursziele nach unten angepasst wurden.

Charttechnik
Der Chart zeigt genau das, was man nach so einer Nachrichtenlage erwarten würde, viel Nervosität. Die Aktie fiel zeitweise bis in Richtung des Jahrestiefs bei rund 21,72 Euro, konnte sich davon aber wieder lösen und pendelt aktuell im Bereich zwischen 24 und 25 Euro. Wichtig ist jetzt die Zone zwischen 23 und 25 Euro. Hier scheinen sich stärkere Käufer zu positionieren, was dem Kurs bislang Halt gegeben hat. Sollte die Marke von 21,50 Euro allerdings nachhaltig unterschritten werden, könnte es tatsächlich noch deutlich tiefer gehen. Auf der anderen Seite lohnt sich ein Blick auf die 26-Euro-Marke. Gelingt der Sprung darüber, wäre sogar ein überraschender Rebound in Richtung der Marke um 30 bis 33 Euro denkbar.
Was tun?
Die Lage bei Jungheinrich bleibt zweigeteilt. Operativ zeigt sich der Konzern robust, Auftragseingang und Umsatz wachsen, das spricht für eine intakte Nachfrage. Die Margenschwäche und die Bafin-Prüfung sind aber ernstzunehmende Belastungsfaktoren, die für Unsicherheit sorgen könnten, bis am 11. August der vollständige Zwischenbericht vorliegt. Wer die Aktie bereits im Depot hat, kann die Marke bei 21,50 Euro als wichtige Absicherung im Blick behalten. Neueinsteiger sollten eher abwarten, ob sich der Kurs oberhalb von 26 Euro stabilisieren kann, bevor sie sich positionieren. Bis dahin bleibt Jungheinrich ein Fall für Anleger mit etwas Geduld und einem aufmerksamen Blick auf die kommenden Zahlen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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