Die Welt verändert sich im Eiltempo und parallel blüht der erbarmungslose Handelskrieg zwischen den USA und China. Im Fokus stehen dabei Seltene Erden, die in High Tech-Produkten nahezu unseretzlich sind - vom Unterseeboot, über KI-Chips, Windturbinen und Elektromotoren bis zu Tarnkappenbombern. In der Branche ist 2025 ein Goldrausch ausgebrochen und im Fokus stehen Unternehmen wie Arafura, Lynas Rare Earths, MP Materials und St. George Mining.
Das Objekt der Begierde glänzt nicht gelb - es ist unsichtbar in unseren Smartphones verbaut, treibt die Motoren von Elektroautos an und ist das Rückgrat moderner Waffensysteme. Die Rede ist von Seltenen Erden. Der Markt für diese 17 Metalle ist klein und kommt auf ein Volumen von wenigen Milliarden US-Dollar. Aber: Bis 2032 soll er auf 8 Mrd. US-Dollar anwachsen. Aus diesem kleinen Markt haben die Supermächte ein geopolitisches Schlachtfeld gemacht.
Der Handelskrieg: USA vs. ChinaDer Ursprung des aktuellen Konflikts liegt weit zurück. Bereits unter der Präsidentschaft von Barack Obama begannen die USA, ihren strategischen Fokus weg von Europa und hin zum pazifischen Raum zu verlagern, da sie in China den künftigen Hauptkonkurrenten um die globale Dominanz identifizierten. Inzwischen hat sich dieser Wettbewerb zu einem ausgewachsenen Handelskrieg verschärft. Seit Joe Biden gibt es Handelsbeschränkungen, Donald Trump hat mit Zöllen zeitweise einen Wirtschaftskrieg vom Zaun gebrochen. Unter verschiedenen US-Administrationen wurden Sanktionen und Zölle massiv ausgeweitet. Hochleistungschips, KI-Technologien und komplexe Maschinen - wie jene des niederländischen Herstellers ASML - dürfen nicht mehr ohne Weiteres ins Reich der Mitte exportiert werden. China reagiert auf diese technologische Isolierung mit seiner stärksten Waffe: Der Dominanz über die Rohstoffmärkte.
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Chinas Monopol und die globale Landkarte
China ist inzwischen die zweitgrößte Wirtschaft der Welt und der größte Verbraucher bei den meisten Rohstoffen. Das Land kontrolliert zudem rund 60 Prozent der weltweiten Förderung und sogar 90 Prozent der Verarbeitung von Seltenen Erden. Bei manchen Seltenen Erden hat China sogar ein Monopol. Dieses Quasi-Monopol ermöglicht es Beijing, den Westen empfindlich zu treffen. Während die USA ihre Produktion vor Jahrzehnten aufgrund von Umweltauflagen und niedrigen Weltmarktpreisen eingestellt hatten, hat China die gesamte Wertschöpfungskette - vom Abbau bis zum fertigen Hochleistungs-Magneten - perfektioniert. Doch China ist nicht allein. Andere Länder gewinnen an Bedeutung, um das Gewicht zu verlagern:
Australien: Der wichtigste Player außerhalb Chinas (v.a. durch das Unternehmen Lynas Rare Earths). USA: Mit der Mine Mountain Pass versuchen sie den Wiedereinstieg. Myanmar & Kasachstan: Wichtige Länder, wenn es um Reserven geht, wobei Myanmar oft als verlängerter Arm chinesischer Firmen agiert. Kasachstan wiederum ist stark auf Russland fokussiert. Brasilien: Dort liegen die zweitgrößten Reserven der Welt.Einen Überblick über die wichtigsten Produzentenländer bietet diese Tabelle. Die Daten stammen vom US Geological Survey aus dem Januar 2025 (siehe hier):
Ein Blick auf die größten Produzentenländer bei Seltenen Erden. Quelle: US Geological Survey (USGS). Ohne Magnete wenig Fortschritt!Die Sorge im Westen ist groß, da Seltene Erden für Schlüsselindustrien unverzichtbar sind. Ein Lieferstopp aus China kam in der Vergangenheit bereits vor und zwang Konzerne wie Ford, ihre Produktion zeitweise auszusetzen. Auch deutsche Unternehmen waren im Frühjahr 2024 betroffen. Besonders kritisch wird die Lage im militärischen Bereich gesehen, wo der Bedarf groß ist. Zwei Beispiele (Quelle: Center for Strategic and International Studies, CSIS):
F-35 Kampfflugzeug: benötigt ca. 410 kg Seltene Erden. Virginia-Klasse U-Boot: Verschlingt rund 4,5 Tonnen der Rohstoffe.Angesichts des Konflikts in der Ukraine und potenzieller Spannungen um Taiwan ist die Abhängigkeit von China für die westliche Rüstungsindustrie ein strategisches Alptraumszenario. Dies gilt auch mit Blick auf die jüngst beschlossenen Rüstungsmaßnahmen in Europa.
Die Wende? Eine temporäre EinigungEnde Oktober 2025 erzielten die USA und China überraschend eine Atempause. In einem Abkommen wurde vereinbart, dass China seine Exportbeschränkungen für ein Jahr aussetzt. Im Gegenzug senkten die USA Zölle auf chinesische Produkte und China verpflichtete sich zu verstärkten Agrar-Importen sowie Maßnahmen gegen den Fentanyl-Handel. Inzwischen weiß man: China hat sein Versprechen, große Mengen an Soja aus den USA zu importieren, nicht eingehalten. Die Börsen reagierten damals verhalten, allerdings kam es zu Gewinnmitnahmen bei vielen Aktien. Analysten betrachten den Deal als fragil. Das Ziel der USA bleibt unverändert: Der vollständige Aufbau einer von China unabhängigen Lieferkette bis 2027. Das halten allerdings Branchenvertreter für unmöglich. Die USA nehmen dabei das "Uran-Modell" als Vorbild: So wie russisches Uran bis 2028 aus US-Kraftwerken verschwinden soll (Importanteil 2023 rund 16%), hat das Kriegsministerium das Ziel ausgegeben, dass ab 2027 keine chinesischen Magnete mehr in US-Waffen verbaut sein dürfen. Das erhöht massiv den Druck auf die eigene Waffenindustrie, Lieferketten aufzubauen. Doch auch die US-Regierung ist nicht untätig.
So fließt massiv Kapital in die Industrie: MP Materials: Erhält hunderte Millionen Dollar vom Verteidigungsministerium und private Investments (u.a. 500 Mio. USD von Apple), um die einzige US-Mine massiv auszubauen. Australien-Pakt: Eine Absichtserklärung über 8,5 Mrd. USD soll die Zusammenarbeit mit australischen Minern stärken. Allerdings handelt es sich bisher lediglich um ein politisches Signal, passiert ist bisher noch nichts.Tabelle: Seltene Erden und ihre Einsatzgebiete
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