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Eigentlich stehen die Quartalszahlen von Rheinmetall erst in der kommenden Woche an, doch die Düsseldorfer haben den Markt am Mittwoch mit vorläufigen Zahlen überrascht.
Rheinmetall überrascht mit vorläufigen Geschäftszahlen
Noch am Mittwochvormittag zeichnete sich für den deutschen Rüstungsprimus Rheinmetall ein enttäuschender Handelstag ab. Die Aktie war zeitweise am unteren Ende des Leitindex DAX zu finden. Doch zur Mittagszeit kam plötzlich Bewegung auf - das Papier wechselte das Vorzeichen und schoss um bis zu 5 Prozent nach oben. Völlig überraschend, offiziell war der Ergebnisbericht für das abgelaufene Quartal erst für kommende Woche geplant, hatte der Düsseldorfer Konzern vorläufige Geschäftszahlen vorgelegt. Zur Zufriedenheit der Anlegerinnen und Anleger konnte sich dieser jedoch sehen lassen!
Nach einer enttäuschenden Umsatzentwicklung im Quartal zuvor konnte sich Rheinmetall gegenüber dem Vorjahreszeitraum jetzt um sagenhafte 69 Prozent auf 3,29 Milliarden Euro steigern. In der knappen Unternehmensmitteilung war von Verbesserungen in allen Segmenten die Rede. Auch der operative Ertrag stieg nach einem Plus von 115 Prozent auf 562 Millionen Euro, was nach Angaben von Rheinmetall um 20 Prozent über der Konsensprognose von rund 470 Millionen Euro liegt.
Infolge des Erhalts von neuen Aufträgen mit einem Volumen von 11,4 Milliarden Euro verfügt Rheinmetall jetzt über Buchungen mit einem Gesamtwert von 80 Milliarden Euro. Das ist eine solide Grundlage für zukünftiges Wachstum. Einen Rückschlag musste das Unternehmen dagegen bei den Barmitteln hinnehmen. Wie Rheinmetall berichtete, wechselte der Cashflow das Vorzeichen und fiel negativ aus. Ursache sind die "Vorbereitungen der Kapazitätsausweitungen" und der "Vorratsaufbau für die Folgequartale". Die genauen Zahlen sollen wie ursprünglich geplant am Donnerstag, den 06. August, vorgestellt werden.

Aktie mit Ausbruchschance aus dem Abwärtstrend
Am Markt stieß die (gelungene) Überraschung auf viel Gegenliebe. Innerhalb von wenigen Minuten sprang die Rheinmetall-Aktie aus der unmittelbaren Nähe ihrer Tagestiefs auf neue Tageshochs. Aus einem Minus von zeitweise 3 Prozent wurde so ein Plus von fast 5 Prozent, womit sich die Düsseldorfer an die Spitze des DAX setzten. Zusätzliche Unterstützung erhielt die Aktie außerdem von den Quartalszahlen des US-Mitbewerbers General Dynamics, der ebenfalls ein beachtliches Quartalsergebnis vorlegen konnte.
Für die in den vergangenen Monaten stark unter Druck stehenden Anteile könnte der Mittwoch zum Befreiungsschlag werden. Schon in den Vortagen hatte sich Rheinmetall an die 50-Tage-Linie herangepirscht, die aktuell genau auf der Höhe der Abwärtstrendoberkante liegt. Nach den Zahlen konnte dieser doppelte Widerstand überwunden werden, was jetzt die Erwartung eines Ausbruchs und einem Ende der Korrektur weckt.
Für dieses Szenario sprechen die bullishen Divergenzen in den technischen Indikatoren, die sie schon zwischen April und Juni ergeben hatten, sowie der Trendstärkeindikator MACD, der jetzt vor einem Vorzeichenwechsel steht und damit einen neuen Aufwärtstrend der Aktie anzeigen würde. Rückenwind kommt auch vom RSI. Der ist kurzfristig zwar im überkauften Bereich angelangt, signalisiert damit gleichzeitig aber auch eine hohe technische Stärke. Damit sind die Chancen auf einen Anstieg in den nächstgelegenen Widerstandsbereich um 1.250 Euro als höher einzuschätzen als neue Kursverluste.
Fazit: Vielversprechende Ausgangslage für eine Kurserholung
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung handelt Rheinmetall für 2026 mit einem KGVe von 31. Das ist im Vergleich zu Unternehmen mit einem konstanteren Umsatzwachstum kein attraktiver Wert. Die am Mittwoch vorgelegten vorläufigen Geschäftszahlen stärken jedoch das Vertrauen darin, dass Rheinmetall in das für das kommende Jahr prognostizierte Gewinnvielfache von etwa 21 hinein wachsen kann. Das wäre vor dem Hintergrund des jetzt doch beschleunigten Wachstums ein fundamental attraktiver Wert und würde einen Einstieg auf dem gegenwärtigen Kurs- und Bewertungsniveau rechtfertigen.
Um neben der Umsatz- auch die genaue Gewinnentwicklung beziehungsweise den weiteren Ausblick besser beurteilen zu können, sollten die Zahlen am Donnerstag kommender Woche abgewartet werden. Bis dahin könnte der Ausbruch aus dem Abwärtstrendkanal und die damit verbundenen technischen Kaufsignale für neuen Schwung und weitere Kursgewinne sorgen.
Gastautor: Max Gross
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