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Leo Willert (ARTS): Warum Trendfolge im aktuellen Marktumfeld besonders gut funktioniert

01.07.2026

Anleger finden seit einigen Jahren ein Marktumfeld vor, das durch eine höhere Komplexität gekennzeichnet ist. Die vielfältigen geopolitischen Krisen, zerrüttete Handelsbeziehungen, steigende Inflation und Zinsen und die technologische Disruption durch KI haben ein Marktumfeld geschaffen, das volatiler ist und auch von starken Emotionen wie Angst bestimmt wird.

Selbst für professionelle Investmentmanager, die traditionelle Investmentansätze wie eine Value-Strategie auf Basis von Fundamentaldaten verfolgen, wird es immer schwieriger, Alpha zu generieren. Vermeintliche "Gesetze" und generell gültige Börsenweisheiten gelten nicht mehr: Gold hat seinen Nimbus als sicherer Hafen verloren und ist zu einem volatilen Spekulationsobjekt geworden, das an einem Tag auch mal zweistellig an Wert verlieren kann. Der DAX hat sich vollständig von der Realwirtschaft abgekoppelt und legte 2025 rd. 23 % zu, wohingegen das deutsche BIP lediglich um 0,2 % wuchs. Anleihen können ihre negative Korrelation zu Aktien auch mal zwischenzeitlich verlieren - das mussten wir besonders im Jahr 2022 schmerzlich feststellen. Das hat deutlich negative Effekte für klassische 60/40-Portfolio-Strategien. Und jetzt auch noch die Softwarekrise, bei der ohne jegliche fundamentale Untermauerung dank des KI-Hypes Softwareunternehmen abgestraft werden, obwohl diese weiterhin gute Zahlen liefern. Eine passive Buy-and-Hold-Strategie stößt hier ebenfalls an ihre Grenzen. Fundamentalanalysen verlieren ihre Aussagekraft.

Flexibilität zahlt sich aus

In diesem Marktumfeld können Fonds, die flexibel und quantitativ investieren, ihre Stärken ausspielen. Ein Beispiel ist die Momentum-Strategie, die auf der gleichnamigen Theorie basiert. Der Momentum-Effekt stellt eine Marktanomalie dar, die wissenschaftlich vielfach untersucht und belegt wurde. Die Momentum-Theorie besagt, dass Wertpapiere mit einer starken relativen Wertentwicklung eine erhöhte Wahrscheinlichkeit aufweisen, ihre positive Kursdynamik kurz- bis mittelfristig fortzusetzen. Dieser Grundsatz kann auf verschiedene Assetklassen angewendet werden. Ein Trendfolgemodell kann das Investieren nach der Momentum-Theorie automatisiert umsetzen. Es vollzieht den Einstieg, sobald sich ein Trend etabliert hat und steigt aus, wenn sich ein Trend abschwächt. Die Begrenzung von Verlusten spielt eine zentrale Rolle in der Momentum-Strategie. Ein umfassendes Risikomanagement mit flexibler Aktienquote und Stop-Loss-Limits trägt zur Risikosteuerung bei.

Ein Blick auf die Fondszusammensetzung des Cu2011QUADRAT ARTS Best Momentum Fonds (ISIN: AT0000825XXX), der year-to-date um rd. 23 % zugelegt hat (Stand 23.6.26), offenbart, dass sich die Anlageschwerpunkte bei einem Momentum-Fonds innerhalb von wenigen Monaten grundlegend verändern können. So war der Fonds im Januar 2026 analog zur Rally bei Gold und anderen Edelmetallen noch schwerpunktmäßig in Metalle investiert. Im März fand im Fonds eine Sektorrotation hin zu Energiewerten, angetrieben durch die Energiekrise infolge des Iran-Kriegs, statt. Ende April gewann wiederum Informationstechnologie im Portfolio an Gewicht.

Klicken Sie hier und lesen Sie den Gastbeitrag von Leo Willert, erschienen in "Intelligent Investors".
© 2026 Asset Standard
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Der Iran-Krieg hat den globalen Energiemarkt erschüttert. Zerstörte Förderanlagen, ausgefallene Transportwege und fehlende Raffineriekapazitäten sorgen dafür, dass nicht nur Rohöl, sondern vor allem Benzin und Diesel knapp und teuer bleiben könnten. Selbst ein Ende der Kämpfe würde das Problem nicht über Nacht lösen, der Wiederaufbau der Energieinfrastruktur dürfte Jahre dauern.

Während viele Anleger jetzt auf ExxonMobil, Chevron oder Shell setzen, könnte das größere Potenzial längst woanders liegen. Denn hohe Ölpreise machen neue Investitionen in Förderung, Transport und Verarbeitung wieder attraktiv. Davon profitieren vor allem jene Unternehmen, die Bohrtechnik, Ausrüstung und Dienstleistungen bereitstellen oder bereits über wertvolle Infrastruktur verfügen.

Hier dürfte die zweite Welle des Öl-Booms entstehen. Statt den bereits stark gelaufenen Produzenten hinterherzulaufen, können Anleger auf die Unternehmen setzen, die am milliardenschweren Wiederaufbau der globalen Energieinfrastruktur verdienen.

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