BERLIN/DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Deutschlands größter Gashändler Uniper hat einen langfristigen Liefervertrag für Flüssigerdgas (LNG) aus Kanada vereinbart. Uniper werde über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren jährlich 2 Millionen Tonnen LNG beziehen, teilte das Unternehmen mit. Die ersten Lieferungen werden demnach ab 2032 erwartet. Das LNG kommt aus dem kanadischen Ksi-Lisims-Projekt. Der Vertrag wurde in der kanadischen Botschaft in Berlin in Anwesenheit von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) unterzeichnet.
Mit der Vereinbarung erreiche Uniper einen weiteren wichtigen Meilenstein, um konsequent ein "resilientes, diversifiziertes und langfristiges" LNG-Portfolio aufzubauen, hieß es. Uniper-Chef Michael Lewis sagte laut Mitteilung: "Bei dieser Vereinbarung geht es um weit mehr als um LNG." Mit der Unterzeichnung des langfristigen Abnahmevertrags stärke Uniper das Portfolio um eine verlässliche LNG-Bezugsquelle aus Kanada. "Als vertrauensvoller Partner trägt Kanada dazu bei, die Energieversorgung Europas breiter aufzustellen und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber zukünftigen Herausforderungen zu erhöhen."
Ein besonderes Merkmal des Projekts Ksi Lisims ist laut Uniper der geplante Einsatz von Wasserkraft für den Verflüssigungsprozess. Durch die Kombination des Zugangs zu kanadischen Erdgasvorkommen mit erneuerbarem Strom solle das Projekt LNG mit einer um 90 Prozent geringeren CO2-Intensität als herkömmliche LNG-Anlagen produzieren.
2022 wäre Uniper fast zusammengebrochen, weil Russland nach dem Angriff auf die Ukraine kein Pipelinegas mehr lieferte und die Preise für Ersatzlieferungen in extreme Höhen schossen. Der deutsche Staat rettete das Unternehmen mit Milliarden-Beihilfen und wurde quasi Alleineigentümer. Die EU hatte die Beihilfen damals unter vielen Auflagen erlaubt. Eine davon ist, dass Deutschland seine Beteiligung bis spätestens Ende 2028 auf höchstens 25 Prozent plus eine Aktie wieder reduzieren muss.
Ende Mai hatte der bundeseigene Gasimporteur Sefe mit dem Ksi-Lisims-Projekt eine Absichtserklärung über die jährliche Lieferung von einer Million Tonnen Flüssigerdgas unterzeichnet. Die Lieferungen sollen demnach Anfang der 2030er Jahre beginnen und über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren erfolgen./hoe/DP/mis




